Deutscher Musikpreis

Lena und Unheilig räumen beim Echo 2011 ab

Grand-Prix-Siegerin Lena Meyer-Landrut und die Band Unheilig haben jeweils mehrere Echo-Trophäen geholt. Die Preisträger zeigten sich gerührt.

Die Grand-Prix-Gewinnerin 2010 Lena Meyer-Landrut hat ihrem bisherigen Erfolg noch zwei Echo-Trophäen hinzugefügt. Bei der Verleihung der Musikpreise in Berlin wurde die Sängerin gleichzeitig als erfolgreichste nationale Newcomerin und als beste nationale Künstlerin Rock/Pop geehrt.

Die 19-Jährige, die fünf Mal nominiert gewesen war, drückte die Trophäe an sich und sagte: „Ich hab' so Herzklopfen und meine Hände zittern.“

Zweiter großer Gewinner war die Band Unheilig mit dem Sänger „Der Graf“, die erstmals beim Echo angetreten und gleich mit sieben Nominierungen als Favorit ins Rennen gegangen war. Sie bekam zwei Preise: in der Kategorie Rock/Alternative national und für das Album des Jahres („Große Freiheit“). Am Vortag hatte das Unheilig-Produzententeam, zu dem "Der Graf" gehört, bereits einen Echo erhalten.

"Der Graf“ sagte: „Ich habe als kleiner Junge schon davon geträumt, einen Preis zu bekommen.“ Der Echo zeige, wie viele Menschen seine Musik hörten. Er sei mit dem, was er träume und fühle, nicht allein. Vor der Verleihung hatte sich der Musiker auf dem roten Teppich noch sehr zurückhaltend gegeben: „Ich fühle mich ein bisschen wie der kleine Junge aus Aachen, der dabei sein darf.“

Humpe für Lebenswerk geehrt

Zwei Echos gab es auch für die Berliner Band Ich+Ich, die aus Adel Tawil und Annette Humpe besteht. Das Duo bekam die Trophäe als erfolgreichste Gruppe national Rock/Pop und als bester Live-Act national. Die 60-jährige Sängerin und Produzentin Humpe, die in den 80ern mit der Band Ideal bekannt wurde, wurde zudem für ihr Lebenswerk ausgezeichnet.

Humpe sagte, sie wolle sich bei einer Stadt bedanken, die sie vor 35 Jahren aufgenommen, sie inspiriert habe und die sie nie mehr verlasse: „Berlin, ich danke dir“.

Obwohl die Musikerin nur noch ungern auf der Bühne steht und sich daher auch bei Ich + Ich zurückgezogen hatte, sang sie zusammen mit Adel Tawil, der Band Selig und Max Raabe ihren alten Ideal-Hit „Berlin“.

„Over the Rainbow“ ist Hit des Jahres

Bester nationaler Künstler Rock/Pop wurde der Geiger David Garrett, erfolgreichste internationale Künstlerin Rock/Pop die Schottin Amy Macdonald. Als beste Gruppe international Rock/Pop wurden Take That gekürt. Robbie Williams bedankte sich mit den Worten: „Deutschland ist gut zu uns.“ Auf dem roten Teppich hatten sich die Musiker zuvor nicht als Partylöwen präsentiert: Sie freuten sich vor allem aufs Wieder-nach-Hause gehen, sagten sie.

In der internationalen Newcomer-Kategorie machte das britische Synthie-Pop-Duo Hurts das Rennen. Hit des Jahres wurde 14 Jahre nach dem Tod des hawaiianischen Sängers Israel „Iz“ Kamakawiwo'ole dessen Song „Over the Rainbow“. Die Familie des Musikers bedankte sich per Videobotschaft.

Der Radio-Echo ging an die Band Silbermond, die 2005 ihren ersten Echo bekommen hatte und damals als Newcomer ausgezeichnet worden war.

Amigos schlagen Kastelruther Spatzen

In der Kategorie "Volkstümliche Musik" ging der Preis an die Amigos. In den Vorjahren hatten regelmäßig die Kastelruther Spatzen die Trophäe mit nach Hause genommen – insgesamt 13 Mal. Erfolgreichste Schlagersängerin wurde Andrea Berg, die ihren sechsten Echo bekam.

Live auf der Bühne in der Messe Berlin standen Herbert Grönemeyer, Lena, Joy Denalane mit Max Herre, Marteria und Klaus Doldinger, Hurts, Bruno Mars, Adele, Take That und Unheilig.

Moderiert wurde die Gala von Ina Müller, die selbst als erfolgreichste nationale Künstlerin nominiert gewesen war – und wie angekündigt zwischendurch eifrig mitsang.