Rollenvorbereitung

Zwölf Wochen Eiweißshakes für Schauspielerin Mühe

Anna Maria Mühe musste, gemeinsam mit ihrem Kollegen Max von Thun, eine strenge Diät halten. Grund waren die Vorbereitungen zu dem Film „In der Welt habt ihr Angst". Dort spielen die beiden ein heroinsüchtiges Paar. Eine sehr körperlich Erfahrung.

Foto: © JÖRG KRAUTHÖFER

Zusammen durch dick und dünn gegangen zu sein, können nicht viele Schauspieler voneinander behaupten. Anna Maria Mühe und Max von Thun schon. Im Film „In der Welt habt ihr Angst“ (ab 3. März im Kino) spielen die beiden ein heroinsüchtiges Paar auf Entzug. Vor dem Textlernen hieß es deshalb: abnehmen. Zehn Kilo in drei Monaten, lautete die Ansage von Regisseur Hans W. Geißendörfer („Lindenstraße“, „Schneeland“). „Das haben wir mehr oder weniger geschafft. Max hat 14 Kilogramm abgenommen und ich habe acht Kilo geschafft“, sagt Anna Maria Mühe. Die Diät starteten die Berlinerin und der Münchener gemeinsam – ausgerechnet bei Dreharbeiten in Österreich: „Es war Horror, dort eine Diät zu machen, bei Kaiserschmarrn und Co.“

Zwölf Wochen Eiweißshakes und die ein oder andere Extrarunde beim Joggen waren hart, aber kein Problem für die Schauspielerin: „Junkies sind in dem dargestellten Stadium nun mal nicht die dicksten. Wenn man das glaubhaft darstellen will, muss man abnehmen.“ Die Auswirkungen von 46 Kilogramm Körpergewicht spürte die erklärte Pasta-Liebhaberin dann doch deutlich: „Die Rolle war die extremste, die ich bisher gespielt habe. Es war körperlich sehr anstrengend. Weil ich soviel abgenommen hatte, war ich tendenziell immer krank, mir war immer kalt, ich war wahnsinnig schwach.“ Aber auch glücklich, weil sie am Set sein konnte.

Süchtig ist Anna Maria Mühe selbst nämlich „nur nach spielen“. Und nach Zigaretten. Um ihre Figur Eva trotzdem verstehen zu können, traf sich die 25-Jährige, die bisher nur mal gekifft hat, mit einer ehemaligen Heroinabhängigen, die ihr der Verein Synanon vermittelt hatte. Beim Spritzen setzen half dann ein Arzt, er injizierte den Schauspielern Kochsalzlösung. Vor laufender Kamera. „Das war für mich ein bisschen schwierig, weil ich nicht so der Spritzen-Fan bin“, gesteht Anna Maria Mühe. Der ungewöhnliche Einsatz sei aber gut gewesen fürs Spiel: „Da konnte man sich vorstellen, dass da jetzt ganz komisches Zeug in deinem Körper ist.“

Ihre Filmfigur Eva verfällt dem Heroin, um dem Freund nah zu sein. Auch Anna Maria Mühe kennt das Gefühl, anderen gefallen zu wollen: „Früher habe ich mich oft angepasst. Ich hatte nie einen festen Freundeskreis, weil ich so viel umgezogen bin. Ich habe plötzlich Sachen gegessen, die ich vorher nicht gegessen habe oder Dinge ganz toll gefunden, bei denen ich mich im Nachhinein gefragt habe: Was ist daran bitte toll?“ Aber dieses Verhalten habe sie glücklicherweise abgelegt. Auch für einen Mann würde sich die Single-Frau nicht verändern: „Wenn er mich liebt, dann liebt er mich so wie ich bin. Punkt. Außerdem muss ich mich ja für meinen Job dauernd verändern, da habe ich genug zu tun.“ Stimmt. Nach Drehschluss musste sie sich erst mal daran gewöhnen, normal zu essen und „sich damit wohlzufühlen, dass man wieder zulegt“. Unwohl ist ihr ohnehin nur nachts: „Vor Dunkelheit habe ich Angst. Ich gehe nicht freiwillig nachts durch die Stadt.“

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