Filmpremiere in Berlin

Angelina Jolie küsst und schweigt

Sie kam ohne Brad Pitt, aber dafür mit ihrem deutschen Film-Ehemann. Hollywoodstar Angelina Jolie hat am Abend in Berlin den Agententhriller "Salt" vorgestellt. Während sie über Küsse am Set nicht plaudern wollte, war Filmpartner August Diehl gesprächiger.

Menschenmassen säumten am Mittwochabend den roten Teppich vor dem Kino „Cinestar“ im Sony Center. Erwartet wurde Hollywood-Star Angelina Jolie, die zur Deutschland-Premiere ihres Films „Salt“ (ab Donnerstag in den Kinos) in der Stadt war. In dem Film spielt Jolie die CIA-Agentin Evelyn Salt, die verdächtigt wird, eine russische Doppelagentin zu sein und von ihren Kollegen gejagt wird.

Zart, beinah zerbrechlich sah Angelina Jolie (35) aus, als sie in einem langen, schwarzen Kleid aus einer schwarzen Limousine stieg. Begrüßt wurde sie vom euphorischen Geschrei ihrer Fans. Über eine dreiviertel Stunde gab die Oscar-Preisträgerin, Uno-Botschafterin und sechsfache Mutter Autogramme.

Dass sie dabei blass aussah und ein wenig angespannt wirkte, ist kein Wunder, immerhin tourt Jolie zurzeit um den ganzen Globus, um den Spionagethriller vorzustellen. An Jolies Seite stand der deutsche Schauspieler August Diehl (34), der in „Salt“ ihren Mann spielt. Diehl bekam die Rolle, weil er bereits vor zwei Jahren neben Jolies Lebensgefährten Brad Pitt (46) in Quentin Tarantinos „Inglourious Basterds“ mitgespielt hatte. „Ja, wir suchten einen Partner für mich, und Brad empfahl mir August Diehl, weil er ihn als Schauspieler sehr schätzt. Also riefen wir ihn an“, sagte Jolie.

Ein Anruf mit Folgen. „Ich musste Angelina Jolie gleich in der ersten Szene, die wir drehten, küssen“, sagte Diehl mit einem Lachen. Es sei aufregend gewesen. Und: „Angelina küsst toll!“ Jolie hielt sich über die Kuss-Szene in dem Film lieber bedeckt. „Ich küsse nicht und rede dann darüber“, sagte sie. Weniger bedeckt gab sich da Diehls Frau Julia Malik, die, während ihr Mann mit Angelina drehte, schwanger war und allein in Berlin zurückblieb. „Natürlich war ich eifersüchtig“, sagte Malik mit einem Augenzwinkern. Und dass sie jetzt auf den Film wirklich gespannt sei.

Das war auch Regisseur Leander Haußmann. „Ich bin wegen August Diehl hier und weil ich finde, dass der 'Salt'-Regisseur Phillip Noyce ein Meister seines Faches ist“, so Haußmann. Angelina Jolie verkörpert für ihn die unglaubliche Mischung aus Sünde und perfekter Hausfrau. Außer Haußmann outeten sich auf dem roten Teppich noch so einige als absolute Jolie-Fans. „Mit ihrem Aussehen, ihrem Mann, ihren Kindern: Angelina Jolie ist einfach überall perfekt“, sagte Anja Kling. Und ihre Schwester Gerit Kling ergänzte: „Jolie ist die glamouröseste Schauspielerin Hollywoods. Sie schaffte es in eine Liga, in der sonst nur alte Stars wie Liz Taylor sind.“ Und auch Alexandra Neldel, Miriam Pielhau und Michi Beck fanden nur lobende Worte für den Star aus den USA. Beck hatte allerdings auch einen Kritikpunkt. „Sie ist nicht wirklich mein Typ“, sagte der Musiker. Aber er finde, sie sei einfach der weibliche James Bond.

Nur, dass der „weibliche James Bond“ auch ganz alltägliche Probleme hat. Zwei ihrer Kinder, die zweijährigen Zwillinge Knox und Vivienne, hatte Jolie mit nach Berlin gebracht. „Vermutlich nehmen sie gerade das Hotelzimmer auseinander“, so die Schauspielerin. Auch ihre Kinder seien da nicht anders als andere in dem Alter. Nach der Filmvorführung war die Crew noch zu einem Dinner im Hotel Adlon geladen, und am Donnerstag ist der ganze Spuk wieder vorbei: Angelina Jolie sitzt schon wieder im Flieger – zur nächsten Premiere.