Wo Mario Adorf (79) auftaucht, wird es stets für einen Moment leise. Der Schauspieler, der mittlerweile in über 150 Filmen mitgewirkt und von der Goldenen Kamera bis hin zum Bayerischen Filmpreis alles an möglichen Preisen abgesahnt hat, wird von Kollegen und Fans für seine hohe Leistung verehrt. Und dennoch – Mario Adorf gehört zu den Menschen, die weder an Bodenhaftung noch an Umgangsformen verloren haben.
Vielleicht war das auch einer der Gründe, warum die Professoren der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz, wo der Star von 1950 bis 1953 Philosophie, Psychologie, Kriminologie, Literatur, Musikgeschichte und Theaterwissenschaften studierte, sich gern an ihn zurückerinnern. Und zwar so gern, dass sie am Mittwoch entschieden, dem Schauspieler eine ganz besondere Auszeichnung zu verleihen, die Ehrendoktorwürde. Schließlich hatte Adorf an dieser Bildungsstätte auch seine ersten Versuche als Darsteller auf der Studentenbühne gemacht ehe er danach ans Schauspielhaus nach Zürich ging.
In einer Pressemitteilung der Universität heißt es: "Mit Mario Adorf ehrt die Universität Mainz eine Persönlichkeit, die nicht nur die deutsche und europäische Filmgeschichte über Jahrzehnte geprägt, sondern auch die deutsche Theaterlandschaft in der Nachkriegszeit entscheidend mitgestaltet hat." Diese Anerkennung für seine Lebensleistung soll dem Schauspieler übrigens noch dieses Jahr verliehen werden.
Übrigens kann Adorf wahrhaftig stolz auf diesen Titel sein. Die Ehrendoktorwürde wurde bislang nämlich erst einmal verliehen und zwar an den ehemaligen französischen Staatspräsidenten Valéry Giscard d'Estaing. Adorf gelang 1957 mit seiner Rolle als Frauenmörder in dem Film „Nachts, wenn der Teufel kam, der nationale Durchbruch. Danach spielte er in Filmen wie „Die Blechtrommel“, „Winnetou“ oder „Der große Bellheim“ mit. Mittlerweile ist er nicht mehr nur als Schauspieler, sondern auch als Buchautor und Jurymitglied der Berliner Filmfestspiele tätig. (nsch)




