Filmpremiere in Berlin

Sylvester Stallone fürchtet sich vor Frauen

| Lesedauer: 5 Minuten
Kati Degenhardt

Foto: AFP

Sylvester Stallone geht zwar noch immer als knallharter Action-Star durch. Doch bei Frauen wird er ganz ängstlich. Er fürchte sich "vor allem Weiblichen", sagte der US-Star bei der Vorstellung seines neuen Films "The Expendables" in Berlin.

Wie ärgerlich. Da hatten sich Berlinerinnen jüngeren und reiferen Alters so auf den Besuch von Action-Superstar Sylvester Stallone gefreut und jetzt das: Der Kinoheld hat Angst vor Frauen, „vor allem Weiblichen“, genauer gesagt: „Ich fürchte mich vor kleinen Mädchen in meinem Haus und vor meiner Ehefrau“, bekennt er freimütig bei der Vorstellung seines neuen Films „The Expendables“ – auf Deutsch „Die Verzichtbaren“, der am 26. August in den deutschen Kinos startet, im Hotel de Rome. Aber natürlich lässt er darauf ein breites Grinsen folgen.

Die Damen, die ihn nach zwei gescheiterten Ehen das Fürchten lehren, sind die mittlerweile dritte Mrs. Stallone, Jennifer, und die gemeinsamen Töchter Sophia, Sistine und Scarlett. Aus erster Ehe stammen zwar die beiden erwachsenen Söhne Sage und Seargeoh, doch der Frauenüberschuss in seinem aktuellen Familienleben könnte jedem Familienvater Angst einjagen. Wenigstens seine Zeit als Weiberheld dürfte vorbei sein.

Vielleicht präsentiert sich Stallone gerade deshalb in Höchstform. Nicht nur körperlich, wie sein immer noch beeindruckend durchtrainierter Body vermuten lässt. Auch im Kopf ist der 64-Jährige blitzschnell und redet so herrlich selbstironisch daher, dass man nicht anders kann, als den Star aus Hollywood zu mögen. Er trägt Nadelstreifenanzug mit Bonbon-Deko – eine blaue Pilotenbrille und ein rosafarbenes Hemd. Allein das ist schon ein Schmunzeln wert. Und es bleibt weiter lustig: „In Berlin war ich schon mal mit Rambo 3. Wann war das noch?“ Er erinnert sich nicht, entschuldigt sich damit, dass sein Leben in Filmen an ihm vorbeiziehen würde. „Vor ein paar Jahren war ich dann noch mal hier – wahrscheinlich mit irgendeinem schrecklichen Film.“

Das ist ein Wort. Mit der Furcht zu versagen, oder Filme zu machen, die keiner sehen will, scheint er abgeschlossen zu haben. „Ich habe Komödien gedreht, aber das Ergebnis war einfach nur grauenvoll. Also mache ich lieber das, was die Leute von mir erwarten. Ich liebe es, hart und gefährlich zu sein.“ Er weiß, was gutes Action-Kino ausmacht: „Action auf die Leinwand zu bringen, ist zwar teuer, aber eigentlich einfach.“ Die Schwierigkeit bestehe darin, zu zeigen: „Was macht ein Held, wenn er nicht kämpft?“ Für seinen aktuellen Film habe er Kerle aus Fleisch und Blut zusammengetrommelt, darunter Jason Statham und Dolph Lundgren, die mit ihm nach Berlin gekommen sind, und Mickey Rourke, Bruce Willis und Arnold Schwarzenegger, die er zu Gastauftritten überreden konnte. „Das war gar nicht schwer: Egal wie alt du bist, in jedem Mann steckt ein Kind, das sich ausprobieren und beweisen will.“ Sein Rezept: „Stell' einem Mann vor eine Herausforderung und er nimmt sie an.“ Das Interessante bei seinem Film, zu dem Stallone auch das Buch geschrieben und Regie geführt hat, sei das Innenleben der Figuren mit all ihren Problemen. „Es geht nicht um Schönheit, sondern um die Seele.“

Vor den heutigen Superhelden-Darstellern hat er wenig Respekt: „Früher waren die Schauspieler besser in Form“, sagt er. In den 80er-Jahren sei für Schauspieler der Körper sehr wichtig gewesen: „Es war ein regelrechter Wettbewerb. Schlimm genug, dass man mit Michael Douglas mithalten musste. Dann tauchte auch noch Arnold Schwarzenegger auf der Bildfläche auf.“ Heute sähen die Kinohelden anders, „viel schmaler“, aus, bemerkt Stallone amüsiert, aber nicht abwertend: „Jede Generation muss ihre eigenen Helden entwickeln.“ Dennoch, echte Action-Helden tragen seiner Ansicht nach keine computeranimierten „Superhero“-Kostüme, sondern nur ihre eigenen Muskeln.

Die alleine reichen aber nicht: „Das gewisse Etwas, das einen zum Idol werden lässt, kann man sich nicht antrainieren. Das muss von innen kommen.“ Seine Fans sähen in ihm noch immer den Helden, weil er eben nicht perfekt sei. „Fehler zu haben, ist menschlich, und damit kann sich jeder identifizieren.“

Stallone sagt, wer falsche Entscheidungen trifft, bereut sie auch. Das zentrale Motiv im Leben vieler sei deshalb Erlösung – und die scheint er für sich gefunden zu haben. Er gesteht, er sei nur auf wenige Filme stolz – etwa auf „Rocky 1“ oder „Rambo 2“ und seinen aktuellen Action-Streifen. Doch die meisten Filme seien selten so gut geworden, wie man es erhofft hatte: „Für Zuschauer ist das zwar ärgerlich. Aber sie müssen die Filme nur anschauen. Wir Schauspieler sind für immer in dem Film zu sehen.“

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