Royal Wedding

William und Kate fahren ins Ehe-Glück

Es war die Traumhochzeit des Jahres: Prinz William und seine Kate haben sich in der Westminister Abbey in London das Ja-Wort gegeben. Damit ist royales Märchen wahr geworden.

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Das königliche Brautpaar machte sich in einem offenen Oldtimer auf den Weg zum Clarence House - am Steuer der Prinz selbst.

Video: Reuters
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Das lange Warten hat ein Ende: Der britische Prinz William und Kate Middleton sind seit Freitag verheiratet. Unter den Augen von weltweit zwei Milliarden Fernsehzuschauern gaben sich die Nummer zwei der Thronfolge und die Tochter aus bürgerlichen, wenngleich wohlhabenden Verhältnissen in der prächtigen Kulisse der Westminster Abbey das Ja-Wort. Unter dem frenetischen Jubel Hunderttausender Schaulustiger erklärte der Erzbischof von Canterbury beide zu Mann und Frau. Zum Gedenken an Williams 1997 tödlich verunglückte Mutter Diana stimmten die 1900 geladenen Gäste einen Choral an, der auch bei der Beerdigung der Prinzessin gesungen worden war. Zudem trug Kate den mit einem blauen Saphir und Diamanten besetzten Verlobungsring Dianas.

Jubel brandete auf, als William seiner frisch angetrauten Frau auf dem Balkon des Buckingham Palace im Beisein beider Familien den traditionellen Hochzeitskuss gab. Weil der erste Kuss ausgesprochen kurz und flüchtig war, folgte wenige Minuten später ein zweiter. Anschließend überflogen ein „Lancaster“-Bomber und zwei Jagdflugzeuge aus der Zeit der Luftschlacht um England von 1940/41 sowie moderne Militär-Jets in Formation den Londoner Sitz von Königin Elizabeth II.

Nach einem Empfang im Palast zeigte sich das Brautpaar am späten Nachmittag überraschend noch einmal den zahlreichen Schaulustigen: In einem mit Luftballons und Schleifen geschmückten, offenen Oldtimer der Marke Aston Martin fuhren die beiden zum St. James' Palace. Auf dem Autokennzeichen stand „JU5T WED“. Am Abend sollten William und Kate zu einem Dinner mit 300 Gästen in den Buckingham Palace zurückkehren.

Kavalleristen mit blank geputztem Brustpanzer und hoch zu Ross eskortierten das in einem offenen Landauer fahrende Paar nach der Trauung zum Palast. Auch hier feierten unzählige Schaulustige die Brautleute und schwenkten den Union Jack, die britische Staatsflagge. Selbst das sprichwörtlich schlechte englische Wetter spielte mit: Statt des vorhergesagten Regens blieb es trocken.

Die strahlende Braut, die an der Hand ihres Vaters zum Traualtar schritt, trug ein leicht dekolletiertes, mit langer Schleppe versehenes elfenbeinfarbenes Kleid der Designerin Sarah Burton vom Modehaus Alexander McQueen. Die Brautrobe war bis zuletzt wie ein Staatsgeheimnis behandelt worden. Die Queen hatte der Frau ihres Enkels zur Hochzeit ein Diadem geliehen, was als besonderes Zeichen der Wertschätzung gewertet wurde.

Kate, die wegen des langen Wartens auf einen Heiratsantrag in der Boulevardpresse als „Waity Katie“ verspottet wurde, fuhr in einem Rolls-Royce Phantom VI an der Kathedrale vor, die seit William dem Eroberer 1066 Krönungsstätte britischer Monarchen ist. Am Altar wartete der in einen roten Uniformrock der Irischen Garde gekleidete Bräutigam auf die Braut und begrüßte sie mit einem Flüstern, worauf sie mit einem Lächeln reagierte. Im Eheschwur verzichtete Kate später darauf, ihrem Mann Gehorsam zu geloben. William wird keinen Trauring tragen. Kate ist seit rund 350 Jahren die erste Bürgerliche, die einen Thronanwärter heiratet.

Die Glocken läuteten und Trompeten erklangen bei der Ankunft der 1900 geladenen Gäste, unter denen neben Königin Elizabeth II. und ihrer Familie Persönlichkeiten wie der Fußballer David Beckham mit seiner Frau Victoria und Premierminister David Cameron mit Gattin waren. Der Regierungschef äußerte sich beeindruckt von den Feierlichkeiten. „Es ist eine Mischung aus diesem fantastischen Paar, der Tatsache, dass sie einander lieben, und der Institution, der nationalen Symbolik, der Monarchie, und der Rolle der königlichen Familie“, sagte Cameron der BBC.

Auch der Sänger Elton John war unter den Gästen, der mit dem Lied „Candle in the Wind“ der tödlich verunglückten Diana musikalisch ein Denkmal gesetzt hatte. Eingeladen waren neben 50 gekrönten und ungekrönten Staatsoberhäuptern auch Sozialarbeiter, Kameraden des Prinzen und Freunde des Paares. William und Kate tragen seit ihrer Trauung den Titel Herzog und Herzogin von Cambridge. Sie werden in Wales am Dienstsitz von William wohnen, der als Hubschrauberpilot bei der Luftwaffe arbeitet.

Anhänger der Monarchie hoffen darauf, dass die 29-jährige Kate frischen Wind in die Königsfamilie bringen wird, der Kritiker zu große Distanz zu einfachen Bevölkerung vorwerfen. Die kühle Reaktion auf Dianas tödlichen Unfall 1997 galt als Tiefpunkt für das Königshaus. Diana und ihr Mann, Kronprinz Charles, hatten sich 1996 scheiden lassen. In einer Umfrage der Zeitung „Daily Mail“ zeigten sich 51 Prozent überzeugt, die Hochzeit werde dem Königshaus gut tun. Als Charles 2005 seine langjährige Freundin Camilla Parker Bowles heiratete, waren dagegen 65 Prozent der Ansicht, dies schwäche die Monarchie. Medienberichten zufolge besuchten William und Kate vor der Trauung Dianas Grab.

Seit mehr als acht Jahren sind Prinz William Mountbatten-Windsor (28) und die Unternehmertochter Catherine Middleton (29) ein Paar. Dabei sah es zwischendurch so aus, als würde Kate nicht die zukünftige Ehefrau des britischen Prinzen. 2001 lernen sich der Royal und die Bürgerliche auf der schottischen Universität St. Andrews kennen und lieben – sie studieren beide Kunstgeschichte. Im April 2007 trennen sie sich nach Medienberichten, um am Ende des Jahres wieder zusammenzukommen. Dennoch dauert es noch drei weitere Jahre bis William seiner Kate im Oktober 2010 einen Antrag macht. Danach steht der Traumhochzeit nichts mehr im Wege. Am 29. April 2011 geben sich die beiden in der Westminster Abbey in London das Ja-Wort.

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Wir berichteten den ganzen Tag über live von dem Ereignis.