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Verstärkung: "Bild"-Zeitung bekommt weiteren Chefredakteur

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Bekommt einen neuen Chef: die "Bild"-Zeitung.

Bekommt einen neuen Chef: die "Bild"-Zeitung.

Foto: picture alliance / Geisler-Fotopress

Die Chefredaktion der "Bild"-Zeitung wird größer. Der Axel-Springer-Verlag holt Robert Schneider, den Chefredakteur des "Focus":

Berlin. Die "Bild"-Chefredaktion bekommt Verstärkung: Der Axel-Springer-Verlag holt "Focus"-Chefredakteur Robert Schneider in die Chefredaktion des Boulevardblatts. Das teilte ein Sprecher des Medienhauses am Freitag in Berlin mit.

"Johannes Boie holt Robert Schneider als weiteren Chefredakteur zur "Bild". Er wird an Johannes Boie berichten, der unverändert in seiner derzeitigen Position als Chefredakteur und Vorsitzender der "Bild"-Chefredaktionen bleibt.“ Boie (38) steht seit gut einem Jahr an der Spitze.

Zuvor hatten das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" und der Branchendienst "Medieninsider" über anstehende Veränderungen in der Chefredaktion von Deutschlands größtem Boulevardblatt berichtet.

Ein Sprecher des Medienhauses Burda, zu dem der "Focus" gehört, bestätigte auf dpa-Anfrage, dass Schneider sein Arbeitsverhältnis gekündigt habe.

Wie es für Alexandra Würzbach und Claus Strunz weitergeht, die derzeit gemeinsam mit Johannes Boie die Chefredaktion bilden, kommentierte der Verlag nicht. Der "Spiegel" berichtet über eine mögliche Ablöse für Strunz und Würzbach.

"Bild"-Zeitung: Boie soll eine Strategie für die Zeitung gefehlt haben

Johannes Boie hatte als Hoffnungsträger an der Spitze des Boulevardblattes angefangen – bei seinem Start im vergangenen Oktober hatte er eine krisengeschüttelte Redaktion übernommen. Sein Vorgänger Reichelt hatte Kritik auf sich gezogen, es ging um Machtmissbrauch und Affären mit Mitarbeiterinnen. Darüber musste er schließlich zurücktreten. Die Stimmung in der Redaktion war dem Vernehmen nach an einem Tiefpunkt.

Der 38-jährige Boie soll dies schnell zum Besseren gewendet haben. Doch intern hieß es, der Neue sei zwar ein guter Chef und ein netter Mensch – es fehle ihm aber eine journalistische Strategie für das Blatt. Ein Boulevard-Mensch war Boie nie, vielmehr hatte er seinen Schwerpunkt im Kulturjournalismus, unter anderem bei der "Süddeutschen Zeitung".

Erst im November hatte Boie das Aus für die Live-Berichterstattung bei "Bild TV" verkündet. Die Quoten waren zu schlecht, die Kosten zu hoch. Wie es jetzt mit dem Bereich Bewegtbild bei "Bild" weitergehen soll, ist bislang noch unklar.

Dieser Artikel erschien zuerst auf morgenpost.de.