Weihnachten

Advent und Weihnachten: Sechs Traditionen aus aller Welt

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Athena Riegel
So entstand die Tradition des Adventskalenders

So entstand die Tradition des Adventskalenders

Adventskalender lassen besonders Kinderaugen strahlen. Es gibt sie schon eine ganze Weile.

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Die Vorweihnachtszeit ist in vollem Gange, die Adventskerzen leuchten. Doch wie feiert man eigentlich in anderen Ländern diese Zeit?

Berlin. Adventskranz, Kalender und Weihnachtsbaum – das sind die Traditionen, die wir in Deutschland kennen. Doch gibt es viele Länder, die andere Bräuche zum christlichen Fest haben. Von Fastenzeiten über Straßenumzüge bis zu speziellen Weihnachtsbieren, hier ein Überblick über die spannende Weihnachtszeit in anderen Ländern:

1. Griechenland

In dem südeuropäischen Land beginnt die Vorweihnachtszeit schon 40 Tage vor dem Fest. In der Zeit verzichten viele Griechen traditionell auf Fleisch und Milchprodukte. Die Weihnachtstage beginnen dann mit sogenannten „Kalandas“ am 24. Dezember.

Morgens ziehen Kinder singend mit Glocken, Triangel und Trommel von Tür zu Tür. Sie singen die Kalandas, Lieder zur Ankündigung der Geburt von Jesus, die den Bewohnern Glück und Segen bringen sollen. Im Gegenzug werden sie mit Süßigkeiten, Kuchen und Geld beschenkt. Mit den Kalendas wird die zwölftägige Weihnachtszeit eingeleitet.

Anders als in Deutschland feiern die Griechen Weihnachten erst am 25. Dezember. Statt Geschenken gibt es reichlich Essen. Die Geschenke gibt es dann erst am 1. Januar vom Ai Vassilis (heiligen Vassilios). Früher wurden sie traditionell unter das Bett gelegt, heute besitzen viele Griechen einen Tannenbaum.

2. Mexiko, Lateinamerika und USA

Auch in Mexiko, Lateinamerika und im Südwesten der USA ziehen die Kinder von Tür zu Tür. Zwischen dem 16. Und dem 24. Dezember verkleiden sich die Jüngsten jeden Abend und erinnern bei ihren Spaziergängen an Maria und Josefs Suche nach einer Unterkunft. Das Fest wird „Las Posadas“ genannt und heißt übersetzt so viel wie „die Herbergen“.

Jeder der neun Tage soll einen Monat der Schwangerschaft von Maria darstellen. In diesem Zeitraum werden die Häuser mit weihnachtlichen Piñatas dekoriert, die die Kinder nach der Prozession zerschlagen dürfen. Freunde und Verwandte treffen sich täglich in einem anderen Haus.

3. Dänemark

Am 13. Dezember ziehen die Kinder Dänemarks in weißer Kleidung singend durch die Städte und Dörfer. An „Santa Lucia“ soll das Licht ins dunkle Land gebracht werden. Eines der Kinder führt die Prozession an und trägt eine Krone aus Kerzen am Kopf. Neben Dänemark feiern auch Schweden und Norwegen das Luciafest. Auch unter den Finnlandschweden und dänischen Südschleswigern ist das Fest verbreitet.

Neben dem Lichtfest steht wie in vielen Kulturen das Essen in der Weihnachtszeit im Fokus. Doch statt zu fasten, werden in Dänemark zu den Feiertagen erst die Spezialitäten ausgepackt. Ein spezielles Weihnachtsbier, das sogenannte „Julebryg“ ist sehr beliebt und wird jedes Jahr am ersten Freitag im November, dem J-dag, um 20.59 Uhr zum ersten Mal ausgeschenkt.

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4. Äthiopien

Für die äthiopischen Christen markiert das Weihnachtsfest (Genna oder Lidet genannt) das Ende der Fastenzeit. 43 Tage haben sie zuvor auf tierische Lebensmittel wie Fleisch oder Eier und Genussmittel wie Tabak zu verzichtet. Am 6. Januar feiern sie dann das Ende mit einem großen Festmahl. Traditionell gibt es zum Beispiel „Doro Wat“, ein scharfer Hühnereintopf mit Eiern und Injera-Sauerteigbrot.

Jedes Jahr versammeln sich tausende von Menschen in und vor der Kirche zu einem sechsstündigen Gottesdienst. Sie kommen in weißen Gewändern und mit Kerzen für den Gottesdienst. Nach dem Essen folgt dann ein ausgiebiges Feiern mit Trommeln und Tänzen.

5. Armenien

Als älteste christliche Nation feiert Armenien natürlich auch Weihnachten. Sie richten sich nach dem julianischen Kalender und feiern am 6. Januar. Dem Weihnachtsfest geht eine Fastenwoche voraus, in der sich die Armenier körperlich und seelisch auf Weihnachten vorbereiten.

Am Weihnachtsfest, Surp Dznunt, wird dann unter anderem Fisch serviert. Auf den Tisch kommt ein Kranz aus sieben Kerzen, wobei die siebte Kerze Jesus gewidmet ist.

6. Moldau

In Moldau wird Weihnachten an zwei Tagen gefeiert. Der 25. Dezember und der 7. Januar sind als nationale Feiertage eingetragen. Das liegt daran, dass sie sich nach dem julianischen und dem gregorianischen Kalender richten. Ähnlich ist das auch in der Ukraine.

Traditionell werden in Moldau Weihnachtslieder gesungen. Erwachsene und Kinder ziehen von Tür zu Tür und erhalten Kekse und Plăcintă, ein traditioneller Kuchen. Die Häuser müssen besucht werden, bevor die ersten Sterne am Himmel erscheinen.

Dieser Artikel erschien zuerst auf morgenpost.de.