Lebensmittel

Aldi schmeißt beliebten Softdrink aus dem Sortiment

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Sebastian Kohler
Innovatives Pfandsystem soll Kunden Zeit sparen

Innovatives Pfandsystem soll Kunden Zeit sparen

Ein Pfandautomat, der 100 PET-Flaschen auf einen Schlag annimmt: Das wird derzeit in wenigen Supermärkten in Deutschland getestet.

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Kunden der Supermarkt-Kette Aldi dürften sich beim Gang durch die Getränke-Abteilung wundern. Die Produkte von Pepsi sind verschwunden.

Berlin. 
  • Die Preisanstiege machen auch vor den großen Getränkeherstellern nicht halt, was Konsequenzen für Aldi-Kunden hat
  • Denn die beliebte Supermarktkette hat sich nun zu einem drastischen Schritt entschieden
  • Eine große Getränkemarke wird es vorerst nicht mehr bei Aldi geben. Das ist der Grund

Getränke-Riese Coca-Cola darf sich freuen, denn die größte deutsche Supermarkt-Kette hat den größten Wettbewerber Pepsi aus dem Regal verbannt. Grund dafür ist ein Preissprung, den die Geschäftsführung von Aldi den Kundinnen und Kunden an der Kasse nicht mehr zumuten wollte. Für Pepsi ist es nicht das erste Mal, dass eine Einzelhandelskette die Notbremse zieht.

Aldi Nord nimmt Pepsi aufgrund von Preiserhöhungen aus dem Sortiment

Ab 1. Oktober sollen die Produkte des US-amerikanischen Lebensmittelkonzerns Pepsico teurer werden. Wie die "Lebensmittel Zeitung" berichtet, soll der Preis für den Mehrwegkasten mit zwölf 1-Liter-Flaschen um 70 Cent steigen. Für das Gebinde mit 24-mal 0,5 Litern beträgt der Preiszuwachs 1,50 Euro. Aldi Nord hat offenbar schon die Reißleine gezogen, denn die Softdrink-Regale in den Filialen leeren sich. Weder bei Aldi Nord noch bei Aldi Süd ist Pepsi noch im Online-Handel zu finden.

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Marktkrösus Coca-Cola hat die Preise für seine Softdrinks bereits zu Septemberanfang, und damit zwei Monate früher als üblich, seinerseits die Preise erhöht und damit den Stein ins Rollen gebracht. Bereits im August hatten Experten im Zuge dessen von einer "Signalwirkung für die Branche" gesprochen. Nun hat Pepsi ebenfalls einen Preisanstieg angekündigt.

Aldi, Lidl & Co.: Deutsche konsumieren Softdrinks im Milliardenbereich – Coca-Cola weit enteilt

Beide Softdrink-Produzenten begründen die Preisanpassung mit den gestiegenen Kosten für Rohstoffe, Energie, Transport sowie die Inflation. Besonders an Kohlensäure ist derzeit nur sehr schwer zu kommen. "Aus Respekt gegenüber unserem Handelspartner" wollte sich die Geschäftsführung von Aldi Nord nicht zu der Verbannung aus den Regalen äußern. Ob es bald zu einer Einigung kommt, ist noch nicht abzusehen.

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In Deutschland hat der Softdrink-Markt laut "Statista" einen Produktionswert von rund 1,5 Milliarden Euro. An der Spitze liefern sich Pepsi und Coca-Cola einen ungleichen Kampf. Während Pepsi jährlich 768 Millionen Liter Süßgetränke verkauft, bringt es Coca-Cola auf etwa 3,5 Milliarden Liter.

Unternehmen ALDI Einkauf GmbH & Co. oHG
Gründungsjahr 1913
Gründungsstadt Essen
Aldi-Gründer Familie Albrecht
Filialen weltweit 11.000
Sortiment von Aldi Lebensmittel, Drogerieartikel, Non-Food-Artikel, Aktionsware

Ukraine-Krieg schlägt auf Getränkemarkt durch – Lieferengpässe für Glasflaschen droht

Dass sich eine Supermarkt-Kette weigert, Produkte nach einem Preisantieg weiter zu vertreiben, ist keine Seltenheit. Rund ein halbes Jahr lang suchten Edeka-Kunden Pepsi-Produkte vergeblich im vergangenen Winter. Auch andere Lebensmittel, die vom Mutterkonzern Pepsico vertrieben werden, blockierte die Kette damals. Gegen die Preiserhöhung des Konkurrenten Coca-Cola ging Edeka sogar gerichtlich vor und gewann den Prozess.

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Ob die beliebte "Coke" im kommenden Winter so verfügbar sein wird, wie die Deutschen es seit Endes des Zweiten Weltkriegs gewöhnt sind, ist aufgrund der russischen Invasion nicht sicher. Denn die Produktion der Glasflaschen findet in der Ukraine statt. Derzeit dementiert der US-Konzern, dass es zu einem Lieferengpass kommen könnte. Den Start für den neuen Sixpack mit sechs 0,33-Liter-Glasflaschen musste der Konzern dennoch vom zweiten ins vierte Quartal verschieben.

Dieser Artikel erschien zuerst auf morgenpost.de.