Corona

Long Covid: Lauterbach sieht "endlich Licht im Tunnel"

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Miguel Sanches
Corona: Forscher arbeiten an Nasenspray-Impfstoff

Corona: Forscher arbeiten an Nasenspray-Impfstoff

Eine Impfung ohne Pieks, sondern mit Nasenspray: Daran forschen derzeit mehrere Wissenschaftler. Ein Projekt wird jetzt finanziell vom Bund unterstützt.

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Ein auffälliger Messwert bringt Forscher auf die Spur: Long Covid zweifelsfrei zu diagnostizieren? Patienten wünschen sich Klarheit.

Berlin. Long Covid ist ein Rätsel. Auch für Forscherinnen wie Akiko Iwasaki. Nach wie vor gebe es zur Entwicklung der Folgekrankheit einer Corona-Infektion "mehrere Hypothesen", erklärt sie. Die Immunologin von der Yale University ist aber seit Tagen "sehr aufgeregt", wie sie auf Twitter schrieb. Die Wissenschaftler haben bei der Diagnostik womöglich einen Durchbruch erzielt. Das liegt an einen bestimmten Stoff – und an unerwarteten Messwerten.

Iwasakis Team hat im Blut von Long-Covid-Patienten durchweg niedrige Cortisolwerte gefunden. Das können sich die Forscher nicht gut erklären. Am niedrigen Spiegel des Stresshormons könnten Ärztinnen und Ärzte womöglich zweifelsfrei Long Covid diagnostizieren.

Cortisol käme demnach als Biomarker in Frage: Ein Indikator für den Long-Covid-Status. Womöglich auch für einen schweren Verlauf einer Infektion?

Viele Experten sind wie elektrisiert. Der US-Mediziner Eric Topol twitterte nach der Veröffentlichung von Iwasakis Studie, "in einer Woche haben wir mehr über Long Covid erfahren als in Monaten". Er bezieht sich ausdrücklich auf den potenziellen Biomarker.

Long Covid: Betroffene werden oft nicht ernstgenommen

Auch für Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) kommt endlich "Licht in den Long-Covid-Tunnel", wie er bei Twitter schrieb. Auch er verweist auf den Cortisolspiegel.

Die Betroffenen leiden oft über Wochen oder Monate unter anhaltenden Symptomen wie Müdigkeit, Kopfschmerzen, Erschöpfung, Konzentrations- und Schlafstörungen. Für diese Menschen wäre ein eindeutiger Nachweis schon deswegen relevant, weil sie sich nicht länger anhören müssten, dass sich ihre Beschwerden einbilden. Dann wäre klar, dass sie real sind und eine biologische Basis hätten, so Iwasaki.

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Die Forscherin verhehlt allerdings nicht die Grenzen der Aussagekraft der Studie: Die Validierung stehe noch aus. Es ist nur ein so genannter Preprint. Er muss erst noch von unabhängigen Fachleuten überprüft werden.

Long Covid: Datenbasis der Studie noch zu dünn?

Auch umfasst sie nur die Befunde von gut 200 Probanden. Bei 99 war Long Covid diagnostiziert worden (sie litten seit über einem Jahr darunter). Die Vergleichsgruppen bestanden aus gesunden Menschen, die nicht mit Corona angesteckt wurden, teils eine Infektion durchgemacht hatten, teils sogar noch ungeimpft waren.

Nach wie vor gibt es viele Vermutungen über Long Covid: Verbleibt das Virus über eine längere Zeit im Körper? Löst es eine Autoimmunreaktion aus?

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Dieser Artikel erschien zuerst auf morgenpost.de.