Trauerfall

Olivia Newton-John: "Grease"-Star mit 73 Jahren gestorben

| Lesedauer: 6 Minuten
Barbara Barkhausen
"Grease"-Darstellerin: Trauer um Olivia Newton-John

"Grease"-Darstellerin: Trauer um Olivia Newton-John

"Grease"-Darstellerin Olivia Newton-John ist im Alter von 73 Jahren gestorben. Die britisch-australische Sängerin und Schauspielerin hatte 30 Jahre lang gegen Brustkrebs gekämpft. Trauernde Fans versammeln sich auf dem Walk of Fame in Los Angeles. Auch John Travolta, ihr Filmpartner in "Grease", reagiert auf ihren Tod.

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Sie war Sängerin, Schauspielerin, Songwriterin. Durch „Grease“ wurde sie berühmt. Nun ist Olivia Newton-John mit 73 Jahren gestorben.

Berlin. Olivia Newton-John ist am Montag im Alter von 73 Jahren auf ihrer Ranch in Kalifornien gestorben. Die beliebte australische Sängerin und Schauspielerin hatte über Jahrzehnte mit verschiedenen Krebsdiagnosen gekämpft. Zahlreiche Hollywood-Stars brachten ihre Trauer auf sozialen Medien zum Ausdruck. Auch ihre Fans schickten unzählige Beileidsbekundungen.

Wie beliebt sie war, macht ein Blick auf die sozialen Medien deutlich. John Travolta, ihr Co-Star aus dem Film "Grease", mit dem Newton-John einst weltberühmt wurde, schrieb auf Instagram: "Meine liebste Olivia, du hast unser aller Leben so viel besser gemacht." Sie habe eine unglaubliche Wirkung auf ihre Mitmenschen gehabt. "Ich liebe dich so sehr."

Die australische Sängerin Kylie Minogue teilte auf Twitter ein Schwarz-Weiß-Foto von sich mit Newton-John. "Seit ich zehn Jahre alt war, habe ich Olivia Newton-John geliebt und zu ihr aufgeschaut", schrieb sie. "Sie war und wird in vielerlei Hinsicht eine Inspiration für mich sein."

Newton-John gestorben: Australien trauert

Auch in Newton-Johns Heimatland Australien war die Trauer über den Tod der Schauspielerin und Sängerin, die sich sehr für die Krebsforschung und Umweltthemen engagiert hat, groß. Der staatliche Sender ABC eröffnete am Dienstagmorgen einen Live-Blog und veröffentlichte darin auch die Botschaften, die zahlreiche Australier an den Sender schickten.

"Ich habe meine Puppe Jolene getauft, ich trug Beinwärmer und tanzte zu 'Physical' herum, ich fuhr zu ‚Xanadu‘ mit Rollschuhen durch meine Garage, ich kannte alle Wörter und Moves der 'Grease'-Songs, mir kamen die Tränen, wenn ich 'Sam, Sam, du weißt schon wo' mitsang", schrieb eine Australierin. Sie habe so viele Erinnerungen an die einstigen Hits von Newton-John. Und: "Ich werde dir heute im Auto zuhören."

Der australische Premierminister Anthony Albanese brachte seine Trauer auf Twitter zum Ausdruck. Auch er postete ein Foto mit dem Star: Newton-John sei von dem Moment an, als er sie gesehen habe, "eine warme, beständige Präsenz" gewesen und ihre Stimme gehöre für ihn einfach zur australischen Musikszene dazu.

Während ihrer fünf Jahrzehnte spannenden Karriere verkaufte die Sängerin, die auch eigene Lieder schrieb, etwa hundert Millionen Platten und gewann vier Grammys. Vor allem sei Newton-John aber "eine wunderbare, großzügige Person" gewesen, so Albanese. "Ich hatte das Privileg, Olivia 2019 kennenzulernen", schrieb er in einem zweiten Post. Die Arbeit, die sie in ihrem Krebsforschungszentrum geleistet habe, sei wichtig und inspirierend gewesen. "Ihr Vermächtnis wird weiterleben, in ihrer Musik, ihren Filmen und ihrer Entschlossenheit, dass wir eines Tages ein Heilmittel für Krebs finden werden. Wir werden sie so sehr vermissen."

Olivia Newton-John: Krebs immer wieder besiegt

Olivia Newton-John hatte über die Jahrzehnte mit mehreren Krebsdiagnosen gekämpft. Im Januar 2019 behauptete das amerikanische Medium "Radar Online" sogar schon einmal, Newton-John liege im Sterben und habe nur noch wenige Wochen zu leben. Damals postete die Schauspielerin ein Video auf sozialen Medien, in dem sie in Anlehnung an ein berühmtes Zitat des amerikanischen Schriftstellers Mark Twain scherzte: "Ich möchte nur sagen, dass die Gerüchte über meinen Tod stark übertrieben wurden."

Tatsächlich kämpfte Newton-John damals zum wiederholten Mal gegen Brustkrebs. Ein Vierteljahrhundert zuvor hatte sie die Diagnose zum ersten Mal erhalten und die Krankheit zunächst besiegt. 2017 wurde sie dann erneut mit Krebs diagnostiziert und musste eine Tournee in den USA und Kanada absagen. Der schwerste Rückschlag erfolgte dann im September 2018, als festgestellt wurde, wie weit der Brustkrebs mit Metastasen fortgeschritten war.

Newton-John: Krebsdiagnose machte sie zur Aktivistin

Olivia Newton-John hatte sich nie durch ihre Krebsdiagnosen definieren lassen. Vielmehr war die Sängerin und Schauspielerin zur Aktivistin geworden. Sie hatte stets offen über ihre Krankheit gesprochen, um andere auf Symptome aufmerksam zu machen und um gegen Stigma anzukämpfen. "Mit Brustkrebs 1992 diagnostiziert zu werden, hat meine Einstellung für immer verändert", sagte sie in einem Interview mit dem Guardian 2008. Sie nannte ihre Brustamputation "eine sehr emotionale Sache", die aber physisch "kein großes Ding" gewesen sei. "Eine Menge Frauen drehen durch, wenn sie eine Brust verlieren oder die Operation durchstehen müssen, weil es soviel von dem ausmacht, was sie sind", sagte Newton-John. "Aber ich habe immer gesagt, dass man nicht die Summe seiner Brüste ist."

Unter anderem ließ sich die Australierin in dem nach ihr benannten "Olivia Newton-John Cancer Wellness and Research Centre" in Melbourne behandeln. In der australischen Stadt war die Künstlerin, die in Großbritannien geboren wurde und einen britischen Vater und eine deutsche Mutter hat, aufgewachsen, nachdem ihre Familie nach Australien ausgewandert war. Das Krebszentrum postete am Dienstag ebenfalls einen Tribut für die 73-Jährige. "Olivia berührte das Leben vieler Menschen in Australien und der ganzen Welt", hieß es auf Facebook. Ganz besonders habe sie die Mitarbeiter und Patienten in dem Krebszentrum "ermutigt, inspiriert und unterstützt". "Wir sind unglaublich dankbar für die besondere Beziehung, die wir über viele Jahre mit Olivia hatten." Sie habe das Leben von Tausenden Krebspatienten verändert. "Sie war für viele, viele Menschen das Licht am Ende des Tunnels."

Olivia Newton-John hinterlässt ihren zweiten Ehemann, John Easterling, den sie 2008 heiratete, und ihre Tochter Chloe aus erster Ehe.

Dieser Artikel erschien zuerst auf morgenpost.de.