Archäologie

Italien: Deshalb wird Pompeji von einem Roboterhund bewacht

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Micaela Taroni
So groß wie ein Golden Retriever: Dieser Roboterhund ist neuerdings in den Steingassen der Ruinenstadt Pompeji unterwegs.

So groß wie ein Golden Retriever: Dieser Roboterhund ist neuerdings in den Steingassen der Ruinenstadt Pompeji unterwegs.

Foto: Andreas Solaro / AFP

Italien-Touristen lieben Roboterhund „Spot“, der nun in der Ruinenstadt Pompeji herumläuft. Er soll unerlaubte Grabungen aufspüren.

Rom. Der schwarz-gelbe Vierbeiner heißt „Spot“ und ist in Pompeji bereits nach wenigen Tagen zur neuen Attraktion geworden: Der neue Roboterhund stakst im Schatten des Vesuvs zwischen antiken Mosaiken und verfallenen Patriziervillen umher, während die Besucher der archäologischen Stätte seinen Weg durch das unebene Gelände fasziniert beobachten.

Doch das spinnenartige Techniktier ist nicht deshalb in den Ruinen der vor 2000 Jahren bei einem Vulkanausbruch verschütteten Stadt unterwegs, um Touristen zu erfreuen. Mit einer Kamera anstelle der Augen und einem starken Scheinwerfer, der dunkelste Ecken erleuchtet, hat „Spot“ eine wichtige Aufgabe.

Er unterstützt die Parkverwaltung dabei, das weitläufige Gelände am Golf von Neapel in Italien im Auge zu behalten und Daten zu sammeln, die für die Planung von Restaurierungs- und Erhaltungsarbeiten nützlich sein können. Begleitet wird er oft von einer speziellen Drohne, die in der Lage ist, 3D-Scans des überflogenen Gebiets zu erstellen.

Italien: Roboterhund sucht in Pompeji Geheimtunnel

Das per Tablet fernsteuerbare Teil ist so groß wie ein Golden Retriever und wirkt wie eine Kreuzung aus Hund und Insekt. Es solle insbesondere in unterirdischen Bereichen zum Einsatz kommen, wenn der Zutritt für Mitarbeiter zu gefährlich ist, sagt der in Baden-Württemberg geborene Pompeji-Direktor Gabriel Zuchtriegel (40).

Etwa in Tunneln, die im Laufe der Jahrhunderte von Grabräubern ausgehoben wurden, um Artefakte und antike Gegenstände zu stehlen. Außerdem soll der Hund unerlaubte Grabungen ausfindig machen, die laut Zuchtriegel „in der Region leider immer noch stattfinden“. „Spot“ werde „den Menschen nicht ersetzen, aber er kann uns die Arbeit sehr erleichtern“.

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Der Roboter wiegt etwa 40 Kilo und ist dazu fähig, sich 90 Minuten lang entlang einer vordefinierten Route autonom zu bewegen, wobei er Hindernissen selbstständig ausweicht. Er kann bis zu 14 Kilo Ausrüstung tragen und bewegt sich mit einer respektablen Geschwindigkeit von 5,7 Stundenkilometern über Stock und Stein. Der von der auf Roboter spezialisierten US-Firma Boston Dynamics entwickelte Hund ist nicht billig. Etwa 70.000 Euro muss hinblättern, wer sich seine Dienste sichern will.

In Pompeji wird er versuchsweise getestet. Zuchtriegel hat sich noch nicht entschieden, ob er den Hund erwerben will. „In der Technologiebranche“, sagt er, „gibt es so schnelle Veränderungen, dass sich ein Kauf manchmal nicht lohnt.“

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Dieser Artikel erschien zuerst auf morgenpost.de.