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Corona: Fallzahlen steigen stark – Inzidenz bei über 600

| Lesedauer: 49 Minuten
Omikron-Variante: Die Sommerwelle ist da

Omikron-Variante: Die Sommerwelle ist da

Die Sommerwelle ist schon da, sagt Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD). Die Omikron-Variante BA.5 breitet sich trotz heißer Sommertage hierzulande rasant aus.

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Deutschland erlebt anders als 2021 keinen weitgehend coronafreien Sommer. Das RKI meldet deutlich gestiegene Zahlen. Mehr im Blog.

Berlin. 
  • In Berlin steht ein Handwerker vor Gericht, der bei Corona-Krawallen am Reichstagsgebäude Polizisten angegriffen haben soll
  • Kultusminister fordern längere Laufzeit und weitere 500 Millionen Euro für schulisches Förderprogramm nach Corona
  • Das RKI meldet am Freitag erneut eine stark gestiegene Inzidenz
  • Besser übertragbare Omikron-Sublinien treiben die Corona-Sommerwelle an
  • Es kommt vermehrt zu Ausbrüchen in Pflegeheimen und auch wieder steigenden Patientenzahlen auf Intensivstationen
  • Dieser Blog ist geschlossen. Weitere Corona-News finden Sie in unserem neuen Blog.

Berlin. Mehr erfasste Fälle, mehr Ausbrüche in Pflegeheimen und auch wieder steigende Patientenzahlen auf Intensivstationen: Besser übertragbare Omikron-Sublinien treiben die Corona-Sommerwelle in Deutschland an. Wie erwartet worden war, ist der Erreger BA.5 nun auch nach offiziellen Daten vorherrschend in Deutschland. Der Anteil in einer Stichprobe liege bei 50 Prozent, geht aus dem Wochenbericht des Robert Koch-Instituts (RKI) zu Covid-19 von Donnerstagabend hervor.

Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt erneut, das RKI hat sie am Freitagmorgen mit 618,2 angegeben. Am Vortag hatte der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche bei 532,9 gelegen. Die Gesundheitsämter meldeten dem RKI 108.190 Corona-Neuinfektionen (Vorwoche: 28.118) und 90 Todesfälle (Vorwoche: 19) innerhalb eines Tages. Allerdings sind die Werte der Vorwoche wegen eines Feiertags (Fronleichnam) in mehreren Bundesländern wenig aussagekräftig.

Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus – vor allem deshalb, weil bei weitem nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen. Nur positive PCR-Tests zählen in der Statistik.

Corona-News von Freitag, 24. Juni: Mann steht nach Krawallen am Reichstagsgebäude vor Gericht

12.13 Uhr: Fast zwei Jahre nach Krawallen am Reichstagsgebäude steht in Berlin ein Mann vor Gericht, der damals Polizisten beleidigt und angegriffen haben soll. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Beleidigung, versuchte Körperverletzung sowie Widerstand und tätlichen Angriff auf Vollstreckungsbeamte vor. Der 49-Jährige habe am 29. August 2020 einer Gruppe von etwa 1000 Menschen angehört, die sich nach einer Demonstration gegen Corona-Maßnahmen vor dem Reichstagsgebäude versammelt hatte. Einige von ihnen stürmten auf die Treppe des Bundestags. Dem Angeklagten wird das nicht vorgeworfen.

Das Amtsgericht Tiergarten hatte im September 2021 einen Strafbefehl gegen den Mann erlassen. Danach sollte der selbstständige Handwerker eine Geldstrafe von 1800 Euro zahlen. Dies hält der 49-Jährige jedoch nicht für gerechtfertigt und legte Einspruch ein, sodass es nun zur Verhandlung kam. Er selbst bestreitet, Polizisten angegriffen zu haben.

Kultusminister fordern 500 Millionen Euro für schulisches Förderprogramm nach Corona

11.08 Uhr: Die Kultusminister der Länder haben die Bundesregierung aufgefordert, zuästzlich zur bereits bewilligten Milliarde Euro weitere 500 Millionen Euro für das Förderprogramm "Aufholen nach Corona für Kinder und Jugendliche" bereitzustellen. Die Schulschließungen der vergangenen Jahre hätten zu gravierenden Auswirkungen auf die psychische wie physische Gesundheit und den Lernerfolg von Kindern und Jugendlichen geführt, beklagte die Kultusministerkonferenz in Berlin.

Bund und Länder müssten gemeinsam zügig an Maßnahmen zur Überwindung von Lernrückständen arbeiten. Das bisherige Programm läuft Ende des nächsten Schuljahres aus.

Corona-Impfungen retteten im ersten Jahr knapp 20 Millionen Menschenleben

2.33 Uhr: Impfungen gegen das Coronavirus haben einer Studie zufolge im ersten Jahr ihres Einsatzes weltweit rund 20 Millionen Menschenleben gerettet. Laut der am Freitag im Fachmagazin "The Lancet Infectious Diseases" veröffentlichten Modellierung wurden zwischen Dezember 2020 und Dezember 2021 von potenziell 31,4 Millionen Todesfällen 19,8 Millionen durch Impfungen verhindert. Das entspricht einer Reduzierung um 63 Prozent.

Die Autoren der Studie untersuchten Daten aus 185 Ländern und Territorien. Verwendet wurden offizielle Zahlen oder Schätzungen zur Zahl der Corona-Toten sowie Statistiken zur Übersterblichkeit in jedem Land. Verglichen wurde dies mit einem hypothetischen Alternativszenario, bei dem es keine Impfungen gibt. Bei der Modellierung wurden unter anderem die unterschiedlichen Impfquoten und die Wirksamkeit der in verschiedenen Ländern eingesetzten Impfstoffe berücksichtigt.

Corona-News von Donnerstag, 23. Juni: Drosten befürchtet nach Sommerferien sehr hohe Corona-Zahlen

22.12 Uhr: Der Virologe Christian Drosten rechnet nach den Sommerferien in Deutschland mit einer sehr hohen Zahl an neuen Corona-Fällen. "Ich hoffe, dass die Schulferien den Anstieg der Erkrankungsfälle etwas dämpfen werden. Aber ab September, fürchte ich, werden wir sehr hohe Fallzahlen haben", sagte der Leiter der Virologie-Abteilung an der Berliner Charité dem "Spiegel" in einem am Donnerstagabend veröffentlichten Interview. Wenn nichts getan werde, werde es im Arbeitsleben "sehr viele krankheitsbedingte Ausfälle" geben.

"Wir sehen tatsächlich schon wieder einen exponentiellen Anstieg der Fallzahlen", warnte Drosten. "Die BA.5-Variante ist einfach sehr übertragbar, und die Menschen verlieren gleichzeitig ihren Übertragungsschutz aus der letzten Impfung." In anderen Ländern sehe man, dass bei sehr hohen Fallzahlen auch die Hospitalisierungs- und Todeszahlen wieder anstiegen. "Das wird auch bei uns leider so sein. Insgesamt werden aber viel weniger Menschen schwer erkranken und sterben als noch 2021."

Er glaube nicht, dass man zum Jahresende den Eindruck haben werde, die Pandemie sei vorbei, sagte der Corona-Experte. Im Januar hatte Drosten noch die Hoffnung geäußert, dass Deutschland im Laufe des Jahres den pandemischen Zustand für beendet erklären kann. Der Virologe empfahl, eine Infektion möglichst zu vermeiden – auch wegen des Risikos von Long Covid. "Leider ist eine Infektion langfristig aber unausweichlich. Und nach und nach bildet sich tatsächlich ein schleimhautspezifischer Schutz, von dem ich annehme, dass er die Bevölkerungsimmunität insgesamt belastbarer macht."

RKI: BA.5 dominierende Corona-Variante in Deutschland

20.20 Uhr: In der Corona-Pandemie in Deutschland ist mittlerweile die Omikron-Sublinie BA.5 vorherrschend. Das Robert Koch-Institut (RKI) spricht in seinem Wochenbericht zu Covid-19 von Donnerstagabend von einem Anteil von rund 50 Prozent. Diese Daten beziehen sich allerdings auf die vorvergangene Woche. Aktuell ist von höheren Werten auszugehen.

Außerdem verzeichnet das RKI einen weiteren Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenz und einen leicht zunehmende Belastung des Gesundheitsversorgungssystems. Dies betreffe insbesondere die Intensivmedizin, hieß es.

Wie aus dem Divi-Intensivregister hervorgeht, steigt die Zahl dort behandelter Corona-Infizierter seit einigen Tagen wieder an: nach gut 600 Patienten zu Monatsbeginn waren es mit Stand Donnerstag 810.

Corona-Experte: Masken tragen und Abstand halten gegenwärtig unnötig

19.11 Uhr: Trotz gestiegener Corona-Fallzahlen in diesem Sommer sieht der Experte Klaus Stöhr derzeit keinen Grund für verschärfte staatliche Alltagsbeschränkungen. "Um es ganz klar zu sagen: Masken tragen und Abstand halten ist gegenwärtig nicht notwendig“, sagte er in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview von Ippen Media. Es gebe zum einen keine Anzeichen für eine Überlastung des Gesundheitswesens. Zum anderen schöben die Maßnahmen nur die Infektionen nach hinten. "Verhindern wird man sie sowieso nicht. Damit steigt die Gefahr, dass der Peak im Winter größer wird“, sagte der Wissenschaftler, der dem Sachverständigenausschuss zur Beurteilung der Corona-Beschränkungen angehört.

Weiter kritisierte Stöhr Datenlücken hierzulande. So sei unklar, welche Altersgruppen oder Bevölkerungsschichten noch nicht geimpft oder durch überstandene Infektionen natürlich immunisiert seien. "Wenn das durch Studien erkannt wäre, könnte man eine gezielte Impfkampagne beginnen. Andere Länder wissen besser Bescheid.“

EU einigt sich auf mehr Zusammenarbeit in Gesundheitskrisen

18.20 Uhr: In Gesundheitskrisen wie der Corona-Pandemie wird auf EU-Ebene künftig deutlich enger zusammengearbeitet. Unterhändler der EU-Staaten und des Europaparlaments einigten sich am Donnerstag auf eine verstärkte Kooperation über Landesgrenzen hinweg. Dazu soll die EU-Kommission erstmals dazu in der Lage sein, einen EU-weiten Gesundheitsnotstand auszurufen und damit ein koordiniertes Vorgehen etwa beim Kauf und der Lagerung von wichtigen Gütern auszulösen.

Die Einigung vom Donnerstag ist Teil eines Pakets für eine "Gesundheitsunion", das der EU deutlich mehr Kompetenzen in Gesundheitsfragen verschafft als noch vor der Pandemie. Die Befugnisse der EU-Gesundheitsbehörden ECDC und EMA wurden in den vergangenen Monaten bereits ausgeweitet, zudem wurde die neue Behörde Hera zur Vorsorge von Gesundheitskrisen geschaffen.

Konkret sieht die Einigung nach Angaben des Europaparlaments vor, dass insbesondere benachbarte Regionen und auch die EU-Behörden in Gesundheitskrisen enger zusammenarbeiten. Zudem soll eine Übersicht über Lagerbestände und Kapazitäten zur Produktion bestimmter Medizinprodukte entstehen. Auch die Vorbereitung auf Gesundheitskrisen auf EU- und nationaler Ebene wird verstärkt.

EU-Arzneimittelbehörde lässt Corona-Impfstoff von Valneva zu

17.30 Uhr: Die EU-Arzneimittelbehörde EMA hat den Corona-Impfstoff des französisch-österreichischen Unternehmens Valneva zugelassen. Das Vakzin könne bei Menschen zwischen 18 und 50 Jahren angewendet werden, teilte die EMA am Donnerstag mit. Damit sind in der EU nun sechs Impfstoffe gegen das Coronavirus verfügbar. Großbritannien hatte den Impfstoff bereits Mitte April zugelassen.

Der Totimpfstoff von Valneva enthält für die Immunisierung abgetötete Bestandteile des Coronavirus. Damit nutzt er eine ähnliche Technologie wie klassische Grippe-Impfstoffe und soll in normalen Kühlschränken gelagert werden können.

Die EU-Kommission hat 60 Millionen Dosen bei dem Hersteller bestellt. Die Belieferung der EU-Länder könnte nun beginnen.

Lesen Sie auch: Coronavirus – Welche Regeln gelten diesen Herbst?

EU-Arzneimittelbehörde: Nuvaxovid-Impfstoff schon ab 12 Jahre

17.22 Uhr: Mit dem Corona-Impfstoff des US-Herstellers Novavax können künftig auch Menschen ab 12 Jahre geimpft werden. Die Erweiterung der Zulassung haben die Experten der EU-Arzneimittelbehörde EMA am Donnerstag in Amsterdam empfohlen. Der Impfstoff ist in der EU bereits für Menschen ab 18 Jahre zugelassen.

Der Novavax-Impfstoff (Nuvaxovid) wird auch bei Jugendlichen in zwei Dosen gespritzt, im Abstand von etwa drei Wochen. Er hat den Studien zufolge einen Infektionsschutz von etwa 80 Prozent. Wie stark er allerdings bei der sehr ansteckenden Omikron-Variante wirkt, ist unklar.

Eine Versuchsreihe mit etwa 2200 12- bis 17-Jährigen ergab nach Angaben der EMA, dass der Impfstoff ebenso stark wirksam ist wie bei Menschen von 18 bis 25 Jahre. Nebenwirkungen seien in den meisten Fällen milde: Darunter sind Kopf- und Muskelschmerzen, Übelkeit und Schmerzen an der Einstichstelle. Fieber trete bei Jugendliche aber etwa häufiger auf als bei Erwachsenen. Aber auch dies halte höchstens einige Tage an.

Das Präparat enthält winzige Partikel aus einer im Labor hergestellten Version des Spike-Proteins von Sars-CoV-2. Sie sollen dafür sorgen, dass der Köper selbst die Produktion von Antikörpern und T-Zellen gegen das Virus ankurbelt.

Gesundheitsminister wollen Corona-Kurs für Herbst vorbereiten

14.42 Uhr: Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern wollen Vorbereitungen für eine wieder kritischere Corona-Lage im Herbst und Winter treffen. Es müsse mit einer schweren Welle gerechnet werden, sagte Bundesminister Karl Lauterbach (SPD) am Donnerstag in Magdeburg nach zweitägigen Beratungen. In der umstrittenen Frage des weiteren Angebots kostenloser Bürgertests wurde noch kein fertiges Konzept präsentiert. Es solle ein Paket vorgelegt werden, das er noch mit Finanzminister Christian Lindner (FDP) finalisiere, sagte Lauterbach.

Der Gesundheitsminister betonte, dass Bürgertests aus seiner Sicht auch über die bisherige Regelung bis Ende Juni hinaus "unbedingt notwendig" seien. Es müsse aber nicht mehr jeder Bürgertest gemacht werden, Tests ohne Anlass sollten eingeschränkt werden. Lauterbach verwies auch auf eine Vorgabe des Haushaltsausschusses des Bundestags, dass sich die Länder an der bisher nur vom Bund getragenen Finanzierung beteiligen sollen.

Corona-Impfpflicht in Österreich wird abgeschafft

14.20 Uhr: Die Corona-Impfpflicht in Österreich wird abgeschafft. Das teilte Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) am Donnerstag in Wien mit. Das Gesetz lag zuletzt ohnehin auf Eis. "Die Impfpflicht bringt niemanden zum Impfen", sagte Rauch. Die Impflicht wurde Ende 2021 verkündet und galt ab Februar. Sie wurde von allen Parlamentsparteien bis auf die rechte FPÖ unterstützt. Österreich war damit Vorreiter in der EU. In anderen Ländern gab es nur altersspezifische Vorschriften. Ursprünglich war in Österreich geplant, ab 15. März allen, die sich weigern, eine Geldstrafe von bis zu 3600 Euro anzudrohen. Doch schon Anfang März hatte sich eine Abkehr von der Impfpflicht angedeutet. Damals erklärte die Regierung aus konservativer ÖVP und Grünen, die Vorgabe sei bei der vorherrschenden Omikron-Variante nicht verhältnismäßig.

Die Debatte um die Impfpflicht habe tiefe Gräben unter Familien, Vereinen und in Betrieben aufgerissen, sagte Rauch. Gerade in einer Zeit, die durch viele Sorgen, massive Teuerung und den Ukraine-Krieg geprägt sei, brauche die Gesellschaft aber Solidarität. Mit Blick auf neue Corona-Wellen müsse die Bevölkerung von der Sinnhaftigkeit einer Auffrischungsimpfung überzeugt werden. "Wir bekommen das nur hin, wenn die Bereitschaft auf Freiwilligkeit fußt", sagte Rauch. Trotz der Drohung mit der Impfpflicht war das Interesse an einer Injektion seit Jahresbeginn deutlich zurückgegangen. Seit März herrscht eine besonders ausgeprägte Flaute bei den Impfstationen.

Spatenstich für erste Corona-Impfstoffproduktionsstätte von Biontech in Afrika

13.15 Uhr: Das Mainzer Biotechnologie-Unternehmen Biontech hat in Ruanda mit dem Bau seiner ersten Corona-Impfstoff-Produktionsstätte in Afrika begonnen. An dem Spatenstich in der ruandischen Hauptstadt Kigali beteiligten sich am Donnerstag Staatschef Paul Kagame, weitere Staats- und Regierungschefs sowie Biontech-Chef Ugur Sahin und der Chef der Weltgesundheitsorganistion (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) sowie EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen meldeten sich per Video zu Wort.

Scholz sagte in seiner auf Englisch gehaltenen Ansprache, Impfungen seien ein Segen und die Corona-Pandemie habe die Welt daran erinnert, "worin dieser Segen liegt". Der nun beginnende Aufbau von Biontech-Produktionsstätten in Afrika werde die Versorgung des Kontinents mit Impfstoffen "bedeutend“ verbessern. Für einen solchen globalen Zugang zu Impfstoffen setze sich der derzeitige G7-Vorsitzende Deutschland international ein.

Südafrika: hebt Einreisebeschränkungen und Maskenpflicht auf

10.48 Uhr: Die südafrikanische Regierung hat die Maskenpflicht und Einreisebeschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie aufgehoben. Auch Teilnehmerbeschränkungen bei öffentlichen Versammlungen seien in dem bei Touristen beliebten Land ab sofort aufgehoben, teilte die Regierung am Donnerstag mit. Grund dafür sei ein stetiger Rückgang neuer Infektionen sowie niedrige Krankenhauseinweisungen und Todesfälle, sagte Gesundheitsminister Joe Phaahla. Südafrika befindet sich am Ende seiner fünften Corona-Welle.

Bislang war das Tragen von Masken in Innenräumen, einschließlich Einkaufszentren und öffentlichen Verkehrsmitteln, obligatorisch. Bis Mittwoch mussten Reisende einen vollständigen Impfnachweis oder einen negativen PCR-Test an den Landesgrenzen vorlegen.

Bildungsministerin: Keine flächendeckende Schulschließungen mehr

8.51 Uhr: Die Corona-Pandemie hat nach den Worten von Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger drastische Folgen für die Schülerinnen und Schüler mit sich gebracht. Man sehe gravierende psychische, soziale und auch körperliche Folgen, sagte die FDP-Politikerin am Donnerstag im ARD-"Morgenmagazin". Es gebe zudem Lernrückstände und Kompetenzverlust bis zu einem halben Jahr. "Eine flächendeckende Schulschließung darf es nicht mehr geben", betonte Stark-Watzinger. Dieses Signal müsse klar gesendet werden.

Am frühen Nachmittag wollte die Ministerin mit der Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Karin Prien (CDU), den nationalen Bildungsbericht 2022 vorstellen.

Lauterbach verteidigt Pläne zu weniger Corona-Tests

8.03 Uhr: Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) verteidigt die geplante Einschränkung der bisherigen Corona-Bürgertests auf ausgesuchte Personengruppen. Aus seiner Sicht sollten unter anderem nur noch jene kostenfrei getestet werden, die Symptome haben, größere Veranstaltungen besuchen oder Krankenhäuser oder Pflegeheime betreten, sagte Lauterbach am Donnerstag im Deutschlandfunk.

"Das Testen bleibt wichtig", sagte der Minister. Doch wolle er die Teststrategie nach dem 30. Juni verändern, da die Kosten mit bis zu einer Milliarde Euro pro Monat sehr hoch seien. Zudem gebe es zahlreiche Missbrauchsfälle, und die Qualität der Tests werde höher, wenn nur Menschen mit einem erhöhten Risiko getestet würden. Bei anlasslosen Tests gebe es viele falsch positive Ergebnisse.

RKI registriert 119 360 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 532,9

5.55 Uhr: Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Donnerstagmorgen mit 532,9 angegeben. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 5.00 Uhr wiedergeben.

Am Vortag hatte der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche bei 488,7 gelegen (Vorwoche: 480,0; Vormonat: 312,1). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt 119.360 Corona-Neuinfektionen (Vorwoche: 89.142) und 98 Todesfälle (Vorwoche: 73) innerhalb eines Tages.

Grünen-Experte: "Brauchen weiter flächendeckende Testangebote"

5.20 Uhr: Die Grünen im Bundestag werben mit Blick auf den Herbst für weiterhin flächendeckend verfügbare Corona-Testangebote. "Die kostenlosen Bürgertests sind ein wirksames Instrument, um den erforderlichen Überblick über das Infektionsgeschehen zu behalten", sagte der gesundheitspolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Janosch Dahmen, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Ohne Tests befinden wir uns im Blindflug", warnte Dahmen. "Breites Testen hilft uns dabei, Menschenleben zu schützen."

Dahmen warf Kritikern vor: "Das Gerede vom anlasslosen Testen konstruiert einen Mythos." Das allgemeine Pandemierisiko sei ohnehin Anlass genug. "Wir dürfen einem wichtigen Mittel wie den Tests keine unnötigen Hürden in den Weg stellen", sagte Dahmen. "Wir brauchen mit Blick auf den Herbst weiterhin flächendeckend verfügbare Testangebote."

Dahmen schlug vor: "Wir können die Bürgertests fortsetzen und die Kosten gleichzeitig senken, indem wir die Tests nur noch von Gesundheitspersonal in Apotheken, Arztpraxen oder Sanitätsdiensten durchführen lassen." Betrug werde so unterbunden.

Corona-News von Mittwoch, 22. Juni: Lehrerverband fordert bundesweite Erfassung von pandemiebedingten Lernlücken

22.03 Uhr: Nach mehr als zwei Jahren mit pandemiebedingten Einschränkungen fordern Lehrervertreter eine bundesweite Erfassung des Lernstands in den Schulen: "Viele Schülerinnen und Schüler haben nach zweieinhalb Schuljahren in der Pandemie noch immer massive Lernrückstände", sagte Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbands dieser Redaktion. Das Aufholprogramm von Bund und Ländern habe daran bislang wenig geändert. Das liege auch daran, dass die Zusatzangebote oft nicht flächendeckend zur Verfügung stünden und gar nicht diejenigen Schüler erreicht hätten, die die Nachhilfe besonders dringend benötigen würden.

Vor dem Treffen der Kultusminister (KMK) an diesem Donnerstag und Freitag fordert der Lehrerverband deswegen konkrete Schritte: "Spätestens Anfang des nächsten Schuljahres brauchen wir bundesweit vergleichbare Lernstandserhebungen, um den Handlungsbedarf ehrlich einschätzen zu können", so Meidinger. Sinnvoll wären dazu Erhebungen in den Kernfächern Deutsch, Mathematik und der ersten Fremdsprache, möglicherweise auch in den Naturwissenschaften.

"Wichtig wäre zudem, dass diese Tests in bestimmten, für eine erfolgreiche weitere Schullaufbahn entscheidenden Klassenstufen stattfinden: Beispielsweise in der dritten, in der sechsten Klasse, in der achten und in der zehnten Jahrgangsstufe." Es gehe