Omikron-Welle

Corona: Expertenrat fordert wegen Omikron neue Maßnahmen

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Jan Dörner
Studie: FFP2-Masken schützen besser vor Omikron als vor Delta

Studie: FFP2-Masken schützen besser vor Omikron als vor Delta

Eine Studie zeigt einen großen Unterschied wie wirksam FFP2-Masken bei Omikron im Vergleich zu Delta sind.

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Die Corona-Experten erwarten Inzidenzen von mehreren Tausend, Kliniken drohe Überlastung. Die Fachleute setzen auf weitere Maßnahmen.

Berlin. Vor dem Corona-Gipfel von Bund und Ländern hat der Expertenrat der Bundesregierung vor Lockerungen gewarnt. „Das hochdynamische Infektionsgeschehen erfordert aktuell eine Beibehaltung und strikte Umsetzung der bisherigen Maßnahmen“, heißt es in einem am späten Samstagabend veröffentlichten Beschluss des 19-köpfigen Gremiums. Weitere Beschränkungen könnten angesichts der rasant steigenden Ansteckungszahlen aufgrund der Omikron-Variante des Coronavirus aber erforderlich werden.

Die Experten fordern in dem Beschluss: „Wenn in Folge eines weiteren Anstiegs der Inzidenzen kritische Marken, wie z.B. eine zu hohe Hospitalisierungsrate, erreicht werden, können weitergehende Maßnahmen zur Infektionskontrolle zukünftig notwendig werden.“

Die Bevölkerung müsse auf die potentiellen Gefahren sowohl für die Belastung der kritischen Infrastruktur in Deutschland – das sind etwa Krankenhäuser, Feuerwehr und Polizei oder die Strom- und Wasserversorgung – aber auch auf die individuelle Gefahr, die von einer Omikron-Infektion ausgehen könne, weiter hingewiesen werden.

Omikron-Welle werde langsam auf Intensivstationstationen sichtbar

Bund und Länder beraten am Montag über das weitere Vorgehen in der Pandemie. Die Ministerpräsidentenkonferenz beginnt um 14 Uhr. Durch die besonders ansteckende Omikron-Variante sind die Infektionszahlen derzeit so hoch wie noch nie seit Beginn der Pandemie.

Durch bestehende Kontaktreduktionsmaßnahmen und das „besonnene Verhalten“ der Bevölkerung sei der international beobachtete steile Anstieg der Infektionszahlen in Deutschland zwar zunächst verlangsamt worden, schreiben die Experten. Auch die Neuaufnahmen auf die Intensivstationen sinken demnach in Folge der rückläufigen Delta-Welle derzeit, „jedoch wird der Anstieg der Omikron-Welle langsam auch bei den Intensivstationsaufnahmen sichtbar“.

Expertenrat: Warnung vor Überlastung der Krankenhäuser

Die Experten warnen daher eindringlich vor einer Überlastung der Krankenhäuser: Mit einem weiteren Anstieg der Infektionszahlen sei zu rechnen. Somit seien bei weiter steigenden Inzidenzen „sehr viele Krankenhausaufnahmen“ zu erwarten, warnt das Expertengremium.

Regional fielen in Deutschland bereits an einigen Kliniken viele Mitarbeite durch Infektionen mit der Omikron-Variante und durch Quarantäne aus, vereinzelt komme es bereits zu Lieferengpässen bei medizinischen Gütern. „Unter den aktuell geltenden Kontaktbeschränkungen steigen die Inzidenzen weiter, und es ist anzunehmen, dass die medizinische Versorgung zumindest regional eingeschränkt sein wird“, heißt es in dem einstimmigen Beschluss. Dies könne „relevante Gefährdungen“ etwa bei der Versorgung von Patienten mit anderen Krankheiten, zur Folge haben.