Infektionsschutz

Corona: Was verspricht der Totimpfstoff von Bavarian Nordic?

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So funktionieren Totimpfstoffe gegen Corona

So funktionieren Totimpfstoffe gegen Corona

Die Hoffnung, mit Totimpfstoffen einige Impfskeptiker zu überzeugen, ist groß. Bald könnte die erste Zulassung für einen Totimpfstoff kommen.

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Wann kommen die nächsten Corona-Impfstoffe auf den Markt? Auch ein Kandidat aus Deutschland gilt als etwaiger Hoffnungsträger.

Berlin. 128 Impfstoffe gegen das Coronavirus befinden sich laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) derzeit noch in der Entwicklung. Darunter ist auch ein vielversprechender Kandidat aus Deutschland: „ABNCov2“ heißt das Vakzin des deutsch-dänischen Unternehmens Bavarian Nordic.

Erste Studienergebnisse stimmen die Entwickler des Impfstoffs hoffnungsvoll. Laut Hubertus Hochrein, Leiter der Forschungsabteilung von Bavarian Nordic, hat die Phase-I-Studie ergeben, dass die Zahl der neutralisierenden Antikörper nach einer Impfung mit ABNCov2 sogar höher sein könnte als beim Impfstoff Comirnaty von Biontech. Allerdings sind diese Daten noch wenig aussagekräftig, da an der damaligen Studie nur 42 Probanden teilnahmen. An ihnen wurde vor allem die Verträglichkeit und Sicherheit des Vakzins geprüft.

Totimpfstoff von Bavarian Nordic: Vielversprechende Studienergebnisse

Deutlich repräsentativer ist die aktuell laufende, zweite Phase der Untersuchungen. In der klinischen Studie werden mehrere Hundert Probanden getestet. In Berlin und Hamburg wird seit August untersucht, wie wirksam die Impfung ist und welches die optimale Dosierung sein dürfte. Auch wird geprüft, wie wirksam der Impfstoff als Booster sein könnte. Dafür wurden Personen untersucht, die bereits eine Corona-Infektion hinter sich hatten oder zu dem Zeitpunkt bereits doppelt geimpft waren.

ABNCov2 soll sich laut Bavarian Nordic in den bisherigen Untersuchungen als „hoch immunogen“ ausgezeichnet und eine „dauerhafte, hochgradige schützende Reaktion auf eine Covid-19-Infektion ausgelöst“ haben. Auch gegen die verschiedenen bisher verbreiteten Varianten wirke das Vakzin – nur an der Omikron-Variante ist der Impstoff bisher noch nicht getestet worden.

Corona-Impfstoff ABNCov2 in Studien wohl sehr gut verträglich

Zudem ruft der Impfstoff, ähnlich wie die mRNA-Impfstoffe nur selten Nebenwirkungen hervor: „Der Impfstoff war gut verträglich, es wurden keine schwerwiegenden negativen Ereignisse gemeldet. Die häufigsten Beobachtungen waren lokale Reaktionen an der Injektionsstelle, die kurz nach der Impfung zurückgingen“, heißt es in der Mitteilung des Unternehmens von Anfang Dezember.

Laut einem Bericht der Tagesschau wäre wohl ein großer Vorteil des Bavarian-Nordic-Impfstoffes, dass scheinbar nach einer ersten Grundimmunisierung mit anderen Vakzinen nur eine Booster-Dosis mit ABNCov2 von Nöten wäre, um langfristig geschützt zu sein.

Bavarian Nordic forscht weiter – Zulassung aber noch in weiter Ferne

Das Vakzin von Bavarian Nordic basiert auf virusartigen Partikeln. Wer geimpft wird, baut aus Proteinen ein Gebilde nach, das für das Immunsystem wie das Coronavirus aussieht. Der Körper reagiert auf die Corona-Impfung, als würde er einen realen Infekt abwehren und bildet so Antikörper. Steckt sich der geimpfte Mensch mit dem Coronavirus an, hat er bereits die passenden Antikörper und kann das Virus abwehren. Bei dem Vakzin handelt es sich um einen Totimpfstoff.

Bis der Booster-Impfstoff mit deutschen Wurzeln auf den Markt kommt, dürfte es aber noch lange dauern. Nach dem Ende der zweiten Studienphase soll die entscheidende Phase III Mitte 2022 mit mehreren Tausend Probanden starten. Weitere Ergebnisse der klinischen Phase-II-Studie werden im ersten Quartal des kommenden Jahres erwartet, heißt es auf der Webseite der deutsch-dänischen Firma. Das Unternehmen hofft auf die Zulassung des Impfstoffs bis 2023.

Bavarian Nordic ist ein Biotech-Unternehmen, das auf Impstoffe spezialisiert ist. Die Firma hat unter anderem einen Pockenimpfstoff für die USA entwickelt und an einem Vakzin gegen Ebola mitgearbeitet.

(bml)