Ernährung

McDonald’s wird 50 Jahre alt: Der Siegeszug des gelben M

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Jonas Erlenkämper
Nachhaltige Ernährungsformen: Rettet Veganismus die Umwelt?

Nachhaltige Ernährungsformen: Rettet Veganismus die Umwelt?

Der Veganismus wird seit Jahren als die nachhaltigste Ernährungsform wahrgenommen. Eine neue Studie aus den USA stellt diese Ansicht jetzt allerdings auf den Kopf.

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Vor 50 Jahren eröffnete das erste deutsche McDonald’s Restaurant. Johann Hovan brachte die Kette hierher und wurde damit Millionär.

Berlin. Der Mann, der den an Braten und Schnitzel gewöhnten Deutschen die Hamburger schmackhaft machte, hat seine Pioniertat nicht bereut. Johann Hovan ist heute 80 Jahre alt und lebt mit seiner Frau am mondänen Tegernsee. Big Macs und Pommes haben ihn zum Millionär gemacht. „Ist lange her“, berichtet er bescheiden am Telefon.

Vor einem halben Jahrhundert hat Hovan eine gastronomische Revolution angezettelt. Im Dezember 1971 eröffnete er in München neben dem Fußballstadion des TSV 1860 die erste deutsche McDonald’s-Filiale. Ein „echter original Hamburger“ kostete 95 Pfennig, ansonsten gab es lediglich Cheeseburger, Pommes, Cola, Limonade und Kaffee.

Hovan entdeckte McDonald's bei seinem Studium in den USA

Mitarbeiter mussten den erstaunten Kunden erst mal erklären, dass Burger ohne Messer und Gabel gegessen werden. Freunde warnten Hovan: Diese „labberigen Semmeln“ werde niemand mögen. Nun, sie lagen völlig falsch. Inzwischen gibt es zwischen Flensburg und Garmisch fast 1500 Niederlassungen mit dem großen gelben M, Tendenz weiter steigend.

Johann Hovan war der richtige Mann für die Auslandsexpansion des US-Konzerns. Der gut Englisch sprechende Bayer hatte im Mittleren Westen Wirtschaft studiert, lernte dort diese damals neue Fast-Food-Kette kennen und schnappte einen in Amerika weitverbreiteten Spruch auf: „Wer eine Lizenz von McDonald’s bekommt, bekommt die Lizenz, Millionär zu werden.“ Als er wieder in Deutschland war, bemühte er sich tatsächlich um eine Lizenz – und bekam sie, als Erster in Deutschland. Dabei aß er privat viel lieber Steaks.

In den 70ern erwacht das Interesse an internationaler Küche

Zunächst kamen vor allem hier stationierte US-Soldaten zum Essen, erst nach und nach verloren die skeptischen Deutschen ihre Scheu vor dem Lokal, das ihnen das amerikanische Lebensgefühl auf dem Kunststofftablett servierte. „In den 70er-Jahren ist das Interesse an Essen und Esskultur und auch an internationaler Küche erwacht“, erklärt die Leiterin des Bundeszen­trums für Ernährung, Margareta Büning-Fesel.

„Deswegen gab es auch eine große Offenheit für Fast Food und Fertiggerichte.“ Der Siegeszug hält an, auch wenn Kritiker die Kette wegen ihres fettigen, in lauter Plastik und Pappe verpackten Angebots und ihrer vielen Standorte für den obersten Volksvergifter und Umweltverpester halten. McDonald’s ist längst der größte Systemgastronom der Welt.

Immer weniger Menschen kochen regelmäßig

„Der Anteil des Fast Food hat in den vergangenen fünf Jahrzehnten dramatisch zugenommen“, sagt der Ernährungswissenschaftler Hans Hauner von der TU München. „Bratwurst, Döner, Hamburger, Pizzen oder in Bayern auch die Leberkassemmel. Nur in 40 Prozent der Haushalte wird noch einigermaßen regelmäßig gekocht.“

Johann Hovan hat später weitere Filialen in Bayern übernommen, der Heißhunger auf Hamburger hat ihm ein reiches Leben ermöglicht. „Mittlerweile habe ich alle verkauft“, erklärt er. Das Restaurant neben dem Münchner Fußballstadion gibt es immer noch. Nur die Speisekarte ist gewachsen – und der Hamburger-Preis natürlich.