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Corona: Spahn will allen Bürgern Booster-Impfung anbieten

| Lesedauer: 79 Minuten
Viele junge Menschen fragen sich, wann sie die Booster-Impfung gegen Corona bekommen können. (Symbolbild)

Viele junge Menschen fragen sich, wann sie die Booster-Impfung gegen Corona bekommen können. (Symbolbild)

Foto: imago images/Westend61

Jens Spahn will allen Bürgern, deren Impfung mehr als ein halbes Jahr zurück liegt, eine Auffrischung anbieten. Mehr im Blog.

  • Gesundheitsminister Spahn will künftig jedem Bürger eine Booster-Impfung anbieten
  • Der Sozialverband VdK fordert eine Testpflicht für Kliniken und Pflegeeinrichtungen
  • Das RKI hat erstmals wieder eine leicht gesunkene Inzidenz gemeldet, vermutet wird ein besonderer Effekt
  • Die Stiko will in den nächsten Wochen über eine Booster-Empfehlung für alle entscheiden
  • Mittlerweile sind weltweit fünf Millionen Menschen durch eine Infektion mit dem Coronavirus gestorben
  • Dieser Newsblog wird nicht mehr aktualisiert. Alle neuen Meldungen finden Sie im aktuellen Newsticker.

Berlin. Die vierte Corona-Welle rollt, fast alle Parameter sind diesen Herbst bereits jetzt höher als vor einem Jahr - und der Winter kommt erst noch. Zwar sind inzwischen zwei Drittel der Bevölkerung vollständig geimpft, doch für Ungeimpfte ist das Risiko hoch. Um die Pandemie einzudämmen, wäre laut Robert Koch-Institut (RKI) eine Impfrate von 85 bis 90 Prozent bei über Zwölfjährigen nötig - ergänzt durch Auffrischungen.

Der starke Anstieg der Corona-Fallzahlen heizt die Diskussion über raschere Auffrischungsimpfungen vor dem Winter an. Bund und Länder sollten darüber bei einem Gipfel beraten, forderten am Wochenende sowohl Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und CSU-Chef Markus Söder als auch SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach. Die Sorge vor einer erneuten Überlastung der Krankenhäuser wächst. In einer Beschlussvorlage des Gesundheitsministers für die nächste Bund-Länder-Konferenz plädiert Spahn dafür, jedem Bürger eine Booster-Impfung anzubieten.

Interaktive Grafik: Corona-Inzidenzen nach Alter

In Thüringen sind am Samstag verschärfte Corona-Regelungen in Kraft getreten. Unter anderem sind mit der neuen Verordnung des Landes das 2G- oder 3G-plus-Modell auch für Restaurants, Gaststätten und religiöse Zusammenkünfte ausgeweitet worden. In Baden-Württemberg könnte schon kommende Woche die sogenannte Warnstufe ausgerufen werden. Ungeimpfte und Nicht-Genesene müssten dann in vielen Bereichen PCR-Tests vorweisen. Auch Bayern plant Corona-Verschärfungen.

RKI meldet aktuelle Corona-Zahlen

Die Gesundheitsämter meldeten dem RKI bis Dienstagmorgen 10.813 Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland liegt bei 153,7 - gegenüber 154,8 am Vortag. Am Montag hatte das RKI die Zahlen mit Verzögerung gemeldet. Lesen Sie dazu: Corona in Deutschland: Fallzahlen und Hospitalisierungsrate

Corona-News von Dienstag, 2. November: Ende des Newsblogs

15.33 Uhr: Dieser Ticker wird nicht mehr aktualisiert. Alle neueren Meldungen finden Sie im aktuellen Newsblog.

Tägliche Testpflicht für ungeimpfte Mitarbeiter von Kliniken in Rheinland-Pfalz

14.11 Uhr: Für ungeimpfte Mitarbeiter von Krankenhäusern und Heimen in Rheinland-Pfalz gilt ab dem kommenden Montag eine tägliche Corona-Testpflicht. Damit sollten besonders gefährdete Menschen angesichts steigender Inzidenzen wieder besser geschützt werden, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) am Dienstag nach einer Sitzung ihres Landeskabinetts in Mainz. Die Regelung gelte für Kliniken, Pflegeheime und ähnliche Einrichtungen.

"Mit einer täglichen Testpflicht für ungeimpfte Personen in diesen Einrichtungen werden wir für zusätzliche Sicherheit sorgen", erklärte Dreyer. Das Kabinett beschloss nach ihren Angaben außerdem, das Angebot an sogenannten Boosterimpfungen "massiv auszubauen". Pflegeeinrichtungen erhielten hierbei Unterstützung, zudem würden alle über 70-Jährigen im Land schriftlich aufgefordert.

Lauterbach: Impfpflicht nur bei hohen Ungeimpftenzahlen unter Pflegekräften denkbar

13.31 Uhr: Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach hat sich nur im Falle von zu hohen bundesweiten Ungeimpftenzahlen bei Mitarbeitenden in Pflegeeinrichtungen für eine Impfpflicht ausgesprochen.

"Wenn die Quote zu hoch ist und wir mehr Ausbrüche sehen, dann müssen wir tatsächlich überlegen, ob wir eine Impfpflicht dort einführen", sagte Lauterbach am Dienstag im ARD-Mittagsmagazin. Um eine solche Entscheidung in Erwägung zu ziehen, müssten aber bundesweit präzise Impfquoten aus den Einrichtungen vorliegen. "Zum jetzigen Zeitpunkt wissen wir nicht, ob tatsächlich viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Pflegeeinrichtungen nicht geimpft sind", so der SPD-Politiker: "Ich gehe nach wie vor davon aus, dass es nur ein kleiner Prozentsatz sein kann."

Niedergelassene Ärzte: Booster-Impfungen bitte der Reihe nach

12.55 Uhr: Die niedergelassenen Ärzte haben an die Bundesregierung appelliert, sich mit eigenen Empfehlungen zu den Corona-Auffrischungsimpfungen zurückzuhalten. Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, sagte am Dienstag in Berlin, abweichende Empfehlungen verwirrten nur. Die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte könnten alle empfohlenen Impfungen verabreichen, wenn die Rahmenbedingungen stimmten, sagte Gassen.

Martin Scherer, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin, fügte hinzu, besonders dringend seien Auffrischungsimpfungen in Alten- und Pflegeheimen. Das Versagen aus den ersten Corona-Wellen dürfe sich nicht wiederholen, warnte Scherer. Unter den Corona-Toten sind überproportional viele alte Menschen aus Pflegeheimen.

Die Ärztevertreter forderten, dass bei den Auffrischungsimpfungen strikt nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (Stiko) vorgegangen wird. Man brauche klare Ansagen und Übersicht, um die Impfungen in den Praxen durchführen zu können, betonte Gassen und wandte sich damit auch gegen Äußerungen von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), der die sogenannten Booster-Impfungen generell empfohlen hatte und hofft, damit die vierte Corona-Welle zu brechen.

Spahn will allen Bürgern Booster-Impfungen anbieten

11.54 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will allen Bürgern, deren Impfung mehr als ein halbes Jahr zurückliegt, eine Auffrischungsimpfung anbieten: Solche Booster-Impfungen könnten im Rahmen der vorhandenen Kapazitäten und nach ärztlicher Beurteilung "grundsätzlich allen Personen angeboten werden, die diese nach Ablauf von sechs Monaten nach Abschluss der ersten Impfserie wünschen", heißt es im Beschlussentwurf des Bundesgesundheitsministers für die Ende der Woche tagende Gesundheitsministerkonferenz, der unserer Redaktion vorliegt.

Nach Spahns Willen sollen die Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) der Länder sowie die an der Impfkampagne beteiligten Ärztinnen und Ärzte aktiv über die Empfehlung und das Angebot von Auffrischungsimpfungen informieren. Zudem sollen die Länder "alle über 60-jährigen Bürgerinnen und Bürger über die Empfehlung zur Auffrischimpfung informieren", heißt es im Entwurf. Spahn hält darüber hinaus an seiner Forderung fest, die Impfzentren für die Auffrischungsimpfungen zu reaktivieren.

In Pflegeeinrichtungen sollen laut Entwurf strenge Testregeln gelten: "Pflegeeinrichtungen werden in Herbst und Winter 2020/2021 verpflichtet, einrichtungsbezogene Testkonzepte umzusetzen, die unabhängig vom Impfstatus mindestens zweimal wöchentlich obligatorische Tests für das Personal vorsehen." Besucherinnen und Besucher von Pflegeeinrichtungen müssen demnach ebenfalls unabhängig vom Impfstatus ein negatives Testergebnis vorweisen. Die Länder können zudem eine 2G-Regel für Besucher von Pflegeeinrichtungen einführen und damit nur noch Geimpfte und Genesen zulassen.

Corona-Lage im Winter - Stiko und Ärzteverbände äußern sich

11.30 Uhr: Die aktuellen Corona-Zahlen sorgen für Besorgnis vor einem erneuten verheerenden Corona-Winter. Auf einer Pressekonferenz äußern sich Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Thomas Mertens, Vorsitzender der Ständigen Impfkommission (STIKO) und Martin Scherer, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) zu der aktuellen Situation.

BPK: Corona-Lage im Winter

Mehr als 300 Intensiv-Betten in Österreich belegt - Stufe zwei kommt

11.25 Uhr: In Österreich hat die Zahl der von Covid-Patienten belegten Betten auf Intensivstationen nach Angaben der Behörden die Schwelle von 300 überschritten. Damit gilt mit einer Verzögerung von einer Woche Stufe zwei der fünfstufigen Corona-Maßnahmen. So sind dann Besuche der Nachtgastronomie und verschiedener großer Veranstaltungen nur noch für Genesene und Geimpfte möglich. Am Dienstag wurden 317 Intensivbetten für Corona-Patienten gebraucht, ein Plus von 25 gegenüber dem Vortag. Besonders deutlich nahm die Zahl der Patienten auf den Normalstationen zu - um 145 auf 1600.

Die Neuinfektionen binnen 24 Stunden lagen bei 5398, das entspräche unter Berücksichtigung der Einwohnerzahl fast 50.000 Fällen in Deutschland. Die Sieben-Tage-Inzidenz kletterte auf 400 Fälle pro 100.000 Einwohner. Besonders betroffen sind die Bundesländer Salzburg, Ober- und Niederösterreich. Sollte sich die Lage weiter verschärfen, drohen drastische Einschränkungen für Ungeimpfte, die bis hin zum Lockdown für diese Gruppe reichen.

Hausärzte-Chef für Impfpflicht bei Pflegekräften

10.43 Uhr: Mit Blick auf neuerliche Corona-Ausbrüche in Alten- und Pflegeheimen spricht sich Hausärztechef Ulrich Weigeldt für eine Impfpflicht bei den dortigen Fachkräften aus. "Wer nicht geimpft ist, kann und sollte nicht in Alten- und Pflegeheimen arbeiten", sagte der Verbandschef der "Wirtschaftswoche" nach Angaben vom Dienstag. "Das sollte eigentlich vom Berufsbild her bereits eine Selbstverständlichkeit sein, wenn ich mich um schwerstkranke und besonders gefährdete Menschen kümmere."

"Aber die Regierung hat eine Impfpflicht kategorisch ausgeschlossen", sagte Weigeldt weiter. "Das halte ich für ihren größten Fehler in der Coronapolitik neben den mangelnden Tests in den Heimen zu Beginn der Pandemie." Der Hausärztechef fordert Bund und Länder auf, beim angedachten Impfgipfel konkrete Ideen für Impfanreize zu entwickeln.

Mann mit falschen Impfausweis aufgeflogen – Attacke auf Apothekerin

10.12 Uhr: Nachdem er mit einem falschen Impfausweis aufgeflogen ist, soll ein 30-Jähriger in Dortmund eine Apothekerin angegriffen haben. Gegen den Mann werde wegen des Verdachts auf Körperverletzung und Urkundenfälschung ermittelt, teilte die Polizei am Dienstag mit.

Den Angaben zufolge hatte ein zunächst Unbekannter am Samstag seinen offenbar gefälschten Impfpass in einer Apotheke digitalisieren lassen wollen. Die Apothekerin erkannte mehrere Fälschungsmerkmale und wies den Mann darauf hin. Um seinen Ausweis zurückzubekommen, habe er die Frau daraufhin attackiert, aber schließlich die Flucht ergriffen. Weil er das gefälschte Impfdokument mit seinen Personalien zurückließ, konnte die Polizei ihn identifizieren.

Lässt Allerseelen-Effekt die Inzidenz sinken?

9.50 Uhr: Der seit gut zweieinhalb Wochen anhaltende Anstieg der 7-Tage-Inzidenz in Deutschland hat sich am Dienstag nicht fortgesetzt. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche am Dienstagmorgen mit 153,7 an. Am Vortag hatte der Wert bei 154,8 gelegen (Vorwoche: 113,0). Ursache könnte sein, dass wegen des Feiertags weniger Infektionen an das RKI gemeldet wurden.

Der 1. November als Allerheiligen ist in Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Saarland ein Feiertag. Vom RKI hieß es am Morgen lediglich, einzelne Werte würden nicht kommentiert. In den Tagen davor war die Inzidenz stets merklich gestiegen - das aber mit etwa gleichbleibender, nicht zunehmender Dynamik.

Ärztin wegen Ausstellung falscher Corona-Bescheinigungen angeklagt

9.30 Uhr: Die Staatsanwaltschaft Göttingen hat eine Ärztin angeklagt, die falsche Atteste für Impfgegner und -skeptiker ausgestellt haben soll. Der Frau werde zum einen zur Last gelegt, zwei Impfunfähigkeits-Bescheinigungen für Kinder zur Vorlage bei Behörden, Kindertagesstätten und Arbeitgebern ausgestellt zu haben, sagte Oberstaatsanwalt Andreas Buick am Montag.

Mit einer zweiten Anklage wird die Medizinerin laut Staatsanwaltschaft beschuldigt, 16 jeweils gleichlautende Atteste ausgestellt zu haben, welche die jeweiligen Personen aus ärztlicher Sicht vom Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung befreiten. Dabei habe die Frau gewusst, dass sämtliche Personen keine gesundheitlichen Einschränkungen hatten, die eine entsprechende Befreiung rechtfertigen könnten. In einigen Fällen soll die Angeklagte die Bescheinigung auch ohne vorherige Untersuchung ausgestellt haben.

Sozialverband fordert Testpflicht für Kliniken

8.35 Uhr: Nach dem Anstieg der Corona-Infektionszahlen fordert der Sozialverband VdK eine Testpflicht für alle Besucher und Mitarbeiter in Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern. "Eine solche Pflicht ist unabhängig vom Impfstatus dringend notwendig", sagte VdK-Präsidentin Verena Bentele einer Mitteilung zufolge am Dienstag in Berlin. "Die Zahl der Infizierten steigt gerade deutschlandweit wieder, gleichzeitig können auch Geimpfte und Genesene das Virus übertragen. Es muss darum jetzt schnell gehandelt werden." Es stünden Menschenleben auf dem Spiel.

Industriepräsident: Politik muss mehr tun gegen Corona

5.16 Uhr: Industriepräsident Siegfried Russwurm hat Bund und Länder aufgefordert, deutlich mehr zu tun gegen die rasant steigende Zahl von Corona-Neuinfektionen. "Die Politik droht den gleichen Fehler zu machen wie im Herbst vorigen Jahres, als die Politik vor konsequenten und zentral wirksamen Maßnahmen zurückschreckte", sagte Russwurm der Deutschen Presse-Agentur.

"Bund und Länder müssen rasch gemeinsam eine klare bundesgesetzliche Grundlage schaffen, damit die Unternehmen in den kommenden Wochen Schutzmaßnahmen auf 3G-Basis nachvollziehbar und planvoll für ihre Mitarbeitenden anwenden können", sagte Russwurm weiter. "So lassen sich Arbeitsabläufe wieder weitestgehend normalisieren, die Beschäftigten von belastenden Hygienevorgaben befreien, und kreative Zusammenarbeit wird wieder uneingeschränkt möglich." Weiterlesen: Corona in Italien: 3G-Pflicht und Bußgeld am Arbeitsplatz

Mittelstand: Arbeitgeber sollen Impfstatus abfragen dürfen

4.48 Uhr: Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft hat angesichts steigender Corona-Zahlen gefordert, dass Arbeitgeber den Impfstatus ihrer Beschäftigten erfragen dürfen. Bundesgeschäftsführer Markus Jerger sagte der Deutschen Presse-Agentur, in vielen Firmen sei die 3G-Regel bereits Realität. "Noch herrscht aber Unsicherheit, ob Arbeitgeber den Impfstatus ihrer Beschäftigten erfragen dürfen. Ein gesetzlich geregelter Abfrageanspruch der Arbeitgeber würde hier die dringend gebotene Rechtssicherheit schaffen."

Die Bundesregierung müsse schnell für Klarheit sorgen. "Entscheidend ist, dass die Geschäftsabläufe in den Betrieben, die unter den Folgen von Pandemie und Lockdown leiden, nicht gestört werden oder gar zum Erliegen zu kommen", so Jerger. "Ich appelliere daher dringend an die Beschäftigten, sich impfen oder regelmäßig testen zu lassen. Ein weiterer Lockdown, selbst wenn dieser auch nur regional begrenzt wäre, könnte für die betroffenen Unternehmen das Ende bedeuten."

Montgomery fordert Booster-Impfungen für alle

2.38 Uhr: Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, fordert eine möglichst breite Nutzung der Auffrischungsimpfungen: "Jeder, dessen vollständige Impfung sechs Monate zurückliegt, sollte sich bald eine Auffrischungsimpfung holen", sagte Montgomery unserer Redaktion. Nötig sei in diesem Herbst eine neue, zentrale Impfkampagne, die sich nicht nur an die Ungeimpften richte, "sondern auch für allgemeine Booster-Impfungen wirbt".

Bislang empfehle die Ständige Impfkommission (Stiko) Auffrischungsimpfungen zwar erst ab 70 Jahren, es sei aber zu erwarten, dass es demnächst eine allgemeine Empfehlung geben werde. "Weil der Immunschutz nach einem halben Jahr abnimmt, müssen wir als Gesellschaft ein Interesse daran haben, dass der Schutz stabil bleibt", mahnte der Mediziner.

Montgomery forderte, die Booster-Impfungen bei den niedergelassenen Ärzten zu machen. Sie hätten dafür die Erfahrung und auch die Kapazitäten. "Falsch dagegen wäre es, jetzt wieder auf Impfzentren zu setzen: Impfzentren waren am Anfang nötig, weil es zu wenig Impfstoff gab und die Lagerung der Dosen kompliziert war. Das ist heute anders." Impfzentren seien zehnmal so teuer wie das Impfen in den Arztpraxen, außerdem sei die Hemmschwelle für viele Menschen beim Hausarzt viel niedriger. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte die Länder dazu aufgerufen, für die Booster-Impfungen die Impfzentren zu reaktivieren.

Stiko prüft Empfehlung für Booster-Impfungen für alle

1.47 Uhr: Die Ständige Impfkommission (Stiko) will kurzfristig entscheiden, ob Auffrischungsimpfungen gegen das Corona-Virus in Deutschland für alle empfohlen werden: "Die Ständige Impfkommission prüft im Moment sehr intensiv, ob sie Auffrischungsimpfungen für alle Bevölkerungsgruppen empfehlen wird", sagte der Stiko-Vorsitzende Thomas Mertens dieser Redaktion. Es gebe Daten aus internationalen Studien, die dafür sprechen, wobei geprüft werden müsse, in wieweit diese Ergebnisse auf Deutschland übertragbar seien. "Eine Entscheidung darüber wird in wenigen Wochen fallen."

Bei einer solchen allgemeinen Empfehlung für Booster-Impfungen sei die Frage entscheidend, ob damit die Weiterverbreitung des Virus gebremst werden könne, so Mertens. Nach den bisherigen Daten sei davon auszugehen, dass bei Jüngeren und Gesunden der Schutz vor einer Infektion ohne erhebliche Krankheitssymptome früher abnehme als der Schutz vor einer schweren Erkrankung nach Infektion. "Bei Jüngeren und Gesunden ginge es also sechs Monate nach der Grundimmunisierung vor allem darum, Infektionen zu verhindern, um eine Weitergabe des Virus zu vermindern", so Mertens.

Corona-News von Montag, 1. November: Indonesien lässt als erstes Land US-Impfstoff Novavax zu

22.10 Uhr: Indonesien hat als erstes Land den Corona-Impfstoff des US-Pharmakonzerns Novavax zugelassen. Wie das im US-Bundesstaat Maryland ansässige Unternehmen mitteilte, wird der Impfstoff für Indonesien unter dem Markennamen Covovax in Indien hergestellt. Die Auslieferung soll "in Kürze" beginnen.

Novavax hat auch in der EU eine Zulassung beantragt und bereits einen Liefervertrag abgeschlossen. Novavax verwendet für sein Vakzin das sogenannte Spike-Protein von Sars-CoV-2 und reproduziert dieses massenhaft in Insektenzellen. Das menschliche Immunsystem bildet dann nach der Impfung Antikörper gegen das Protein und kann so eine Covid-19-Erkrankung abwehren. Weil der Impfstoff sich - anders als beispielsweise das Biontech-Pfizer-Vakzin - bei Kühlschranktemperatur lagern lässt, gilt das Mittel als Hoffnungsträger für ärmere Länder.

Hausärzte für flexiblere Vakzin-Auslieferung

21.21 Uhr: Die Impfstoffe gegen das Coronavirus sollten nach Ansicht des niedersächsischen Hausärzteverbandes flexibler an Arztpraxen geliefert werden. "Die Auslieferung der Corona-Impfstoffe sollte nicht in einem starren Korridor erfolgen, sondern sie muss situativ am Folgetag möglich sein", sagte Matthias Berndt, Vorsitzender des Verbandes, in einer Mitteilung. Eine Hausarztpraxis müsse sämtliche Corona-Impfungen weit im Voraus planen, da zwischen Bestellung und Lieferung mindestens zwei Wochen lägen. Dies sei so festgeschrieben vom Bund, sagte ein Sprecher auf Anfrage.

Berndt betonte, die Nachfrage in den Praxen könne jedoch sprunghaft steigen, etwa wegen der Auffrischungsimpfungen. Dies führe bei der gültigen Frist teils zu sehr hohem Beratungsbedarf bei den Praxisteams. Generell gebe es genug Impfdosen in den Lagern - daher sei diese Frist nicht nachvollziehbar.

Toter in Flugzeug entdeckt – Mann hatte Corona

19.05 Uhr: Als am vergangenen Montag der Flug PC1043 in Hamburg gelandet war, erwartete die Flughafenmitarbeiter ein Schock. Im Passagierraum des A320 saß ein toter Mann. Ein Vorfall, der jetzt nicht mehr nur die Polizei, sondern auch das Gesundheitsamt beschäftigt. Denn der verstorbene Mann war mit Corona infiziert. Lesen Sie die ganze Geschichte hier: Toter in Hamburg im Flugzeug entdeckt – Mann hatte Corona

Linken-Chefin: "Werde Sahra Wagenknecht nicht mehr erklären"

17.27 Uhr: Linken-Chefin Susanne Hennig-Wellsow hat sich von Äußerungen der früheren Fraktionschefin Sahra Wagenknecht zum Thema Corona-Impfung distanziert. Die Haltung der Linken sei sehr klar. Es gebe die Beschlusslage, dass Impfkampagnen unterstützt würden, sagte Hennig-Wellsow am Montag in Berlin. Sie und ihre Co-Vorsitzende Janine Wissler seien "eher die Fraktion Vorsicht und Solidarität".

"Ich kann und werde Sahra Wagenknecht nicht mehr erklären", sagte Hennig-Wellsow am Montag in Berlin auf Nachfragen nach Äußerungen Wagenknechts in der ARD-Sendung "Anne Will" vom Sonntagabend.

Sie hatte dort ihre Entscheidung, bisher auf eine Impfung zu verzichten unter anderem damit begründet, dass es sich um "neuartige Impfungen" im Vergleich zum "klassischen Impfstoff" handele. "Jetzt bekommen wir einen genetischen Code geimpft. Das ist ein anderes Verfahren" Sie finde es anmaßend zu sagen, man wisse, was das in fünf oder zehn Jahren auslöse. Wagenknecht kritisierte die Debatte auch über Bayern-Profi Joshua Kimmich als "moralisch aufgeladen". "Jeder soll das für sich selbst entscheiden", sagte Wagenknecht. "Das ist doch mein Recht und ich muss das nicht öffentlich begründen."

Anklage gegen Ärztin wegen falscher Corona-Atteste

17.18 Uhr: Wegen mutmaßlich falscher Gesundheitszeugnisse im Zusammenhang mit dem Corona-Schutz und Impfungen erhebt die Staatsanwaltschaft Anklagen gegen eine Ärztin aus Duderstadt. Das teilte die Behörde in Göttingen am Montag mit. Den Angaben nach soll die Ärztin zwei Kindern im Alter zwischen einem und fünf Jahren bescheinigt haben, dass sie von allen von der Ständigen Impfkommission empfohlenen und geforderten Schutzimpfungen dauerhaft freizustellen sind. Medizinische Gründe hätten dafür nicht vorgelegen.

Darüber hinaus soll die Ärztin in 16 Fällen gleichlautende Atteste ausgestellt haben, die die Besitzer vom Tragen einer Corona-Schutzmaske befreiten. Der Ärztin aus dem Landkreis Göttingen sei dabei bewusst gewesen, dass bei keinem der Menschen eine gesundheitliche Einschränkung vorlag, die ein derartiges Attest rechtfertigte. Teilweise seien die Bescheinigungen ohne Untersuchung ausgestellt worden.

Die ärztlichen Schreiben hätten zwischen April 2020 und März 2021 Menschen aus Niedersachsen, Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Thüringen und Brandenburg erhalten. Der Vorwurf lautet jeweils auf das Ausstellen unrichtiger Gesundheitszeugnisse. Laut Gesetz kann das mit einer Freiheitsstraße von bis zu zwei Jahren oder einer Geldstrafe bestraft werden. Ein Termin für die Hauptverhandlung vor dem Amtsgericht Duderstadt steht noch nicht fest.

Stiftung Patientenschutz: Nie war Hin und Her bei Corona größer

16.24 Uhr: Die Deutsche Stiftung Patientenschutz hat Bund und Ländern maximale Planlosigkeit im Kampf gegen die wieder verstärkte Ausbreitung von Corona vorgeworfen. "Niemals war das Hin und Her in der Pandemie größer als zurzeit", sagte Vorstand Eugen Brysch am Montag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Denn ein Corona-Radar fehlt. So steuern Bund und Länder die Pandemie-Maßnahmen im Blindflug", sagte der Stiftungsvorstand. "Da ist es kein Zufall, dass mit widersprüchlichen Vorschlägen Deutschland gerade planlos in die nächste Welle rutscht." Hintergrund ist, dass der geschäftsführende Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ein Bund-Länder-Treffen für mehr Auffrischimpfungen gefordert hatte, dies bei den Ländern aber teils auf Ablehnung stößt. Keine Angaben konnte die Bundesregierung darüber machen, wie viele Impfzentren in den Ländern überhaupt noch in Betrieb sind.

Corona: Booster-Impfung - Bekommen sie auch Jüngere?

16.16 Uhr: Experten raten angesichts steigender Corona-Zahlen zur dritten Impfung. Doch die Stiko empfiehlt sie aktuell nur bestimmten Gruppen. Was junge Menschen dazu jetzt wissen müssen. Lesen Sie dazu: Corona: Können junge Menschen die Booster-Impfung bekommen?

Israel erlaubt Einreise von Individualtouristen unter Auflagen

16.01 Uhr: Nach mehr als anderthalb Jahren Einreisesperre wegen Corona dürfen Individualtouristen ab sofort (1. November) unter Auflagen wieder nach Israel kommen. Dabei gelten aber genaue Vorgaben für Geimpfte und Genesene, wie Regierungschef Naftali Bennett, Gesundheitsminister Nitzan Horowitz und Tourismusminister Joel Raswosow zuvor mitgeteilt hatten. Ausländer dürfen laut Gesundheitsministerium einreisen, wenn sie zwei Dosen des Impfstoffs der Hersteller Pfizer/Biontech, Moderna, Astrazeneca, Sinovac, Sinopharm oder des Serum Institute of India erhalten haben und wenn mindestens 14 Tage seit der zweiten Dosis vergangen sind. Nach einer einzelnen Impfdosis des Corona-Vakzins von Johnson & Johnson ist ebenfalls ein Zeitabstand von 14 Tagen notwendig. Diese Zeitfenster gelten auch nach einer Auffrisch-Impfung.

Entscheidend dabei ist allerdings auch, dass bis zur Ausreise aus Israel nicht mehr als 180 Tage seit der zweiten Impfung oder bei Johnson & Johnson seit der einzelnen Impfung vergangen sein dürfen - oder es liegt eine Auffrisch-Impfung vor. Außerdem können Genesene einreisen, wenn sie zumindest eine Dosis eines Corona-Vakzins erhalten haben, das von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) genehmigt ist. Genesene dürfen auch dann einreisen, wenn mindestens elf Tage seit einem positiven Test vergangen sind - aber nicht mehr als 190 Tage bei Ausreise.

Konzerne führen Extra-Kantinenbereiche für Geimpfte und Genesene ein

14.38 Uhr: Geimpfte und vom Coronavirus Genesene sollen bei großen Konzernen in Nordrhein-Westfalen künftig eigene Kantinenbereiche oder Cafeterias bekommen. Wie die "Rheinische Post" am Montag berichtete, setzen Bayer, Eon und Alltours auf solche Sonderbereiche. Dort sollen demnach Beschäftigte ohne Einschränkungen zusammensitzen können, während diejenigen, die sich nicht impfen lassen oder keine Auskunft über ihren Impfstatus geben, weiterhin Abstandsregeln, Masken oder Trennwände akzeptieren müssen.

Wie die "Rheinische Post" nach einer Umfrage bei zwölf der größten Unternehmen im bevölkerungsreichsten Bundesland zu ihrer Anti-Corona-Strategie weiter berichtete, prüft auch der Versicherungskonzern Ergo eine vergleichbare Regelung. Bayer sprach demnach von mehreren aktuell startenden Pilotprojekten für Kantinenbereiche nur für Geimpfte und Genesene. Es sei aber ebenso wie bei den drei anderen Firmen auch betont worden, dass Nicht-Geimpfte weiterhin einen Zugang zu Kantinen haben, schrieb die Zeitung. Bayer erklärte demnach, alles werde "in enger Zusammenarbeit" mit den Betriebsräten geplant. Der Chemiekonzern gab demnach auch an, die Beschäftigten würden sich auf eigene Faust zu Arbeitsgruppen ohne Ungeimpfte zusammentun.

Bundesregierung hat keine Übersicht über Impfzentren

13.53 Uhr: Die Bundesregierung hat keinen Überblick über die Zahl der noch betriebenen Impfzentren in Deutschland. "Dazu liegen mir keine Zahlen vor, da die Bundesländer die Impfzentren in eigener Zuständigkeit betreiben", sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Montag in Berlin. Einige Länder hätten ihre Impfzentren weiter in Betrieb, andere hätten sie auf Standby geschaltet. "Wieviele jetzt in Betrieb sind, kann ich nicht sagen", so der Sprecher.

Angesichts stark steigender Corona-Zahlen hatte
der geschäftsführende Minister Jens Spahn (CDU) die Länder aufgefordert, ihre Impfzentren wieder hochzufahren. Denn die Menschen sollen auf einfache Weise an eine Auffrischungsimpfung gegen die nachlassende Wirkung des Impfstoffs kommen können.

WHO-Beirat zu Pandemie-Krisenbewältigung verzögert sich

13.52 Uhr: Die Bemühungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) um eine bessere Bewältigung von Pandemien kommen nicht wie geplant voran. Die WHO bat am Montag um neue Bewerbungen für einen wichtigen Expertenbeirat, den sie eigentlich schon vorgestellt hatte. Unter den 26 bisher vorgeschlagenen Mitgliedern ist der Berliner Virologe Christian Drosten.

Der Beirat soll künftig verhindern, dass die Suche nach dem Ursprung eines Ausbruchs wie bei der Coronapandemie zur politischen Schlammschlacht wird. China, wo das Coronavirus Ende 2019 erstmals auftauchte, hielt eine Untersuchungskommission der WHO monatelang hin, legte nicht alle Daten offen und lehnt eine weitere Untersuchung nun ab. Der Beirat soll Richtlinien für Studien über den Ursprung von Pandemien und Epidemien erarbeiten und Untersuchungen beaufsichtigen.

Bundeswehr fliegt Corona-Patienten aus Rumänien nach Deutschland

13.47 Uhr: Die Bundeswehr fliegt schwer erkrankte Corona-Patienten aus Rumänien zur Behandlung nach Deutschland. Dazu sei am Montag ein Airbus A310 der Luftwaffe in Bukarest gelandet, schrieb der Sanitätsdienst der Bundeswehr auf Twitter. Insgesamt sollten sechs Patienten auf dem Luftweg nach Deutschland gebracht werden. Nur knapp ein Drittel der Rumänen ist laut der EU-Gesundheitsbehörde (ECDC) vollständig geimpft. Die 14-Tage-Inzidenz der Neuansteckungen stieg zuletzt über 1000 pro 100.000 Einwohner und blieb eine der höchsten in der EU. Angesichts der sich zuspitzenden Corona-Notlage hatte die EU-Kommission bereits zusätzliche Ärzte und medizinische Ausrüstung in das südosteuropäische Land geschickt.

Biden-Sprecherin positiv auf Corona getestet

13.39 Uhr: Die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Dies teilte sie am Sonntag mit. US-Präsident Joe Biden wurde aber nach Angaben des Weißen Hauses inzwischen negativ auf das Virus getestet. Psaki hatte beschlossen, den US-Präsidenten nicht während seiner Europa-Reise zum G20-Gipfel in Rom und zur Weltklimakonferenz in Glasgow zu begleiten, weil sich Angehörige von ihr mit dem Coronavirus infiziert hatten. Nach mehreren negativen Tests sei sie dann am Sonntag positiv getestet worden, teilte Psaki mit.

Sie wolle dies öffentlich machen, obwohl sie seit Mittwoch keinen engen Kontakt zum Präsidenten oder hochrangigen Mitarbeitern des Weißen Hauses gehabt habe, fügte die Sprecherin hinzu. "Als ich den Präsidenten am Dienstag das letzte Mal gesehen habe, saßen wir draußen mit mehr als einem Meter Abstand und trugen Masken." Dank einer Impfung habe sie nur leichte Symptome, berichtete Psaki weiter. Sie arbeite nun von zu Hause aus, bleibe für zehn Tage in Quarantäne und werde dann nach einem neuerlichen Test möglicherweise ins Weiße Haus zurückkehren. Der jüngste PCR-Test bei Biden sei negativ ausgefallen, teilte am Montag das Weiße Haus mit.

Corona-Leiche in Flugzeug entdeckt

13.36 Uhr: Als am 25. Oktober der Flug PC1043 kurz nach 13 Uhr am Flughafen Hamburg in Fuhlsbüttel landete, saß ein Toter im Passagierraum des A320. Zuerst berichtete das . Der Fall beschäftigt nicht nur die Polizei, sondern auch das Gesundheitsamt. Denn später stellte sich heraus, dass die Leiche mit Corona infiziert ist.

Kretschmer nach Corona-Fall in der Familie in Quarantäne

12.45 Uhr: Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat sich nach einem positiven Corona-Test in seiner Familie in häusliche Quarantäne begeben. Wie Regierungssprecher Ralph Schreiber am Montag mitteilte, steht das Ergebnis eines PCR-Tests bei Kretschmer noch aus. Zuerst hatte der MDR berichtet. Der Regierungschef sagte bis auf weiteres öffentliche Auftritte ab. Er arbeite nun von zu Hause aus, hieß es. Kretschmer ist doppelt geimpft mit dem Impfstoff von Astrazeneca.

Ärzte fordern besseres Pandemie-Krisenmanagement

12.41 Uhr: Ärztepräsident Klaus Reinhardt hat als Lehre aus der Corona-Pandemie ein bundesweit besser abgestimmtes Krisenmanagement gefordert. "Wir brauchen auch eine zentrale Stelle zur Koordinierung der Aktivitäten der einzelnen Gesundheitsämter", sagte der Chef der Bundesärztekammer am Montag beim Deutschen Ärztetag in Berlin. Das Robert Koch-Institut (RKI) könnte einer solchen Bundesbehörde zuarbeiten, sollte aber nicht selbst diese Rolle ausfüllen. Vielmehr brauche das RKI ein "Upgrade" zu einer echten Infektionsschutzbehörde wie in den USA in Unabhängigkeit vom Bundesgesundheitsministerium.

Gebraucht würden generell bessere Gesundheitsinformationen, forderte Reinhardt auch mit Blick auf die Koalitionsverhandlungen von SPD, Grünen und FDP. "Nie war die Vermittlung von Gesundheitskompetenz in der Allgemeinbevölkerung so wichtig wie in der Pandemie." Dies gelte ebenso darüber hinaus, auch um Antworten auf falsche Informationen in den sozialen Medien zu geben.

Corona-Studie überrascht: So ansteckend sind infizierte Geimpfte

12.32 Uhr: Ein britisches Forschungsteam hat die Viruslast bei geimpften Infizierten untersucht. Das Ergebnis zeigt, wie wichtig der Booster ist. Lesen Sie dazu: Corona-Studie: So infektiös sind infizierte Geimpfte

Rund 55,5 Millionen Menschen in Deutschland vollständig geimpft

12.27 Uhr: Rund 67 Prozent der Bevölkerung in Deutschland sind vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Das geht aus Zahlen des Robert Koch-Instituts vom Montag hervor (Stand: 10.40 Uhr). Demnach wurden am Sonntag rund 14.000 Impfdosen verabreicht. 57,7 Millionen Menschen (69,4 Prozent) haben mindestens eine Impfung verabreicht bekommen, 55,5 Millionen (66,7 Prozent) sind vollständig geimpft.

Beim Stand der Covid-19-Impfungen gibt es weiterhin erhebliche regionale Unterschiede: Unter den Bundesländern verzeichnet Bremen mit 81,1 Prozent den höchsten Anteil Erstgeimpfter. 15 weitere Bundesländer haben die 60-Prozent-Marke geschafft, lediglich Sachsen steht mit 59 Prozent unter dieser Marke. Bremen zählt mit 78,2 Prozent ebenfalls den höchsten Anteil an vollständig geimpften Einwohnern. Sachsen ist hier mit 56,7 Prozent am Ende der Rangliste.

Corona-Zahlen in Österreich steigen deutlich - Stufe zwei in Sicht

12.25 Uhr: Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Österreich steigt weiter deutlich. Innerhalb von 24 Stunden wurden 4523 Fälle gemeldet, wie das Gesundheits- und das Innenministerium am Montag berichteten. Vergangenen Montag waren es 2850 Neuinfektionen. Auf den Intensivstationen wurden den Angaben zufolge 292 Menschen behandelt. Ab einer Zahl von 300 Intensivpatienten tritt mit einer Woche Vorlaufzeit die zweite der fünf Stufen des neuen Maßnahmenplans der Regierung in Kraft. Dann ist unter anderem der Zutritt zur Nachtgastronomie und zu Après-Ski-Lokalen nur noch Genesenen und Geimpften gestattet. Ab 500 mit Covid-Patienten belegten Intensivbetten gilt diese Regel auch für alle anderen gastronomischen Betriebe. Ab 600 Betten droht ein Lockdown für Ungeimpfte.

Tschechien verschärft Corona-Regeln für Restaurants und Bars

12.15 Uhr: In Tschechien sind seit Montag wieder strengere Corona-Regeln in Kraft. Restaurants und Bars dürfen nur noch Gäste mit einem "Grünen Pass" bedienen. Wer nicht geimpft oder nachweislich genesen ist, muss einen negativen Corona-Test vorweisen. Das Personal ist verpflichtet, die Nachweise zu kontrollieren. Andernfalls drohen empfindliche Strafen für die Restaurantbetreiber. Die von der scheidenden Regierung unter dem populistischen Ministerpräsidenten Andrej Babis beschlossene Maßnahme sorgt bei Gastronomen für Kritik. Die Regierung schiebe die Verantwortung für die Bekämpfung der Pandemie auf private Unternehmer ab, die ohnehin schwer von der Krise betroffen seien, hieß es.

Zugleich wurden die Gültigkeitsfristen für Corona-Tests verkürzt: Antigen-Tests sind nur noch 24 Stunden statt drei Tage gültig, PCR-Tests nur noch drei Tage statt eine Woche. Ebenfalls neu ist, dass die Tests in der Regel selbst bezahlt werden müssen. Mit 57 Prozent vollständig Geimpften unter den 10,7 Millionen Einwohnern ist Tschechiens Impfquote im Vergleich zu anderen EU-Ländern gering.

Disneyland in Shanghai wegen eines Corona-Falls geschlossen

12.11 Uhr: Eine Besucherin des Disneylands in Shanghai ist positiv auf das Coronavirus getestet worden - der Freizeitpark ist daher seit Montag komplett geschlossen. Die Stadt Shanghai teilte mit, Disneyland teste seit Sonntag das Personal sowie Besucherinnen und Besucher. Allein am Montag seien 34.000 Menschen getestet worden, bislang alle negativ. Sie dürfen erst nach 48 Stunden und weiteren Tests wieder zur Arbeit oder Schule gehen. Die Besucherin des Freizeitparks war bei ihrer Rückkehr in eine Nachbarprovinz von Shanghai positiv getestet worden. Die Behörden in China verfolgen eine rigorose Politik zur Eindämmung des Coronavirus.

"Anne Will": Wagenknecht misstraut Impfung

12 Uhr: Bei Anne Will erklärte Sahra Wagenknecht, sich noch nicht impfen lassen zu wollen. Karl Lauterbach holt mit Gegenargumenten aus. Lesen Sie dazu: "Anne Will": Warum sich Sahra Wagenknecht nicht impfen lässt

Corona-Regeln: Änderungen im November

11.56 Uhr: Ende September beschlossen, greift ab November die viel kritisierte, neue Regelung zu Entschädigungszahlungen im Quarantänefall. Demnach haben Corona-Ungeimpfte künftig keinen Anspruch mehr auf Lohnersatzzahlungen, sollten sie ihre Arbeit aufgrund einer verordneten Quarantäne nicht mehr wahrnehmen können. Lesen Sie dazu: Corona-Regeln, Bußgeld, Black Friday: Änderungen im November

Thailand öffnet nach 18 Monaten wieder Grenzen für geimpfte Touristen

10.27 Uhr: Zum ersten Mal seit 18 Monaten hat Thailand seine Grenzen für vollständig geimpfte Urlauber aus dem Ausland wieder geöffnet. An den Flughäfen der Hauptstadt Bangkok und der Ferieninsel Phuket trafen am Montag die ersten Urlauber ein. Der Betreiber der internationalen Flughäfen, Airports of Thailand, rechnet für den ersten Tag allein in Bangkok mit der Ankunft von 30.000 Passagieren. Zugelassen sind vollständig gegen das Coronavirus geimpfte Touristen aus insgesamt 60 sogenannten Niedrigrisikoländern. Dazu zählen neben Deutschland und mehreren anderen EU-Ländern die USA, Großbritannien und China. Statt einer mindestens siebentägigen Hotelquarantäne müssen sie nach der Landung nur noch einen PCR-Test vornehmen lassen und das Ergebnis in einem von der Regierung dafür registrierten Hotel abwarten.

Forscher: Marke von fünf Millionen Corona-Toten überschritten

10.18 Uhr: Seit Beginn der Corona-Pandemie sind weltweit mehr als fünf Millionen Menschen nach einer Infektion mit dem Virus gestorben. Das geht aus Daten der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore hervor, die die Hochschule am Montag veröffentlichte. Die Schwelle von vier Millionen Corona-Toten weltweit war Anfang Juli überschritten worden. Nach den Daten der US-Forscher liegt die Zahl der bestätigten Infektionen inzwischen bei mehr als 246 Millionen Fällen. Experten gehen bei Infektionen und Todesfällen rund um den Globus zugleich von einer hohen Dunkelziffer aus.

John Bon Jovi trotz Impfung mit Corona infiziert - Show abgesagt

8.17 Uhr: US-Sänger Jon Bon Jovi hat wegen einer Coronavirus-Infektion ein Konzert in Miami Beach abgesagt. Der 59-Jährige habe sich laut US-Medien trotz Impfung mit dem Coronavirus infiziert. Der Sender NBC News zitierte seinen Sprecher, laut dem der Sänger komplett geimpft sei und es ihm gut gehe. Das geplante Konzert im US-Bundesstaat Florida wurde demnach abgesagt. Für Bon Jovis Band ist es nicht der erste Corona-Fall. Keyboarder David Bryan hatte bereits zu Beginn der Pandemie, im März 2020, seine Infektion bekannt gegeben.

Ärztepräsident Reinhardt: Bei steigenden Corona-Infektionen mehr 2G

8.15 Uhr: Ärztepräsident Klaus Reinhardt plädiert für eine Reaktion auf die steigenden Corona-Infektionszahlen. Im "Morgenmagazin" des ZDF sprach sich Reinhardt am Montag dafür aus, bei einem weiteren Anschwellen der vierten Welle mehr Bereiche des öffentlichen Lebens wie die Gastronomie und Museen mit einer 2G-Regel zu versehen und nur für Geimpfte und Genesene zuzulassen. Für den Arbeitsplatz könne er sich vorstellen, wie in Italien und Österreich eine 3G-Regelung vorzusehen, die eine Impfung, einen Genesenennachweis oder einen aktuellen negativen Test vorsieht. "In jedem Fall müssen wir einen Weg finden, der mit etwas mehr Kontrolle verbunden ist", sagte der Präsident der Bundesärztekammer. Auch sprach er sich dafür aus, in Altenheimen "sehr intensiv" weiter zu testen. Eine Impfpflicht für Pflegekräfte indes lehnte er ab.

Charité warnt vor Überlastung der Intensivstationen

8.03 Uhr: Angesichts stark steigender Corona-Zahlen warnt die Charité vor einer Überlastung der Intensivstationen. Die Zahl der Patienten sei in den vergangenen Tagen merklich gestiegen, sagte Martin Kreis, Vorstand für die Krankenversorgung in Deutschlands größter Uniklinik. Insbesondere unter Ungeimpften sei von einem deutlichen Anstieg an Neuinfektionen auszugehen. "Aktuell sind etwa 90 Prozent der Covid-19-Patientinnen und Patienten in der Charité nicht geimpft", so Kreis. Wenn es nicht gelinge, die Impfquote deutlich zu steigern, werde das infolge der Behandlungen in Krankenhäusern zu massiven Einschränkungen in den Kliniken führen.

"Wenn sich diese Entwicklung entlang der Prognosen fortsetzt und keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden, droht in den nächsten Wochen auch eine deutliche Einschränkung der Versorgung der Nicht-Covid-19-Patientinnen und Patienten", erklärte Kreis. Verschärft werde die Situation dadurch, dass bundesweit deutlich weniger Intensivbetten zur Verfügung stünden als noch vor einem Jahr. Hintergrund sei vor allem ein deutschlandweiter Rückgang beim Intensivpflegepersonal.

Grünen-Gesundheitsexperte mit Impftempo in Praxen unzufrieden

6.22 Uhr: Der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen ist unzufrieden mit dem Verlauf der Corona-Impfungen in den Praxen der niedergelassenen Ärzte. "Nach der Schließung der meisten Impfzentren erfüllen die Praxen die in sie gesetzten Erwartungen erkennbar nicht, weder bei den Erst- noch bei den Booster-Impfungen", sagte Dahmen dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Montag). "Das Tempo bei den Erst- und Zweiimpfungen und beim Boostern reicht nicht aus."

Der Grünen-Politiker betonte: "Wenn das Impftempo in der Regelversorgung der Praxen nicht ausreicht, werden wir endlich auch an anderen Stellen, beispielsweise Apotheken, impfen müssen." Er zeigte sich besorgt über die aktuelle Pandemie-Lage. "Schon in den nächsten Wochen könnte die Zahl der Intensivpatienten wieder auf bis 3000 steigen. Wenn dann noch eine heftige Grippewelle dazu kommt, laufen wir in eine Katastrophe hinein", sagte er.

Bidens Sprecherin hat sich trotz Impfung mit Coronavirus infiziert

6.17 Uhr: Die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, hat sich trotz einer Impfung mit dem Coronavirus infiziert. Sie sei am Sonntag positiv auf das Virus getestet worden, teilte Psaki am Abend (Ortszeit) in einer schriftlichen Stellungnahme mit. Psaki begleitet US-Präsident Joe Biden derzeit nicht auf dessen Europa-Reise und hat ihren Chef nach eigenen Angaben zuletzt am vergangenen Dienstag getroffen - unter besonderen Schutzvorkehrungen, wie sie betonte.

Biden war am Donnerstag nach Europa aufgebrochen, um dort unter anderem am G20-Gipfel in Rom teilzunehmen. Ab diesem Montag wird er bei der Weltklimakonferenz in Glasgow erwartet. Psaki hatte ihre Mitreise mit Biden nur wenige Stunden vor dessen Abflug aus Washington öffentlich abgesagt und als Grund zunächst vage einen "Notfall in der Familie" genannt.

In ihrer Mitteilung von Sonntag erklärte sie nun, Hintergrund sei gewesen, dass "ein Mitglied ihres Haushaltes" positiv auf das Coronavirus getestet worden sei. Daraufhin habe sie sich in Quarantäne begeben und sich sowohl am Mittwoch und Donnerstag als auch am Freitag und Samstag testen lassen. All diese Tests hätten ein negatives Ergebnis geliefert. Der Test am Sonntag sei aber positiv ausgefallen.

Australien öffnet Grenzen für Staatsbürger - emotionale Szenen

6.01 Uhr: Emotionale Szenen am Flughafen von Sydney: Australien hat am Montag erstmals seit 20 Monaten wieder seine internationalen Grenzen für Staatsbürger und Menschen mit Wohnsitz in Down Under geöffnet. Damit entfallen die komplizierten Sondergenehmigungen und die kostspielige 14-tägige Hotelquarantäne für vollständig Geimpfte. Die Lockerungen gelten für Ankommende in den Bundesstaaten New South Wales und Victoria sowie im Australian Capital Territory mit der Hauptstadt Canberra, nachdem dort 70 Prozent der Bevölkerung zweifach geimpft wurden. Aus ganz Australien sind wieder Reisen ins Ausland möglich.

In Sydney landeten unter anderem Maschinen aus Los Angeles, Singapur und Tokio. "Es waren viele Menschen im Flugzeug, deren Angehörige im Sterben liegen", erzählte Carly Boyd, die aus den USA in die Heimat zurückflog, dem Sender ABC. Der Australier David Frisken kam mit zwei Dutzend roten Rosen zum Kingsford Smith International Airport in Sydney, bevor er seine in Südkorea lebende Verlobte nach fast zwei Jahren erstmals wieder in die Arme schließen konnte. "Jeder Tag war ein Kampf", sagte er. Viele Beziehungen hätten die lange pandemiebedingte Trennung nicht überlebt.

Spahn wirbt für Reaktivierung der Impfzentren

5.33 Uhr: Angesichts stark steigender Corona-Zahlen fordert der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) die Länder auf, ihre Impfzentren wieder hochzufahren. "Um möglichst vielen möglichst schnell eine Auffrischungsimpfung zu ermöglichen, sollten die Länder die Impfzentren, die sie seit Ende September in Standby bereithalten, nun wieder startbereit machen", sagte er der "Rheinischen Post" (Montag). Zudem riet Spahn dazu, in einem ersten Schritt alle Menschen über 60 schriftlich zur Impfung einzuladen.

Hintergrund ist, dass mehr Menschen eine Auffrischungsimpfung - die Booster-Impfung - gegen die nachlassende Wirkung des Impfstoffs wahrnehmen sollen. Am Wochenende hatte Spahn auch einen Gipfel zum Thema Auffrischungsimpfungen von Bund und Ländern gefordert. "Aktuelle Daten aus Israel zeigen, dass das Boostern einen ganz entscheidenden Unterschied macht, um die vierte Welle zu brechen", sagte er der "Bild am Sonntag". Sein Ministerium hatte zudem noch einmal darauf hingewiesen, dass grundsätzlich alle Bürger laut Impfverordnung einen Anspruch auf eine Auffrischungsimpfung haben.

Corona-News von Sonntag, 31. Oktober: Unionsfraktion fordert PCR-Testpflicht in Altenheimen

  • Nach mehreren Corona-Ausbrüchen in Seniorenheimen nimmt die Debatte über Konsequenzen an Fahrt auf. Eine Impfpflicht für Pflegekräfte lehnen die Bundestagsfraktionen bisher zwar weitgehend ab. Die CDU/CSU fordert aber eine Verschärfung bei der Testpflicht.
  • Der Pharmakonzern Moderna muss in den Vereinigten Staaten noch länger auf die Entscheidung der US-Arzneimittelbehörde FDA über eine Zulassung seines Corona-Impfstoffs für Zwölf- bis 17-Jährige warten. Moderna wurde nach eigenen Angaben von der FDA darüber informiert, dass der Prüfprozess nicht vor Januar des kommenden Jahres abgeschlossen sein dürfte.
  • Australien lockert seine seit eineinhalb Jahren geltenden strikten Ein- und Ausreisebeschränkungen. Mit Beginn der neuen Woche dürfen geimpfte Einwohnerinnen und Einwohner mehrerer Landesteile wieder ins Ausland reisen. Einheimische sowie Ausländerinnen und Ausländer mit Wohnsitz im Land dürfen wieder einreisen. Touristinnen und Touristen werden hingegen nur in bestimmten Ausnahmefällen ins Land gelassen.
  • Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hat schnelle Corona-Auffrischimpfungen vor allem für ältere Menschen angemahnt. "Die Booster-Impfung muss jetzt wirklich schnell sein. Es ist sehr gefährlich gerade für die Älteren auch in den Heimen, und da muss unser Schwerpunkt drauf liegen", sagte Schwesig am Sonntag im "Bericht aus Berlin" der ARD.
  • Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller hat angesichts der aktuellen Pandemieentwicklung dazu aufgerufen, Impfangebote konsequent zu nutzen. "Die steigenden Infektionszahlen bereiten mir große Sorge, da auch die Auslastung in den Krankenhäusern damit wieder zunimmt", sagte Müller am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. "Hier sind es vor allem Ungeimpfte, die mit schweren Krankheitsverläufen in den Kliniken behandelt werden müssen", so der SPD-Politiker.
  • Im Kampf gegen die vierte Corona-Welle müssen in Österreich bis auf weiteres fast alle Arbeitnehmer nachweisen, ob sie geimpft, genesen oder getestet sind. Die entsprechende Regelung tritt am Montag in Kraft. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, sich entsprechende Dokumente vorlegen zu lassen.
  • Die Slowakei ist seit Sonntag in Deutschland als Corona-Hochrisikogebiet eingestuft, dramatische Anstiege der Corona-Neuinfektionen verzeichnen auch ihre Nachbarländer Tschechien und Polen. Der polnische Gesundheitsminister Adam Niedzielski rief seine Landsleute am Sonntag auf, bei Friedhofsbesuchen einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen.
  • Kroatiens Verband der Krankenhausärzte (HUBOL) ist wegen drohender Überlastung durch schwer kranke Covid-Patienten besorgt. Kroatiens Gesundheitssystem "existiert nicht mehr", hieß es laut kroatischen Medien in einer Stellungnahme vom Sonntag. "Das System existiert nicht, wenn man Beziehungen braucht, um eher an ein Bett zu gelangen, das mit Sauerstoff versorgt wird"
  • Als sechtes der neun österreichischen Bundesländer hat Niederösterreich am Samstag eine Verschärfung der Corona-Regeln für Ungeimpfte angekündigt. In Restaurants und Bars sowie bei größeren Veranstaltungen erhalten ab 8. November nur noch Genesene und Geimpfte Zutritt. Auch ein negativer Test reicht dann bei Ungeimpften nicht mehr aus. Vielerorts wird zudem das Tragen einer FFP2-Maske etwa in Einkaufszentren oder Markthallen vorgeschrieben. Die Kontrollen sollen verschärft werden.
  • Die neue Bundestagspräsidentin Bärbel Bas (SPD) bietet dem nach eigenen Angaben bislang nicht geimpften Bayern-Star Joshua Kimmich ein Gespräch über Corona und Impfstoffe an. "Ich treffe mich gerne mit Joshua Kimmich auf einen Kaffee", sagte Bas der Düsseldorfer "Rheinischen Post". "Denn ich bin ihm sogar dankbar, dass er die Debatte über Langzeitfolgen der Impfungen vor dem Winter noch einmal angestoßen hat."
  • China hat die Veröffentlichung einer ergänzten Fassung eines Berichts der US-Geheimdienste zum Ursprung des Coronavirus als politisch motiviert und "falsch" zurückgewiesen. Ein Sprecher des Außenministeriums in Peking beklagte am Sonntag eine weitere Politisierung der Debatte. Die USA sollten aufhören, "China anzugreifen und zu verleumden".
  • Reisen von Neuseeland nach Australien sind ab Montag wieder ohne Pflicht zur anschließenden Quarantäne möglich. Von der Rückkehr zu diesem erleichterten Reisemodus verspreche man sich einen kräftigen Schub für die Tourismusbranche, erläuterte Australiens Handelsminister Dan Tehan am Sonntag. Um ohne Quarantänepflicht nach Australien einreisen zu dürfen, müssen Passagiere aus Neuseeland vollständig gegen das Coronavirus geimpft sein und vor Abreise einen negativen PCR-Test vorlegen, der höchstens 72 Stunden alt sein darf.
  • Angesichts der steigenden Corona-Zahlen hat sich SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach für eine Wiedereröffnung der Impfzentren ausgesprochen. Es gebe "realistischerweise" derzeit nicht viele Möglichkeiten "mit großer Wirkung", schrieb Lauterbach im Onlinedienst Twitter. Eine von zwei Möglichkeiten sei "eine viel schnellere Booster-Impfung", hob er mit Blick auf Auffrischungsimpfungen hervor. "Dafür müsste man die Impfzentren wieder öffnen."
  • Nach der Kritik an seinen Aussagen zu Corona-Auffrischungsimpfungen hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) einen baldigen Bund-Länder-Gipfel zu dem Thema gefordert. "Aktuell reicht das Booster-Tempo in Deutschlands Praxen nicht. Wir brauchen einen Booster-Gipfel von Bund und Ländern", sagte Spahn der "Bild am Sonntag". Die sogenannten Booster-Impfungen zur Auffrischung nach einer vollständigen Impfung sind nach Ansicht von Ärztevertretern vor allem für Ältere oder Pflegekräfte nötig, nicht aber für alle.
  • Die kanadische Regierung hat zugesagt, armen Ländern Millionen zusätzliche Corona-Impfstoffdosen zu spenden. Kanada werde der internationalen Impf-Initiative Covax bis Ende 2022 mindestens 200 Millionen Dosen zur Verfügung stellen, erklärte der kanadische Premierminister Justin Trudeau am Samstag am Rande des G20-Gipfels in Rom. Zehn Millionen Dosen des Impfstoffs von Moderna sollen demnach "schnell" an Entwicklungsländer geliefert werden.

Samstag, 30. Oktober: Merkel kündigt Finanzierungsinstrument für Pandemie-Vorsorge an

  • Die G20-Staaten wollen nach Angaben der geschäftsführenden Bundeskanzlerin Angela Merkel einen Finanzierungsmechanismus für die Vorbereitung auf mögliche künftige Pandemien schaffen. Es gehe darum, die Grundlagen zu legen, um bei späteren Ausbrüchen von Pandemien besser gerüstet zu sein, sagte Merkel am Samstag nach Beratungen mit den anderen Staats- und Regierungschefs der führenden Industrie- und Schwellenländer in der italienischen Hauptstadt Rom.
  • SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat sich bei Twitter zur aktuellen Corona-Lage, der Impfquote und steigenden Infektionszahlen geäußert und ein düsteres Szenario beschrieben. Zwar seien im Vergleich zum Herbst 2020 ältere Menschen überdurchschnittlich geschützt. "Trotzdem werden die Fallzahlen ungebremst steigen, wenn wir nicht reagieren", warnte der Politiker deutlich.
  • Der Teddy wird am Samstagabend bei der ProSieben-Show "The Masked Singer" krankheitsbedingt ausfallen. Trotz vollständiger Impfung gegen das Coronavirus sei der Sänger oder die Sängerin unter dem Teddy-Kostüm an Covid-19 erkrankt, teilte der Sender wenige Stunden vor der Liveshow mit. Der Teddy befinde sich in Quarantäne, sei aber wohlauf - und soll deshalb womöglich schon nächste Woche in der vierten Show wieder dabei sein.
  • Alle Bürger haben grundsätzlich Anspruch auf eine Corona-Auffrischungsimpfung. Darauf hat das Gesundheitsministerium am Samstag noch einmal per Twitter hingewiesen. Es bezog sich dabei auf die Impfverordnung. Für einige Personengruppen seien die Auffrischungsimpfungen (Booster-Impfungen) aber besonders sinnvoll.
  • Fußballprofi Joshua Kimmich könnte seine Haltung zur Corona-Impfung nach Meinung der scheidenden Bundeskanzlerin Angela Merkel noch einmal überdenken. "Vielleicht macht sich Joshua Kimmich darüber ja auch noch Gedanken. Er ist ja als sehr reflektierter Fußballer bekannt", sagte die frühere CDU-Chefin der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".
  • Ärztevertreter üben Kritik an der Aussage von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zu einer Corona-Auffrischungsimpfung für alle. Spahn hatte die Risikogruppen genannt, für die eine solche Nachimpfung (Booster) besonders empfohlen ist, und hatte dann darauf hingewiesen, dass das grundsätzlich auch für Jeden möglich ist.
  • Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat angesichts der steigenden Corona-Infektionszahlen vor einem leichtfertigen Umgang mit der Pandemie gewarnt. Die aktuelle Entwicklung "bereitet mir große Sorgen", sagte sie der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" und fügte hinzu: "Sie sollte uns allen Sorgen bereiten." Derzeit mache sich allerdings "schon wieder eine gewisse Leichtfertigkeit breit".
  • Mecklenburg-Vorpommerns Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) hat nach mehreren Corona-Ausbrüchen in Pflegeeinrichtungen des Landes eine Impfpflicht für Beschäftigte in der Branche gefordert. "Es ist mein Ziel, eine Impfpflicht für Pflegepersonal rechtssicher hinzubekommen", sagte Drese dem Nachrichtenmagazin "Spiegel" (Samstag).
  • Die Pläne der großen Industrienationen (G20) für ein Ausweiten der Impfungen weltweit stoßen auf Skepsis. Befürworter begrüßten, dass die Gesundheits- und Finanzminister der G20-Gruppe helfen wollen, bis Mitte nächsten Jahres 70 Prozent der Bevölkerung in allen Ländern impfen zu lassen. Kritiker bemängelten indes, die Vertreter der größten Volkswirtschaften hätten am Freitag nach ihren Beratungen in Rom keine konkreten Pläne vorgelegt.
  • Ärztepräsident Klaus Reinhardt wirbt angesichts der schnelleren Corona-Ausbreitung für gezielte Auffrischungsimpfungen und warnt vor größeren Belastungen der Kliniken. "Noch ist die Situation beherrschbar", sagte der Chef der Bundesärztekammer der Deutschen Presse-Agentur. Man wolle aber auf keinen Fall erneut erleben, dass Pflegekräfte aus anderen Bereichen auf Corona-Stationen aushelfen und zum Beispiel planbare Operationen abgesagt werden müssten.
  • Nach einem Corona-Ausbruch in einer Senioren-Residenz in Brandenburg sollen einem Medienbericht zufolge bereits acht Bewohner gestorben sein. Insgesamt seien in der Einrichtung in Schorfheide am Werbellinsee 42 Bewohner und 15 Mitarbeiter an Covid-19 erkrankt, bestätigte das Gesundheitsamt des Landkreises Barnim dem Rundfunk Berlin-Brandenburg am Freitag.
  • Angesichts stark steigender Corona-Zahlen haben Lehrerverband und Ethikrat davor gewarnt, mit einer Politik des Augen-zu-und-durch die Gesundheit vieler Schüler zu gefährden. Die Politik setze Lockerungen durch zu einem Zeitpunkt, an dem Gesundheitsschutzmaßnahmen eher zu intensivieren seien, kritisierte der Chef des Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, mit Blick auf die Aufhebung der Maskenpflicht im Unterricht in einigen Bundesländern.

Corona-News von Freitag, 29. Oktober: US-Arzneimittelbehörde erteilt Biontech-Impfstoff Notfallzulassung für Kinder

  • Der Impfstoff von Biontech/Pfizer hat in den USA eine Notfallzulassung für Kinder im Alter zwischen fünf und elf Jahren erhalten.
  • Sachsens Regierung denkt angesichts stark steigender Corona-Infektionszahlen über eine mögliche Ausweitung des 2G-Modells nach. Mehr zum Thema: Corona – Was hinter der neuen Regelung 3G plus steckt
  • Zwei Corona-Ausbrüche auf der Insel Sylt beschäftigen die Behörden im Kreis Nordfriesland. Lesen Sie auch: Diese Bundesländer wollen die Corona-Regeln verschärfen
  • Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe, Dirk Spelmeyer, empfiehlt eine Corona-Auffrischungsimpfung teils auch schon für jüngere Gruppen.
  • Angesichts massiv steigender Infektionszahlen hebt Thüringen die Altersbegrenzung für Corona-Auffrischungsimpfungen in den Impfstellen auf. Wer zuvor mit den Impfstoffen von Biontech/Pfizer, Moderna oder Astrazeneca immunisiert wurde, kann die Auffrischung bereits fünf Monate nach Abschluss der vollständigen Impfserie erhalten. Bislang mussten sechs Monate dazwischen liegen. Bei einer Impfung mit dem Vakzin von Johnson & Johnson beträgt diese Frist nur vier Wochen.
  • Die Impfquote in Deutschland erreicht die Zwei-Drittel-Marke: Nach den am Freitag veröffentlichten Daten des Robert Koch-Instituts sind inzwischen 66,6 Prozent der Bevölkerung vollständig gegen das Coronavirus geimpft.
  • Das Bundesverkehrsministerium hat sich für eine Beibehaltung der Corona-Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr und im Fernverkehr ausgesprochen. Das Ministerium erklärte am Freitag in Berlin: "Angesichts der aktuell steigenden Inzidenzzahlen wäre eine Aufhebung der Maskenpflicht im ÖPNV oder Schienenpersonenfernverkehr völlig kontraproduktiv.
  • China geht weiter mit strikten Maßnahmen gegen neue Corona-Ausbrüche vor: Im Zuge von Reisebeschränkungen wurden an den Flughäfen der Hauptstadt Peking am Freitag hunderte Flüge gestrichen. Die neuen Corona-Ausbrüche werden vor allem auf das Einschleppen des Virus durch Touristen zurückgeführt.
  • Im Kölner Karneval gilt auf der Bühne die 2G-Regel. Alle Künstler müssten geimpft oder genesen sein, sagte am Freitag ein Sprecher des Festkomitees Kölner Karneval. Für die Zuschauer gelte bei Saalveranstaltungen mindestens 3G-Plus, das heißt, man muss entweder geimpft, genesen oder mit PCR-Test getestet sein. Der einzelne Veranstalter könne aber immer darüber hinausgehen und 2G festlegen.
  • In Österreich geht der rasante Anstieg der Corona-Neuinfektionen weiter. Die Sieben-Tage-Inzidenz kletterte auf 313 Fälle pro 100.000 Einwohner. Der Bezirk Melk, rund 90 Kilometer westlich von Wien, verzeichnete einen österreichischen Spitzenwert bei der Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 1000 Fällen pro 100.000 Einwohnern.
  • Das Königreich Tonga im Pazifik hat den ersten Corona-Fall seit Beginn der Pandemie registriert.
  • Von Anfang Februar bis Ende voriger Woche hat das Robert Koch-Institut (RKI) 117.763 wahrscheinliche Impfdurchbrüche registriert - also Sars-CoV-2-Infektionen mit Covid-19-Symptomen. Der Anteil der Impfdurchbrüche an allen Covid-19-Fällen zeige, "dass nur ein geringer Anteil der hospitalisierten, auf Intensivstation betreuten bzw. verstorbenen Covid-19-Fälle als Impfdurchbruch zu bewerten ist".
  • Angesichts des deutlichen Anstiegs der Corona-Infektionszahlen sehen wieder mehr Bundesbürger ihre Gesundheit gefährdet.
  • Wegen der sich verschlechternden Corona-Lage in Deutschland ruft der Impfstoffforscher Leif Sander zu einer Ausweitung von Corona-Auffrischimpfungen auf. "Ich sehe den Herbst und Winter mit großer Sorge", sagte Sander. "Wir sind in einer kritischen Phase der Pandemie."Die Impfkampagne stagniere viel zu früh.
  • Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat eindringlich dazu aufgerufen, angesichts der Corona-Lage das Angebot der Auffrisch-Impfungen zu nutzen.
  • Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund warnt angesichts der rasanten Zunahme der Corona-Neuansteckungen vor drastischen Engpässen in den Krankenhäusern wie in zurückliegenden Hochphasen der Pandemie.

Corona-News von Donnerstag, 28. Oktober: Virologe Kekulé fordert neue Impfstoffe

  • Der Leipziger Virologe Alexander Kekulé hat mehr politischen Druck auf die Impfstoff-Hersteller gefordert, damit sie die Bereitstellung neuer Impfstoffe gegen das Coronavirus vorantreiben.
  • Das Robert Koch-Institut (RKI) sieht einen "ausgeprägten Effekt" der Corona-Impfung zum Verhindern von Covid-19-Erkrankungen und -Krankenhausaufnahmen in Deutschland.
  • Angesichts steigender Corona-Neuinfektionszahlen verschärft Estland die geltenden Corona-Regeln.
  • Britische Forscher empfehlen auf Grundlage einer neuen Studie, auch bei hohen Impfquoten Corona-Regeln beizubehalten.
  • In Bulgarien haben inmitten einer vierten Corona-Welle Mitarbeiter und Betreiber von Lokalen erneut gegen die vor einer Woche eingeführte 3G-Regel protestiert.
  • Für die Versorgung der Weltbevölkerung mit Impfstoffen und Medikamenten gegen Covid-19 sind bis September 2022 weitere Milliardenbeträge nötig. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bezifferte den Bedarf am Donnerstag in Genf auf 23,4 Milliarden Dollar (rund 20 Milliarden Euro).
  • Der emeritierte Papst Benedikt XVI. hat seine Auffrischungsimpfung gegen Covid-19 erhalten.
  • Die gefälschten digitalen Impfzertifikate, die derzeit mit gültigen Signaturen im Internet kursieren, könnten nach Einschätzung von Experten auf Sicherheitslücken in Arztpraxen oder Apotheken zurückzuführen sein.
  • Menschen aus der EU können mit ihrem Covid-Zertifikat bald auch im Vereinigten Königreich eine Impfung, einen Test oder eine Genesung nachweisen.
  • Mitten in den Herbstferien ziehen in Tschechien die Corona-Zahlen weiter an.
  • Die meisten der Menschen in Deutschland, die bislang nicht geimpft sind, dürften sich einer aktuellen Umfrage zufolge kaum noch umstimmen lassen.
  • Für rund 170 Passagiere eines Fluss-Kreuzfahrtschiffs aus Deutschland ist die Reise auf der Donau wegen eines Corona-Ausbruchs an Bord abrupt zu Ende gegangen. Das an einer Schleuse liegende Schiff wurde unter Quarantäne gestellt.
  • Kritik an der Corona-Politik der Bundesregierung inklusive Hinweise auf ein "Recht zum Widerstand" sind nach Auffassung des Bundesfinanzhofs nicht gemeinnützig. Ein 2020 gegründeter bayerischer Verein von Gegnern der Corona-Beschränkungen hat demnach keinen Anspruch auf die mit der Gemeinnützigkeit verbundenen Steuervorteile.
  • Der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat eine Auffrischungsimpfung erhalten.
  • In der Diskussion um Corona-Auffrischungsimpfungen für Senioren hat der Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung (KVN) Detlef Haffke Gelassenheit angemahnt.
  • Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen ermöglicht es die Regierung des EU-Landes Ungarn den Arbeitgebern, von ihren Mitarbeitern eine Corona-Schutzimpfung zu verlangen.
  • Neue Daten aus einer israelischen Studie zur Wirksamkeit des Biontech-Impfstoffs zeigen: Der Impfschutz des Vakzins nimmt mit der Zeit stark ab.
  • Das Bundesland Nordrhein-Westfalen hebt die Maskenpflicht an Schulen für alle Jahrgänge auf.
  • In Thüringen haben sich nach Angaben des Gesundheitsministeriums bislang 2712 Menschen nach vollständiger Impfung mit dem Coronavirus infiziert und Symptome einer Covid-19-Erkrankung aufgewiesen.
  • Der Brexit wird nach Einschätzung einer unabhängigen britischen Behörde deutlich schlimmere Folgen für die Wirtschaft des Landes als die Pandemie haben.
  • Der Leiter des europäischen Impfstoff-Netzwerks "Vaccelerate", Oliver Cornely, hat den Beschluss der Gesundheitsminister von Bund und Ländern zu Booster-Corona-Impfungen bereits für alle über 60-Jährigen kritisiert.
  • Eine große Mehrheit unter den Ungeimpften wird sich laut einer Umfrage in den kommenden Wochen voraussichtlich nicht mehr von einer Immunisierung gegen das Coronavirus überzeugen lassen.
  • Das Corona-Vorzeigeland Neuseeland lockert ab dem 14. November erstmals seit Beginn der Pandemie seine Einreiseregeln. Jedoch dürfen weiterhin nur Staatsbürger und Menschen mit Wohnsitz in dem Pazifikstaat ins Land kommen.
  • Angesichts der steigenden Corona-Infektionszahlen hat der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, vor einer Überlastung der Krankenhäuser durch ungeimpfte Patienten gewarnt.
  • SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat die Pläne von SPD, Grünen und FDP für ein Ende der gesetzlichen Corona-Sonderlage begrüßt.
  • Ab dem 1. November sind Reisen nach Israel zu touristischen Zwecken für Geimpfte wieder möglich.
  • Die Deutsche Krankenhausgesellschaft warnt angesichts der steigenden Corona-Infektionszahlen vor einer zunehmenden Auslastung der Intensivstationen, durch die möglicherweise erneut nicht dringend nötige Operationen verschoben werden müssen.
  • Junge Männer haben einer Studie zufolge seit der Pandemie mehr Aufgaben im Haushalt übernommen als in der Zeit zuvor.
  • Angesichts gestiegener Corona-Inzidenzen in jüngeren Altersgruppen setzen Kinderärzte auf zügige Covid-19-Impfungen für unter 12-Jährige.

Mittwoch, 27. Oktober: Impfstoff für Kinder: Mediziner: Es wird Zeit für die dritte Impfung

  • Berliner Mediziner haben dazu aufgerufen, angesichts der steigenden Zahl von Corona-Fällen die Möglichkeiten für eine Auffrischungsimpfung zu nutzen. Es müsse eine Diskussion losgehen über die Drittimpfung, sagte der Allgemeinmediziner Malik Böttcher am Mittwoch in der RBB-"Abendschau". Das sieht auch der Reinickendorfer Amtsarzt Patrick Larscheid so: "Grundsätzlich muss man sagen, guckt euch um: Es werden Leute krank, es sterben Leute. Es ist real, es ist nicht eingebildet. Und je weniger ihr geimpft seid, desto größer wird das Problem für euch."
  • Die europäische Arzneimittelbehörde EMA will noch möglichst vor Weihnachten entscheiden, ob sie eine Empfehlung für Corona-Impfungen für Kinder zwischen fünf und elf Jahren ausspricht. "Der derzeitige Zeitplan für die Bewertung beträgt ungefähr zwei Monate", teilte die EMA am Mittwoch dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) mit.
  • In den baltischen Staaten breitet sich das Coronavirus weiter rasant aus: Trotz neuer Einschränkungen erreichte in Lettland und Estland die Zahl an Neuinfektionen mit 3206 und 2025 Fällen binnen 24 Stunden den jeweils höchsten Wert seit Beginn der Pandemie. Auch in Litauen gehen die Infektionszahlen weiter nach oben. Nach Angaben der nationalen Gesundheitsbehörden wurden in Lettland in den vergangenen 14 Tagen rund 1737 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner registriert, in Estland waren es 1408 und in Litauen 1365. Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC weist für die drei Ostseestaaten aktuell die höchsten Infektionsraten in Europa aus.
  • Der litauische Gesundheitsminister Arunas Dulkys hat die Bevölkerung aufgerufen, von Familientreffen am anstehenden langen Wochenende abzusehen. In dem katholisch geprägten Baltenstaat besuchen viele Menschen an den Feiertagen Allerheiligen (1. November) und Allerseelen (2. November) traditionell ihre Familiengräber und Angehörigen. Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen sollten die Litauer soziale Kontakte besser unterlassen, mahnte Dulkys in Vilnius.
  • Die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek und die Wissenschaftsjournalistin Mai Thi Nguyen-Kim erhalten den Hessischen Kulturpreis 2021. Die Laudatio auf die beiden Preisträgerinnen wird Cieseks Berliner Kollege Christian Drosten halten, wie die Landesregierung in Hessen bekanntgab. Drosten und Ciesek gestalten gemeinsam den vielfach ausgezeichneten NDR-Podcast "Das Coronavirus-Update".
  • In den Corona-Hotspots in Deutschland sind aktuell kaum noch freie Intensivbetten verfügbar. Das geht aus aktuellen Zahlen des "DIVI-Intensivregisters" hervor. Betroffen sind die Landkreise Berchtesgadener Land, Straubing-Bogen und Miesbach.
  • Der CSU-Politiker Horst Seehofer hat in der aktuellen Impfdebatte an Fußballprofi Joshua Kimmich appelliert, seine Bedenken aufzugeben und als Vorbild voranzugehen. "Überlegen Sie es sich noch einmal und lassen Sie sich impfen!", sagte der geschäftsführende Bundesinnenminister am Mittwoch im TV-Sender Bild.
  • Schweden will weiteren Bevölkerungsgruppen eine dritte Dosis zur Auffrischung des Corona-Impfschutzes anbieten. Allen geimpften Schwedinnen und Schweden über 65 Jahre sowie Pflegekräften - insgesamt rund 1,5 Millionen Menschen - werde eine solche Auffrischdosis empfohlen, sagte Gesundheitsministerin Lena Hallengren am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Stockholm. Diese dritte Impfdosis könne man frühestens sechs Monate nach der zweiten erhalten.
  • Der Deutsche Städte- und Gemeindebund hat die Pläne einer möglichen Ampelkoalition, die Corona-Sonderlage auslaufen lassen zu wollen, begrüßt. "Es ist richtig und notwendig, dass die Parteien einer möglichen Ampelkoalition eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes einbringen wollen", sagte der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebunds, Gerd Landsberg, unserer Redaktion. Es gebe für die sogenannte epidemische Lage nationaler Tragweite "keine tragfähige Begründung" mehr" Zugleich warnte Landsberg davor, die Pandemie als überwunden anzusehen. "Von einem teilweise geforderten Freedom Day, zu dem alle Beschränkungen fallen, sind wir noch weit entfernt", sagte Landsberg.
  • Fast alle Lehrerinnen und Lehrer in Deutschland sind einer Umfrage zufolge vollständig gegen Corona geimpft. 95 Prozent der Lehrkräfte hatten demnach bereits Ende September eigenen Angaben nach den vollständigen Impfschutz gehabt, wie eine repräsentative Forsa-Befragung im Auftrag der Robert Bosch Stiftung ergab, die am Mittwoch veröffentlicht wurde.
  • Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich besorgt über deutlich steigende Corona-Zahlen gezeigt und mahnt zu weiter nötigen Schutzvorgaben. Für die Kanzlerin stelle sich die Frage, ab welchem Warnwert etwa bei der Krankenhausbelegung auch über zusätzliche Maßnahmen zu beraten wäre, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch in Berlin. Auch die nun noch geschäftsführende Bundesregierung wäre in einem solchen Fall einer weiteren Zuspitzung der Lage jederzeit bereit, darüber mit den Ländern zu sprechen.
  • DFB-Ehrenspielführer Philipp Lahm sieht Nationalspieler Joshua Kimmich in der Impfdebatte in einer besonderen Verantwortung. Als Fußballprofi habe man eine "Vorbildfunktion" und sei "Multiplikator", sagte Lahm bei der Diskussionsreihe "München redet" der "Süddeutschen Zeitung". "Ich lese relativ viel, und da informiere ich mich eben. Und ich habe nicht so viele gelesen, die gesagt haben: Impfen ist schlecht", sagte Lahm am Dienstagabend im Residenztheater.
  • Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) sieht die pandemische Lage von nationaler Tragweite noch nicht zu Ende. "Im Gegenteil, sie gewinnt gerade wieder an Kraft und Gefährlichkeit", sagte der Regierungschef am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur in Dresden und widersprach damit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Der hatte sich zuvor dafür ausgesprochen, dass es nach dem 25. November nicht zur erneuten Verlängerung der bundesweiten Corona-Notlage kommt.
  • Noch immer wird in Deutschland im Wochenschnitt rechnerisch jede Sekunde mehr als eine Person gegen das Coronavirus geimpft. Nachdem am Vortag insgesamt rund 192.000 Dosen verabreicht wurden, stieg die Quote der vollständig geimpften Bürger auf 66,4 Prozent. Das geht aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Mittwoch (Stand: 9.22 Uhr) hervor. Bei den über 60-Jährigen liegt die Quote inzwischen bei 85,1 Prozent, bei den jüngeren Erwachsenen von 18 bis 59 Jahren 72,6 Prozent, und in der Altersgruppe der 12- bis 17-Jährigen beträgt sie 40,6 Prozent.
  • Ein Ausschuss des britischen Parlaments hat Großbritanniens Corona-Testprogramm ein vernichtendes Zeugnis ausgestellt. "Dem nationalen Test- und Kontaktverfolgungssystem wurden mitten in einer weltweiten Gesundheits- und Wirtschaftskrise atemberaubende Summen an Steuergeldern zur Verfügung gestellt", sagte die Vorsitzende des Ausschusses, Meg Hillier, einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht zufolge. "Es hatte große Ambitionen, aber ist trotz der hohen investierten Summen daran gescheitert, sie zu erreichen."
  • FDP, Grüne und SPD haben einen erneuten Lockdown ausgeschlossen. Die "epidemische Lage von nationaler Tragweite" soll am 24. November auslaufen, teilten Politiker der drei Parteien am Mittwoch in der Bundespressekonferenz mit. Gleichwohl werde es am 25. November keinen "Freedom Day" geben, betonte der SPD-Politiker Dirk Wiese.
  • Die Ampel-Parteien SPD, Grüne und FDP wollen die Pandemie-Notlage Ende November auslaufen lassen und durch eine bis zum 20. März 2022 befristete Übergangsregelung ersetzen. Die Übergangsregelung soll es den Ländern ermöglichen, weiterhin bestimmte Corona-Schutzmaßnahmen wie etwa Maskenpflicht und 2G- oder 3G-Regeln durchsetzen zu können; auch Maßnahmen wie der vereinfachte Zugang zur Grundsicherung sowie die Corona-Arbeitsschutzverordnung sollen verlängert werden. Dies geht aus einem Eckpunktepapier vor, das der Nachrichtenagentur AFP vorliegt und das die drei Parteien am Mittwoch vorstellen wollen.
  • Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hadert angesichts der bevorstehenden feuchten und kalten Monate mit den Impfzahlen im Land. "Ich finde es wirklich frustrierend, dass wir bei einer Impfquote von knapp unter 70 Prozent herumdümpeln", sagte der Regierungschef der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Mittwoch). Man könne viel weiter sein, wenn mehr Menschen den einfachsten Weg aus der Pandemie mitgehen würden, indem sie sich impfen ließen.
  • In der Corona-Krise haben ärztliche Beratungen per Videosprechstunde stark zugenommen. Im ersten Halbjahr 2021 gab es bei Praxen von Ärzten und Psychotherapeuten mehr als 2,25 Millionen solcher digitalen Kontakte, wie eine Auswertung des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) ergab. Vor der Pandemie waren im ganzen Jahr 2019 keine 4000 Videosprechstunden abgerechnet worden. Die größte Nachfrage gab es demnach im April 2020 mit fast 604.000 Videosprechstunden. In den ersten drei Monaten 2021 waren es jeweils mehr als 400.000, seit März gingen die Zahlen wieder etwas zurück.
  • Entwicklungsorganisationen haben die reichen Industrienationen zu mehr Impfgerechtigkeit in der Pandemie aufgefordert. Vor dem Gipfel der Staats- und Regierungschefs der Gruppe der führenden Wirtschaftsnationen (G20) am Wochenende in Rom wurde besonders eine Freigabe der Impfstoffpatente gefordert und eine gerechtere Verteilung von Präparaten gegen das Coronavirus in der Welt. "Um endlich die Pandemie zu beenden, brauchen wir jetzt Impfstoffgerechtigkeit und einen transparenten Fahrplan, wann und wie Impfdosen geteilt werden", sagte am Mittwoch Friederike Röder von der Bewegung Global Citizen.
  • Das Leben in Australien wird für Ungeimpfte immer komplizierter. In der Metropole Melbourne und dem Rest des Bundesstaats Victoria gilt künftig: Sobald dort 90 Prozent der Bürger vollständig geimpft sind, dürfen Ungeimpfte nur noch Geschäfte betreten, die unverzichtbar fürs tägliche Leben sind - also etwa Supermärkte und Drogerien. Der Covid-19-Beauftragte der Region, Jeroen Weimar, erklärte am Mittwoch, es werde aber noch einige Wochen dauern, bis diese Regel in Kraft trete. Den Plänen der Regierung zufolge soll am 24. November die 90-Prozent-Marke erreicht sein.

Corona-News von Dienstag, 26. Oktober: Volker Wissing kritisiert Joshua Kimmich

  • FDP-Generalsekretär Volker Wissing hat die impfskeptischen Äußerungen des Fußball-Nationalspielers Joshua Kimmich kritisiert. "Gerade wenn man prominent ist, sollte man seine Meinung überprüfen, ob sie Vertrauen schafft oder Vertrauen zerstört", sagte er dieser Redaktion.
  • Angesichts seit Wochen steigender Corona-Infektionszahlen verzeichnet Großbritannien mit 263 neuen Todesfällen in Verbindung mit dem Virus binnen 24 Stunden den höchsten Wert seit dem 3. März.
  • Die Ampel-Parteien SPD, Grüne und FDP haben sich einem Bericht zufolge im Grundsatz darauf geeinigt, die Pandemie-Notlage Ende November auslaufen zu lassen. An ihre Stelle solle eine bis Ende März geltende Übergangsregelung treten.
  • Laut der Virologin Sandra Ciesek ist in der Gesellschaft ein Gewöhnungseffekt an die Corona-Pandemie eingetreten: "Ich habe das Gefühl, dass es im Moment nicht wirklich jemanden mehr interessiert, weil ein Gewohnheitseffekt eingetreten ist, man gewöhnt sich an diese Zahlen."
  • Angesichts der dramatischen Corona-Lage in Russland kommen immer mehr Krankenhäuser an ihre Belastungsgrenze. Rund 90 Prozent der für Corona-Patienten geschaffenen Betten seien belegt, sagte Gesundheitsminister Michail Muraschko am Dienstag in Moskau.
  • China geht im Kampf gegen eine neue Corona-Welle rigoros vor und hat die gesamte Millionenstadt Lanzhou unter Quarantäne gestellt. Die vier Millionen Einwohner der Stadt im Nordwesten des Landes dürfen ihre Wohnungen nur noch in Notfällen verlassen.
  • Der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Gernot Marx, warnt, es gebe "im Moment die etwas absurde Situation", dass zwar "nur" 1600 Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen lägen. "Aber im Vergleich zu Anfang des Jahres haben wir 4000 Intensivbetten weniger zur Verfügung." Marx begründete dies damit, dass aufgrund der Belastung viele Pflegekräfte ihren Beruf beendet oder ihre Arbeitszeit reduziert hätten.
  • Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, hält die öffentliche Diskussion um den Impfstatus von Fußball-Nationalspieler Joshua Kimmich für überzogen. "Es ist die persönliche Entscheidung von Kimmich, und die soll es auch bleiben! Die Debatte um Kimmich ist ein grenzenloser Unfug", sagte Mertens (71) der "Bild".
  • Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach fordert angesichts der erneut steigenden Corona-Inzidenzen in Deutschland eine deutliche Ausweitung der Auffrischungsimpfungen bei Risikogruppen. "In Anbetracht der steigenden Fallzahlen auch bei Älteren ist eine neue Impfkampagne zur Nutzung der Booster-Impfungen in dieser Altersgruppe jetzt unbedingt nötig", sagte Lauterbach den Zeitungen dieser Redaktion.
  • Intensivmediziner erwarten in den kommenden Wochen eine erneute Zunahme der Corona-Patienten in den Krankenhäusern. Er rechne saisonal bedingt und mit Blick auf steigende Inzidenzen "mit einem Anstieg der Covid-Patienten auf den Intensivstationen", sagte der der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Gernot Marx, dieser Redaktion.

Corona-News von Montag, 25. Oktober: EMA gibt Auffrischungsimpfungen mit Moderna-Vakzin grünes Licht

  • Die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA hat Auffrischungsimpfungen gegen das Coronavirus mit dem Impfstoff Spikevax des US-Unternehmens Moderna genehmigt. "Die Daten zeigten, dass eine dritte Dosis Spikevax, die sechs bis acht Monate nach der zweiten Dosis verabreicht wurde, zu einem Anstieg der Antikörperspiegel bei Erwachsenen führte, deren Antikörperspiegel abgenommen hatte", begründete die Amsterdamer Behörde am Montag ihre Entscheidung. Den Angaben zufolge wurden bei Auffrischungsimpfungen mit dem Moderna-Mittel bislang ähnliche Nebenwirkungen beobachtet wie nach zwei Impfungen.
  • Ab dem 8. November können jene Ausländer wieder in die USA einreisen, die mit bislang international anerkannten Präparaten vollständig gegen das Coronavirus geimpft sind. Akzeptiert würden dabei Impfstoffe, die eine Zulassung oder Notfallzulassung der US-Arzneimittelbehörde FDA oder der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bekommen hätten, teilte das Weiße Haus mit. Dies gilt derzeit für die Präparate von Biontech/Pfizer, AstraZeneca, Moderna, Johnson & Johnson, Sinopharm und Sinovac.
  • Der unabhängige Impfausschuss der US-Arzneimittelbehörde FDA prüft am Dienstag eine Zulassung des Corona-Impfstoffs von Biontech-Pfizer für fünf- bis elfjährige Kinder. Sollte das Gremium für eine Notfallzulassung für das Vakzin für diese Altersgruppe stimmen, müsste die FDA dies noch offiziell absegnen. In der Regel folgt die Behörde den Empfehlungen der Experten.
  • Die SPD peilt eine neue rechtliche Basis für Anti-Corona-Maßnahmen wie Maskenpflicht und Abstandsregeln an. SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich verwies am Montag in Berlin auf die derzeit wieder steigenden Infektionszahlen. Mit den möglichen künftigen Koalitionspartnern sei die SPD im Gespräch über neue Regelungen im Infektionsschutzgesetz, sagte Mützenich vor einer Fraktionssitzung mit Blick auf die Gespräche mit Grünen und FDP über die Regierungsbildung.
  • Der US-Impfstoffhersteller Moderna hat positive Zwischenergebnisse einer klinischen Studie mit seinem Corona-Vakzin bei Kindern vorgelegt. Bei Sechs- bis Elfjährigen habe der Impfstoff eine "starke" Immunantwort hervorgerufen, erklärte Moderna am Montag. Bei den Kindern sei eine "robuste neutralisierende Antikörper-Antwort" einen Monat nach der zweiten Impfdosis festgestellt worden. Komplette Datensätze wurden nicht veröffentlicht, außerdem wurde die Studie noch in keinem Fachmagazin vorgestellt.

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(fmg/dpa/afp/epd)