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Belästigungsvorwürfe: Luke Mockridge sagt Shows für 2022 ab

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Jonas Erlenkämper
Komiker Luke Mockridge hat seine bei Sat.1 geplanten TV-Shows abgesagt (Archivbild von 2019).

Komiker Luke Mockridge hat seine bei Sat.1 geplanten TV-Shows abgesagt (Archivbild von 2019).

Foto: IMAGO / Future Image

Der Komiker will erstmal keine TV-Shows mehr moderieren. Zuvor hatten Frauen im "Spiegel" neue Belästigungsvorwürfe gegen ihn erhoben

Berlin. Fünf Sätze braucht Luke Mockridge, um das vorläufige Ende seiner TV-Karriere mitzuteilen. Er werde auf absehbare Zeit keine Shows mehr moderieren, schreibt der 32-jährige Bonner kurz und knapp auf seiner Instagram-Seite. Er wolle sich weiter aus der Öffentlichkeit zurückziehen. Dem von vielen Fans bewunderten Komiker, der noch vor zwei Jahren mit dem Grimme- und dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet wurde, droht ein steiler Absturz.

Wie konnte es so weit kommen? Vorausgegangen war eine Recherche, die am Freitag auf "Spiegel Online" veröffentlicht wurde. Darin geht es um neue Details zu Vorwürfen sexualisierter Gewalt, die die Podcasterin Ines Anioli (35) – Mock­ridges Ex-Freundin – gegen ihn erhoben hatte. Außerdem werfen mehr als zehn Frauen Mockridge in dem Artikel Grenzüberschreitungen vor.

Nachdem der Text erschienen war, schrieb Mock­ridge: "Aufgrund der aktuellen Berichterstattung zu meiner Person werde ich meine Auszeit auf unbestimmte Zeit verlängern." Bereits Ende August hatte er in einem Instagram-Video eine Auszeit für das Jahr 2021 verkündet. In dem Video sagte er alle Fernsehshows für das laufende Jahr ab und reagierte damit auf in sozialen Netzwerken kursierende Vorwürfe gegen ihn. Sein Haussender Sat.1 hatte eine Woche nach Mockridges Video angekündigt, dass dieser im Jahr 2022 eine neue Show mit dem Titel "All Together Now" moderieren werde.

Ex-Freundin äußerte sich öffentlich in einem Podcast

Dazu wird es nun vorerst nicht kommen. "Ich brauche Zeit, Ruhe und Abstand, um zu verstehen, zu lernen und zu heilen", schreibt Mockridge. "Aus diesem Grund kann und werde ich die für das kommende Jahr bereits angekündigten Sat.1-Shows nicht moderieren." Sendersprecher Christoph Körfer sagte dem Branchenportal "DWDL.de", man respektiere Mockridges Entscheidung.

Der freiwillige Rückzug stellt den vorläufigen Höhepunkt einer medialen Schlammschlacht zwischen dem Ex-Paar dar, in der Aussage gegen Aussage steht. Die aus Duisburg stammende Anioli hatte bereits im April 2019 in ihrem gemeinsam mit dem Model Leila Lowfire (27) moderierten Podcast "Besser als Sex" erstmals Vorwürfe gegen einen Ex-Freund erhoben – zunächst aber, ohne einen Namen zu nennen.

Sie schilderte eine Nacht, in der sie gegen ihren ausdrücklichen Willen zum Sex gedrängt worden sei. Das Erlebnis habe sie traumatisiert. Mockridges Anwalt betonte gegenüber dem "Spiegel", dass die "von Frau Anioli erhobenen Vorwürfe sämtlichst wahrheitswidrig sind".

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Mockridge will irgendwann zurück in die Öffentlichkeit

Eine weitere Ex-Freundin von Mockridge erhob gegenüber dem Magazin ähnliche Anschuldigungen. Einmal habe er sie bedrängt und erst aufgehört, als sie weinte. Zu diesen Vorwürfen äußerte sich Mockridges Anwalt laut "Spiegel" nicht.

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Der Sohn des aus Kanada stammenden ehemaligen "Lindenstraße"-Schauspielers Bill Mockridge (74) wird im "Spiegel"-Artikel als "aggressiv" und "rücksichtslos" beschrieben. Ermittlungsunterlagen, die das Magazin einsehen konnte, zeichnen demnach "das Bild eines Mannes, der sich nicht im Griff hat".

Derweil scheint sich Luke Mock­ridge vorgenommen zu haben, eines Tages ins Fernsehen zurückzukehren. Am Ende seines kurzen Statements schreibt er: "Wir sehen uns wieder."

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