Impfstoffe

Corona-Kreuzimpfung: WHO warnt vor "eigenmächtigem Mix"

Spahn: Kreuzimpfung bietet "sehr hohen Impfschutz"

Spahn: Kreuzimpfung bietet "sehr hohen Impfschutz"

Die Ständige Impfkommission empfiehlt, nach einer Erstimpfung mit Astrazeneca als zweite Dosis ein anderes Präparat zu verabreichen. Eine derartige Kombination von Impfstoffen sei nach wissenschaftlichen Erkenntnissen "besonders wirksam", sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU).

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Eine Kreuzimfpung, also ein Mix von Corona-Impfstoffen, wird in Deutschland von der Stiko empfohlen. Die WHO äußert sich kritisch.

Berlin. 
  • Die Ständige Impfkommission empfiehlt Kreuzimpfungen für einen höheren Schutz gegen Corona
  • Bei der WHO kann man dieser Empfehlung nicht komplett folgen
  • Die Weltgesundheitsorganisation sieht einen "gefährlichen Trend"

Viele Menschen in Deutschland, die bei ihrer Corona-Impfung als erste Dosis das Vakzin von Astrazeneca erhalten hatten, werden bei ihrer Zweitimpfung mit einem mRNA-Impfstoff immunisiert. Das hatte die Ständige Impfkommission (Stiko) Anfang Juli wegen des besseren Schutzes vor einer Infektion mit dem Coronavirus so empfohlen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) unterstützt diese Empfehlung aber nur eingeschränkt. Zwar könne nach einer ersten Dosis Astrazeneca als Zweitimpfung das Corona-Vakzin von Biontech/Pfizer verabreicht werden. In allen anderen Fällen gebe es aber noch keine ausreichenden Daten, um sowohl die Wirksamkeit als auch die Sicherheit einer Kreuzimpfung zu bewerten.

WHO: Eigenmächtige Kreuzimpfungen sind "gefährlicher Trend"

Abgesehen von dem Mix von Astrazeneca und Biontech/Pfizer rät die WHO Impfwilligen laut "Deutschlandfunk" daher davon ab, verschiedene Impfstoffe zu kombinieren. Mit Blick auf eigenmächtige, also nicht mit Ärzten abgesprochene Kreuzimpfungen, spricht die Organisation von einem "gefährlichen Trend". Lesen Sie hier: Sind Kreuzimpfungen im Ausland anerkannt?

Die Mahnung der WHO gilt auch für Kreuzimpfungen von Astrazeneca und Moderna, wie sie in Deutschland derzeit durchaus verabreicht werden. Inwieweit bei einer solchen Impfung eine ausreichende Immunantwort hervorgerufen werde, müsse noch geklärt werden. Aktuell laufe etwa an der Universität Oxford eine entsprechende Studie. (nfz)