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Stiko-Chef Mertens: Das sagt er zu Impfungen bei Kindern

| Lesedauer: 3 Minuten
Laura Helbig
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Die Corona-Impfungen bei Kindern sorgen für Diskussionen. Beim "Coronavirus-Update" sprach Virologin Ciesek mit Stiko-Chef Mertens.

Berlin. Noch immer gibt es in der Öffentlichkeit und bei Experten keinen Konsens zur Frage, ob Kinder und Jugendliche gegen das Coronavirus geimpft werden sollen. In der aktuellen Folge des NDR-Podcasts "Coronavirus-Update" mit der Virologin Sandra Ciesek meldete sich der Chef der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, zu Wort.

Erst kürzlich hatte die europäische Arzneimittelbehörde EMA den Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer für Kinder ab zwölf Jahren freigegeben. Die Stiko zögert mit einer Empfehlung. "In Sachen Nebenwirkungen fehlen noch ausreichend Daten", hatte Stiko-Mitglied Christian Bogdan erklärt.

"Coronavirus-Update": Stiko-Chef zu Impfungen bei Kindern

Diesen Standpunkt bekräftigte auch Mertens im Gespräch mit Ciesek und Moderatorin Korinna Hennig. Er betonte, dass die Stiko die Empfehlung für einen Impfstoff für Kinder auf bestmöglicher Evidenzbasis treffe - und immer im Interesse der Gesundheit der Kinder. Mertens gab auch zu bedenken, dass schwere Verläufe oder gar Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-Infektion bei Kindern und Jugendlichen generell sehr selten seien.

Eine spätere Empfehlung für die Corona-Impfstoffe für Kinder schloss der Stiko-Chef allerdings nicht aus - nach der Prüfung weiterer Daten. Mertens und Ciesek betonten aber auch, dass eine Impfung für Kinder, die Risikogruppen für schwere Covid-Verläufen angehören, definitiv empfehlenswert sei.

Schulen brauchen gute Konzepte für den Herbst und Winter

Doch nicht nur die Corona-Impfung ist im Bezug auf Kinder ein großes Thema. Auch der Schulbetrieb sorgt immer wieder für Diskussionen. Aktuell sind die Schulen wieder im Regelbetrieb, die Corona-Zahlen in Deutschland sinken und die Sommerferien stehen bevor. Doch was wird danach? Zwar werden im kommenden Herbst und Winter voraussichtlich viele Erwachsene bereits gegen das Coronavirus geimpft sein, Kinder allerdings nicht.

Virologin Ciesek erklärt, dass es gute Konzepte für die Schulen nach den Sommerferien geben müsse, um eine mögliche vierte Welle zu verhindern. Wichtig sei etwa vermehrtes Lüften und die Installation von Hepa-Filtern. Sie zitierte dazu eine Studie aus dem US-Bundesstaat Georgia, die gezeigt hatte, dass ein Abstand von einem Meter zwischen Tischen in Schulen kaum einen Unterschied bei der Zahl von Infektionen mache - regelmäßiges Lüften allerdings schon.

Zweitimpfung nach Astrazenca: Neue Erkenntnisse mit Biontech-Vazin

Neue Erkenntnisse gibt es auch zu Zweitimpfungen mit dem Biontech-Vakzin nach einer Erstimpfung mit Astrazeneca. Ciesek sprach auf eine Untersuchung an, die in einem neuen Paper der Charité veröffentlicht wurde. Teilnehmende waren erst mit dem Impfstoff von Astrazeneca und zwölf Wochen später mit dem von Biontech geimpft worden.

Die Ergebnisse: Die lokalen Impfreaktionen waren bei einem "gemischten" Impfschema ähnlich wie bei einer reinen Biontech-Immunisierung. Die systematischen Reaktionen, wie etwa Kopf-,Gliederschmerzen und Fieber, waren bei den gemischten Impfungen sogar geringer.

Das waren die letzten Folgen des "Coronavirus-Update"

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