Corona-Podcast

Virologin Sandra Ciesek sieht "Brücken-Lockdown" kritisch

| Lesedauer: 2 Minuten
Corona: Unterschiedliche Lockdown-Bezeichnungen sorgen für Verwirrung

Corona: Unterschiedliche Lockdown-Bezeichnungen sorgen für Verwirrung

Harter Lockdown, weicher Lockdown, Lockdown Light oder doch eher ein Brücken-Lockdown? In Zeiten von Corona entstehen immer mehr Bezeichnungen. Das kann sehr verwirrend sein. Das Video gibt einen Überblick.

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Laut Virologin Ciesek bräuchte ein "Brücken-Lockdown" ein klares Ziel. Es müsse festgelegt werden, was damit erreicht werden soll.

Berlin. Die Virologin Sandra Ciesek warnt in der neuen Folge des NDR Info Podcasts "Coronavirus-Update" vor überzogenen Hoffnungen auf ein baldiges Ende der strikten Corona-Maßnahmen. Die Impfungen hätten derzeit noch keinen großen Effekt auf das Pandemie-Geschehen.

Damit äußerte sie sich auch zu einem sogenannten "Brücken-Lockdown". Der CDU-Vorsitzende und Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Armin Laschet, hatte am Montag angeregt, einen mehrwöchigen "harten Lockdown" zu verhängen, bis sich die Impfungen in Deutschland auf den Verlauf der Pandemie auswirken.

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Ciesek: Vier Wochen harter Lockdown helfen nicht viel

"Erst mal finde ich es gut, dass erkannt wurde, dass ein Problem besteht und dass etwas getan werden muss", sagt Ciesek im Podcast. Nun müsse aber zunächst einmal ausgearbeitet werden, wie lange solch ein Lockdown dauern müsse. Hierzu verweist Ciesek auf eine Berechnung des Robert Koch-Instituts zu der Frage, wie sich Kontaktbeschränkungen bei gleichzeitigem Impf-Fortschritt auf die Krankenhaus-Belastung auswirken würde.

"Die Berechnungen zeigen deutlich: Vier Wochen Lockdown, bei dem die Kontakte um bis zu 50 Prozent zurückgefahren werden, reichen nicht, um dieses Infektionsgeschehen groß zu verändern - weder bei den Todesfällen noch bei den mit Covid-19-Patienten belegten Intensivbetten", so Ciesek.

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Vor Juni wohl kein großer Effekt durch Impfungen zu sehen

Wichtig sei es deshalb, zu klären, was man mit einem strengeren Lockdown erreichen will. "Mir fehlt das klare Ziel", beklagt Ciesek. Erst wenn das feststehe, könne man daraus eine Strategie ableiten.

Die Virologin geht davon aus, "dass wahrscheinlich vor Juni kein wahnsinniger Effekt durch die Impfungen zu sehen sein wird", sodass man die Kontaktbeschränkungen in Deutschland auch erst dann aufheben könnte. "Ich denke, viele überschätzen den Effekt der Impfung", meint Ciesek. Es sei falsch zu denken: Jetzt sind fast alle über 80-Jährigen geimpft und jetzt kann man alle Corona-Maßnahmen fallen lassen. "Beispiele aus anderen Ländern wie Chile zeigen, dass sich solch ein Denken rächt." (bef)

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