Verschwörungstheorien

Nach KZ-Vergleich: RTL schneidet Wendler komplett aus "DSDS"

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Michael Wendler war trotz seines Ausstiegs am Dienstag in der RTL-Show "DSDS" zu sehen.

Michael Wendler war trotz seines Ausstiegs am Dienstag in der RTL-Show "DSDS" zu sehen.

Foto: Rolf Vennenbernd / dpa

Seinen DSDS-Job ist Wendler schon lange los. Nach seiner KZ-Äußerung zur Corona-Politik schneidet RTL ihn nun komplett aus "DSDS" raus.

Berlin. RTL wird Michael Wendler komplett aus der neuen Staffel "Deutschland sucht den Superstar" (DSDS) herausschneiden. Das kündigte der Sender am Mittwoch an. Der umstrittene Schlagersänger soll zuvor in einem Telegram-Post die aktuelle Corona-Situation in Deutschland mit jener von Gefangenen in KZ-Lagern der Nationalsozialisten in Verbindung gebracht haben.

"Es ist einfach nur noch dreist, was sich diese Regierung erlaubt! Das Einsperren von freien und unschuldigen sowie gesunden Menschen ist gegen jegliche Menschenwürde!", schreibt Wendler auf Telegram. Überschrieben ist der Post mit den Worten "Krisen Zentrum Deutschland". Das Brisante: Ursprünglich sah diese Überschrift anders aus. Im Original-Post lautete sie noch "KZ Deutschland".

„Wir verurteilen jegliche Form von Antisemitismus, Rassismus sowie Diskriminierung auf das Schärfste“, erklärte RTL-Geschäftsführer Jörg Graf als Reaktion auf den umstrittenen Post. Daher werde Wendler "sofort aus dem Programm" entfernt - selbst wenn dabei für die Zuschauer „sichtbare, dramaturgische Lücken entstehen“.

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Michael Wendler nach DSDS-Ausstieg bei RTL zu sehen

Jene dramaturgischen Lücken waren bisher einer der Gründe warum RTL Wendler nicht aus der aktuellen Staffel herausschneiden wollte. Seinen Job als "DSDS"-Juror ist der Trash-TV-Star nämlich bereits seit dem vergangenen Herbst los.

Damals hatte Wendler ein Instagram-Video mit irritierenden Aussagen zur Corona-Politik veröffentlicht. Der 48-Jährige hatte Fernsehsendern - darunter RTL - vorgeworfen "gleichgeschaltet" zu sein und seinen Ausstieg aus "DSDS" verkündet. RTL distanzierte sich daraufhin umgehend von Wendler und nannte ihn einen Verschwörungstheoretiker. Am Dienstag war er aber dann doch als Teil der Jury zu sehen.

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Das Problem: Schon vor dem skandalträchtigen "DSDS"-Aus des Schlagersängers waren die Castings aufgezeichnet worden - mit Michael Wendler. Ihn nachträglich aus der Show "schneiden" wollte RTL aber zunächst bewusst nicht. "Allein aus Fairness den Kandidaten gegenüber können wir ihn nicht rausschneiden", sagte eine RTL-Sprecherin dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland".

Weiter hieß es: "Aufgrund seiner Juryentscheide sind Leute nicht weiter- beziehungsweise in den Recall gekommen. Nach den Castingepisoden spielt Michael Wendler keine Rolle mehr bei 'DSDS' beziehungsweise bei RTL".

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Im Internet hagelte es für diese Entscheidung Kritik. Dort wurde unter anderem gefordert, man hätte sich auch während der Show von Michael Wendler distanzieren können. Dazu RTL: "Wir lassen uns eine erfolgreiche Show nicht von einem Verschwörungstheoretiker zerstören."

Der genannte Verschwörungstheoretiker verbreitet derweil auf Telegram weiter Unwahrheiten und haltlose Anschuldigungen. So behauptete er in Bezug auf die Corona-Pandemie, Ergebnisse von Impfstudien würden absichtlich falsch dargestellt werden. Zudem seien die Corona-Maßnahmen ein Vorwand, um die Freiheiten der Menschen auf Dauer einzuschränken und eine Diktatur zu errichten. (nfz/dpa)

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