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Black Friday: Wichtige Tipps und Hintergründe zur Rabattjagd

| Lesedauer: 10 Minuten
Maik Henschke
Black Friday Sale: So macht man ein echtes Schnäppchen

Black Friday Sale- So macht man ein echtes Schnäppchen

50 % Rabatt und mehr: So locken Händler am Black Friday. Doch tatsächlich sind die Preise gar nicht so viel günstiger. Fünf Tipps, wie man Fehlkäufe vermeidet.

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Onlineshops und Geschäfte locken zum Black Friday wieder mit hohen Rabatten. Wie Verbraucher Schnäppchen erkennen und Fallen meiden.

Berlin.  Seit Tagen schmücken wieder rote „Sale“-Schilder und dicke Prozentzeichen die Geschäfte. Onlineshops zählen die Stunden bis kommenden Freitag herunter und versprechen die angeblich höchsten Rabatte des ganzen Jahres. Der Black Friday , der in den USA traditionell am letzten Novemberwochenende das Weihnachtsgeschäft einläutet, ist längst auch in Deutschland angekommen – und spaltet die Gemüter.

Für die einen ist es der willkommene Zeitpunkt, frühzeitig Weihnachtsgeschenke zu besorgen und größere Anschaffungen günstiger zu ergattern. Die anderen verteufeln die alljährliche Rabattschlacht als Auswuchs übermäßigen Konsums. Fest steht: Die Aktionswoche rund um den Black Friday und den Cyber Monday drei Tage später ist für den Einzelhandel die umsatzstärkste Zeit des Jahres.

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Der Handelsverband Deutschland (HDE) erwartet in diesem Jahr einen Umsatz von 3,7 Milliarden Euro rund um die Rabattwoche – ein Plus von 18 Prozent zu 2019, das nur leicht unter dem der beiden Vorjahre liegt (22 Prozent) „Insofern haben diese Tage natürlich eine sehr starke Bedeutung für den Handel im gesamten Weihnachtsgeschäft“, sagt der stellvertretende HDE-Hauptgeschäftsführer Stephan Tromp unserer Redaktion. Kaum eine Branche ignoriert den Tag.

Black Friday und Cyber Monday: Was steckt dahinter?

Beide Aktionstage stammen aus den USA. Dort hat der Black Friday eine jahrzehntelange Tradition. Es ist der Tag nach Thanksgiving , dem Erntedankfest der US-Amerikaner . Dieser in den USA wichtige Feiertag fällt stets auf den letzten Donnerstag im November. Im Jahr 1961 warben Händler in Philadelphia am Freitag nach Thanksgiving erstmals mit Rabatten. Damit lockten sie so viele Menschen in die Innenstadt, dass die Polizei die Menschenmenge nur noch als schwarze Masse wahrnahm und dem Tag den Namen „Black Friday“ gab – so eine der Theorien.

Nach und nach inszenierten immer mehr Händler diesen Tag mit Rabatt- und Sonderaktionen. Bis heute ist der Black Friday einer der umsatzstärksten Tage im Jahr in den USA – allerdings vor allem im stationären Handel. Die Online-Händler in den USA erfanden später als Pendant den Cyber Monday , an dem man auch viele Rabatte findet.

Weil der Freitag traditionell als Brückentag genommen wird, und die Familien zusammen kommen, wird der Tag gerne für einen Einkaufsbummel genutzt – und gilt damit als inoffizieller Start des Weihnachtsgeschäfts. In den vergangenen Jahren sind zwar auch hierzulande die meisten stationären Händler auf den Zug aufgesprungen und locken mit Sonderangeboten. Aber anders als traditionell in den USA sei der Black Friday „in Deutschland vorwiegend ein Geschäft, das online stattfindet“, erklärt Tromp.

Black Friday verstärkt Trend zum Onlineshopping

Ein Trend, der inzwischen generell für das Weihnachtsgeschäft gilt: „Wir sehen ganz klar ein Abwandern des Umsatzes vom stationären in den Onlinebereich“, sagt Tromp. In diesem Jahr fällt die Rabattschlacht mitten in die zweite Coronavirus-Welle. Prassen in der Pandemie? Viele Verbraucher sind in Kurzarbeit, stehen plötzlich ohne Job da oder haben andere Probleme, als im Übermaß zu shoppen.

Selbst Verbraucher, die bisher mit dem Internet nicht so vertraut sind, würden 2020 verstärkt auf Onlineshopping ausweichen. Dieses Verhalten werde in Teilen auch nach der Coronakrise anhalten, prognostiziert Tromp. „Wenn ich mich erstmal daran gewöhnt habe und weiß wie das geht, dann wiederhole ich das.“

Tatsächlich drohen nach Einschätzung des HDE den Geschäften in den Städten aufgrund der Pandemie deutliche Einbußen, besonders in der Bekleidungsbranche. In einer Pressemitteilung ruft BlackFriday.de dazu auf, in dieser besonderen Zeit den lokalen Einzelhandel zu unterstützen und in den Innenstädten einzukaufen.

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Jeder dritte Onlineshopper will zum Black Friday einkaufen

Trotzdem dürfte die Woche um den „Schwarzen Freitag“ wieder für einen Rekordumsatz sorgen. Jeder dritte Onlineshopper (34 Prozent) plant am Black Friday einzukaufen, davon 60 Prozent schon etwas für Weihnachten. Das ergab eine HDE-Umfrage mit dem Institut für Handelsforschung. Fast jeder Onlineshopper – 95 Prozent – kennt demnach den Aktionstag Black Friday.

Die deutschen Verbraucher möchten am kommenden Black Friday im Schnitt 266 Euro ausgeben – also 25 Euro mehr als im Vorjahr. Dabei wollen vor allem Männer mit durchschnittlich 312 Euro mehr ausgeben als Frauen mit 222 Euro. So planen 61 Prozent der Männer und 39 Prozent der Frauen vor allem, Elektronik- und Technikprodukte einzukaufen. 36 Prozent möchten in erster Linie Kleidung, Schuhe und Accessoires shoppen.

Dies hat eine repräsentative Umfrage unter 2000 Bürgern über 18 Jahren im Auftrag der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) ergeben. Nur acht Prozent der Befragten wollen sich demnach wegen der Pandemie beim Shopping zurückhalten.

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Aber was ist wirklich günstiger und worauf sollten Verbraucher zum Black Friday achten?

Aktions-Schnäppchen einschätzen: So gelingt der Preisvergleich

Die Vergangenheit zeigt: Auf Angebote stoßen Verbraucher in praktisch allen Kategorien machen. Ob Modeketten, Sportgeschäfte , Technikshops oder Baumärkte: Kaum ein Händler, der nicht mit Bezug auf Black Friday mit Streichpreisen wirbt. Online-Versandriese Amazon etwa ruft wie viele zahlreiche andere Internethändler gleich eine ganze „Black Friday Woche“ mit täglich wechselnden Angeboten aus.

Das heißt aber nicht, dass alles tatsächlich ein Schnäppchen ist. „Es ist immer gut, sich im Vorfeld anhand einer Liste zu überlegen: Welche Dinge will ich denn kaufen“, sagt Elina Vorobjeva vom Preisvergleichsportal Idealo.de unserer Redaktion.

Dort oder bei Mitbewerbern wie Geizhals.de oder Billiger.de können Verbraucher im Internet sehr schnell ermitteln, welche Onlineshops das gewünschte Produkt derzeit am günstigsten anbieten. Und eine Kurve zur Preisentwicklung verrät, ob das Wunschprodukt im Jahresverlauf vielleicht schonmal preiswerter zu haben war.

Preisstudie: Nur jedes siebte Black-Friday-Angebot deutlich herabgesetzt

Idealo.de selbst hat im Rahmen einer Preisstudie im Vorjahr rund 2200 Produkte im Aktionszeitraum untersucht. „77 Prozent davon waren tatsächlich günstiger als im Monat davor“, sagt Vorobjeva. Aber nur jedes siebte Produkt war um mindestens 20 Prozent reduziert.

Demnach senken die Händler im Schnitt die Preise besonders bei Elektronik, Spiele für PC sowie Playstation und Xbox , Laufschuhen und Gesellschaftsspielen. Lego-Spielzeug dagegen – ein beliebtes Weihnachtsgeschenk – sei Anfang November am günstigsten.

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Wer lieber in Geschäften kauft, kann per Smartphone prüfen, ob das angebliche Schnäppchen wirklich eines ist: Am schnellsten gelingt das über den Barcodescanner in den Apps der genannten Vergleichsportale . Damit lässt sich der Strichcode auf der Verpackung scannen, schon kann man den Preis einordnen. Manche Geschäfte gehen bei Onlinepreisen aus Kulanz sogar mit.

Versandkosten kommen in Onlineshops oft noch hinzu. Größere Ketten bieten hier teilweise den Service „Click & Collect“: Online kaufen, in der Filiale abholen und so Lieferkosten sparen.

Online Shopping: Achtung bei Rückgabe und Umtausch

Sollte die bestellte Ware doch nicht gefallen, haben Onlineshopper ein 14-tägiges Widerrufsrecht . In dieser Frist können sie ihren Kauf ohne Angabe von Gründen zurückschicken. Achtung: Nicht immer ist das auch kostenlos. In stationären Geschäften gilt kein generelles Recht auf Umtausch oder Rückgabe. „Ich gehe aber fest davon aus, dass Kulanz im Weihnachtsgeschäft groß geschrieben wird“, sagt Tromp.

Von der Angebotsflut sollte man sich aber nicht zu unüberlegten Käufen hinreißen lassen, warnt Julia Rehberg von der Verbraucherzentrale Hamburg gegenüber unserer Redaktion. „Wenn ich bereits den Kaufentschluss hatte, kann ich noch die Mehrwertsteuer sparen. Aber ich sollte jetzt nicht um jeden Preis kaufen.“

Zudem rät sie zu Vorsicht bei Ratenkäufen . „Die führen schnell dazu, dass ich etwas kaufe, was ich mir nicht leisten kann und bei zu vielen davon den Überblick verliere.“

Black Friday: Online-Fakeshops erkennen

Beim Onlineshopping warnt Rehberg gerade jetzt vor betrügerischen „ Fakeshops “, die Kasse machen, ohne Ware je zu verschicken. „Wenn ich da per Vorkasse zahle, ist mein Geld natürlich weg.“ Das bestätigt uns auch Elina Vorobjeva von Idealo.de: „Beschränken sich die Zahlungsmethoden auf Vorkasse, ist das ein sehr schlechtes Zeichen.“

Am sichersten zahle man per Rechnung oder Lastschrift. Bei Fakeshops fehlt oft auch ein Impressum mit Adresse und Kontaktdaten des Shops.

Und wenn ich den Black Friday verpasse? Fast genauso gut sparen, sagt Vorobjeva, können Verbraucher durch saisonale Preisschwankungen und den natürlichen Preisverfall vieler Produkte, etwa bei Vorjahresmodellen. „Darüber kann ich eigentlich das ganze Jahr über Schnäppchen machen.“

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