Pandemie

Corona: Hilft Vitamin D gegen eine Covid-19-Erkrankung?

Vitamine sind besonders jetzt im Herbst und Winter wichtig für den Körper. Kann Vitamin D auch vor Corona schützen? Die Studienlage.

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Berlin. Vitamine stärken das Immunsystem. Da Vitamin D zum größten Teil bei Sonneneinstrahlung durch die Haut produziert wird, haben Menschen im Winter nicht selten einen Vitamin-D-Mangel. Sollten wir deshalb Vitamin-D-Tabletten zu uns nehmen – besonders angesichts von Corona? Kann das Vitamin einer Infektion vielleicht sogar vorbeugen oder einen schweren Verlauf verhindern?

Die Studienlage ist hier höchst widersprüchlich, eine positive Wirkung von Vitamin D auf eine Corona-Infektion ist nicht bewiesen.

Vitamin D und Corona – gibt es einen Zusammenhang?

Eine Studie aus Indonesien will einen Zusammenhang erkannt haben. Die Forscher haben den Verlauf der Krankheit bei 780 Patienten untersucht. Demnach gebe es bei einem Vitamin-D-Mangel ein erhöhtes Sterberisiko. 87,8 Prozent der Patienten mit Vitamin-D-Insuffizienz und 98,9 Prozent der Patienten mit Vitamin-D-Mangel verstarben an Corona, aber nur 4,1 Prozent der Patienten mit optimalem Vitamin-D-Spiegel. Das Risiko für einen tödlichen Verlauf soll bei Menschen mit mangelhafter Vitamin-D-Versorgung demnach um das 19-Fache erhöht sein. Nach Bereinigung der Störfaktoren Alter und Vorerkrankungen gebe es der Studie zufolge immer noch ein 10-mal höheres Sterberisiko für Coronavirus-Infizierte mit einem Mangel an Vitamin D.

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Martin Smollich sieht das kritisch. Die Relevanz von Vitamin D für ein funktionierendes Immunsystem sei unstrittig, sagt der Fachapotheker für Klinische Pharmazie und Leiter der Arbeitsgruppe Pharmakonutrition am Institut für Ernährungsmedizin des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein. Zur allgemeinen Prävention von Infekten aller Art sei Vitamin D aber nur dann wirksam, wenn es vorher einen Vitamin-D-Mangel gab, wie Smollich in der „Deutschen Apotheker Zeitung“ erläutert.

Smollich hat sich diverse Studien angeschaut und kommt zu dem Ergebnis, dass es eine „umgekehrte Kausalität“ gibt. „Im Rahmen der immunologischen Akut-Phase-Reaktion sinkt der Vitamin-D-Spiegel kurzfristig drastisch ab, weshalb hier ein niedriger Vitamin-D-Spiegel Folge und nicht Ursache der Covid-19-Erkrankung ist.“ Es habe gezeigt werden können, dass schwer erkrankte Corona-Patienten häufiger einen Vitamin-D-Mangel hätten.

Wofür Vitamine gut sind – und wo sie drin stecken
Wofür Vitamine gut sind – und wo sie drin stecken

Viele Studien hätten allerdings wenig Aussagekraft, „da entweder nicht auf potenzielle Störfaktoren adjustiert oder der Vitamin-D-Spiegel erstmals zum Zeitpunkt der Krankenhausaufnahme erfasst wurde“. Beachtet werden müsse auch, dass von einem Vitamin-D-Mangel häufig Menschen betroffen seien, die ein hohes Alter erreicht hätten oder an Diabetes oder Übergewicht litten. Diese Faktoren erhöhen ebenfalls das Risiko schwer an Corona zu erkranken.

Die Analyse eines Forscherteams um Hans Biesalski von der Universität Hohenheim stellt eine direkte Verbindung zwischen einem Vitamin-D-Mangel, bestimmten Vorerkrankungen und einem schweren Covid-19-Verlauf her. Warum diese Studie umstritten ist, lesen Sie hier. (jb)

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