Pandemie

Coronavirus kann wohl auch das Nervensystem schädigen

Schwindel, Kopfschmerzen, kein Geruchssinn: Das Coronavirus kann wohl auch in das Gehirn vordringen. Das zeigt eine aktuelle Studie.

Mehr als 1,5 Millionen Corona-Infizierte weltweit

Weltweit haben sich inzwischen mehr als 1,5 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert, rund die Hälfte von ihnen sind Europäer. Mehr als 87.000 Infizierte sind laut einer Zählung der Nachrichtenagentur AFP bislang gestorben.

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Berlin.  Wissenschaftler hatten in den vergangenen Wochen immer wieder darüber spekuliert, jetzt scheint es bewiesen zu sein: Das Coronavirus kann offenbar auch in das Gehirn vordringen.

So kann sich eine Infektion mit Sars-CoV-2 nicht nur mit Fieber, Husten und Atembeschwerden äußern, sondern auch neurologische Symptome verursachen. Das ist das Ergebnis einer Studie chinesischer Wissenschaftler mit Patienten in Wuhan.

Wie die Mediziner im Fachblatt „JAMA Neurology“ berichten, zeigte ein gutes Drittel der von ihnen untersuchten 214 Patienten Anzeichen dafür, dass das Virus das Nervensystem geschädigt hatte. Zu den häufigsten Symptomen gehörten:

  • Schwindel (36 Patienten, 16,8 Prozent)
  • Kopfschmerzen (28 Patienten, 13,1 Prozent)
  • Geschmacksstörungen (12 Patienten, 5,6 Prozent)
  • Störungen des Geruchssinns (11 Patienten, 5,1)
  • Schlaganfall (6 Patienten, 2,8 Prozent)

In den vergangenen Tagen hatten sich bereits Berichte darüber gehäuft, dass Corona-Patienten zumindest zeitweise ihren Geruchs- und Geschmackssinn verloren.

Coronavirus: Entzündung im Hirnstamm kann Atemstillstand begünstigen

Bereits vor der chinesischen Studie hatten Neurologen befürchtet, dass das Coronavirus auch im Gehirn Entzündungen auslösen kann. So ist von Sars und auch Mers – ebenfalls eine auf einen Coronavirus zurückgehende Erkrankung – bekannt, dass sie Schädigungen des Nervensystems bewirken können. Für beide Infektionen wurde experimentell belegt, dass das Virus über die Riechnerven in der Nasenhöhle ins Gehirn eintreten kann.

Im Hirnstamm sitzt auch die Steuerung für das Herz-Kreislauf-System und die Atemwege. Eine durch die Sars-CoV-2-Infektion ausgelöste Entzündung im Hirnstamm könnte somit zum Beispiel einen Atemstillstand begünstigen.

Derzeit forschen Experten auf der ganzen Welt zu dem Virus. Es sei nun wichtig, so Experten, dass Ärzte bei Patienten mit entsprechenden neurologischen Symptomen auch eine Covid-19-Infektion in Betracht ziehen, um eine Fehldiagnose zu vermeiden und eine weitere Übertragung zu verhindern.

(dpa/msb)

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