Überschwemmungen

Hochwasser in Indonesien tötet allein in Jakarta 60 Menschen

Heftige Regenfälle haben in Indonesien zum Jahresbeginn für Überschwemmungen gesorgt. Die Zahl der Todesopfer steigt immer weiter an.

Jakarta am Samstag: Eine Frau geht durch das Hochwasser einer überfluteten Straße. Indonesien erlebt derzeit die schlimmsten Überschwemmungen seit 2013.

Jakarta am Samstag: Eine Frau geht durch das Hochwasser einer überfluteten Straße. Indonesien erlebt derzeit die schlimmsten Überschwemmungen seit 2013.

Foto: Dita Alangkara / dpa

Jakarta.  Indonesien wird von den schlimmsten Überschwemmungen seit sieben Jahren heimgesucht. Viele Menschen starben. Tausende Menschen wurden evakuiert. Der Flughafen in der indonesischen Hauptstadt Jakarta wurde geschlossen.

In und rund um Jakarta sind mindestens 60 Menschen durch Hochwasser ums Leben gekommen. Zuerst hatten Behörden von neun Todesopfern gesprochen, später von 21, dann von 43. Die Behörden suchen noch nach weiteren Vermissten.

Im nahe Jakarta gelegenen Lebak, wo ein halbes Dutzend Menschen starb, warfen Einsatzkräfte von Polizei und Armee aus der Luft Pakete mit Lebensmitteln und anderem wichtigen Bedarf ab, da viele abgelegene Gemeinden auf dem Landweg nicht mehr erreichbar waren. Nach Polizeiangaben gab es in dem Gebiet zudem zahlreiche Erdrutsche.

Hochwasser in Indonesien: Sorge vor weiteren Regenfällen

Nach Angaben des indonesischen Gesundheitsministeriums wurden zudem 11.000 Einsatzkräfte aus dem Gesundheitsbereich sowie Soldaten mobilisiert. Sie sollten Medizin und Hygienesets verteilen, um den Ausbruch von Seuchen zu verhindern. Unterdessen steigt die Sorge vor neuen schweren Regenfällen.

Der Katastrophenschutz teilte mit, dass Teile Jakartas und seiner Satellitenstädte überschwemmt worden seien. Stundenlange, heftige Regenfälle hatten Häuser unter Wasser gesetzt und Autos weggespült. Der Starkregen hatte bereits am Silvestertag eingesetzt.

In einigen Gebieten sanken mittlerweile die Pegelstände. Viele Straßen waren verschlammt und mit Trümmern übersät. Die aus Sicherheitsgründen vorsorglich unterbrochene Stromversorgung wurde wieder hergestellt. Die Wetterbehörde warnte jedoch vor weiteren heftigen Regengüssen bis mindestens zum 10. Januar.

Menschen in ihren Häusern eingeschlossen

Ein 16-Jähriger war durch einen Stromschlag aus einer defekten Stromleitung getötet worden. Um ähnliche Unglücke zu verhindern, wurde in vielen Teilen der Millionenmetropole zwischenzeitlich die Stromversorgung gekappt, teilte ein Sprecher der Stromversorgungsfirma PLN mit.

Weitere Menschen starben nach Angaben der Katastrophenschutzbehörden an Unterkühlung, ertranken oder kamen bei Erdrutschen in den Außenbezirken der Stadt ums Leben. Unter den Toten war auch ein älteres Ehepaar, das durch die bis zu vier Meter hohen Fluten in seinem Haus eingeschlossen wurde, nachdem ein Fluss über die Ufer getreten war.

Menschen warten auf Hausdächern auf ihre Rettung

Laut Behördenangaben wurden am Neujahrstag bereits knapp 20.000 Menschen in Sicherheit gebracht. Mittlerweile wurden bislang 400.000 Menschen in Notunterkünften untergebracht. Die meisten von ihnen werden voraussichtlich nicht in ihre Häuser zurückkehren können.

Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie Menschen auf Hausdächern auf ihre Rettung warteten und sich mit Schlauchbooten in Sicherheit brachten. Einige Zugverbindungen wurden gestrichen. Nach Angaben des Verkehrsministerium wurde auch der Halim Perdanakusuma Flughafen geschlossen, weil die Start- und Landebahnen überflutet waren.

Es waren die schlimmsten Überschwemmungen seit 2013. Damals starben mehrere dutzend Menschen, nachdem die Stadt in Folge heftiger Monsunregen überflutet worden war. Überschwemmungen sind in Indonesien häufig, besonders während der Regenzeit, die Ende November begonnen hat.

Australien: Rund 4000 Menschen von Flammen eingeschlossen

Derweil nehmen die Buschbrände in Australien immer dramatischere Ausmaße an. Mindestens 17 Menschen haben bereits ihr Leben verloren. Tausende Menschen sind von den Flammen eingeschlossen worden, sie flüchteten ans Meer. (dpa/afp/gem)

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