NFL-Skandal

Viele wollten nicht: Maroon 5 spielt Super-Bowl-Halbzeitshow

Maroon 5 bestreiten die Halbzeit-Show beim Super Bowl. Die angebliche Wunsch-Kandidatin Rihanna wollte nicht. Eine politische Frage.

Maroon-5-Frotnmann Adam Levine darf mit seiner Band die Halbzeitshow des Super Bowl bestreiten. In der schwarzen Community ist das Event in großen Teilen derzeit verpönt.

Maroon-5-Frotnmann Adam Levine darf mit seiner Band die Halbzeitshow des Super Bowl bestreiten. In der schwarzen Community ist das Event in großen Teilen derzeit verpönt.

Foto: Amy Harris / dpa

Berlin.  Es ist die wichtigste Halbzeit-Pause der Welt: Jahr für Jahr wird beim Super Bowl, dem Endspiel der Football-League in den USA, eine Show abgefeiert, die in jeder Hinsicht auf höchstem Niveau angesiedelt ist.

Entsprechend große Künstler nutzen die Gelegenheit nur zu gern, um ihr Gesamtwerk hunderten Millionen Zuschauern zu präsentieren. Michael Jackson, Beyoncé, Lady Gaga, Madonna, Britney Spears (an der Seite von Aerosmith), Katy Perry, Prince, Coldplay – die Geschichte des Super Bowls ist auch gleichzeitig eine Geschichte der Pop-Musik.

Nun wurde offiziell bestätigt, wer dieses Jahr in Atlanta beim 53. Super Bowl die Gelegenheit nutzen darf: Die National Football League (NFL) bestätigte die langwierigen Gerüchte, dass Maroon 5 („This Love“, Girls Like You“) auf die Bühne dürfen. Dazu gesellen sich noch die Rapper Big Boi (kennt man von Outkast) und Travis Scott.

Skandal um Kniefall: Trump nannte Colin Kaepernick „Hurensohn“

Ganz unkompliziert war die Suche für die NFL wohl nicht. Vor allem die schwarze Community wetterte zuletzt gegen das Event, nach dem der ehemalige Quarterback Colin Kaepernick bei einem Spiel während der Nationalhymne auf die Knie gegangen war. Ein Affront für die konservative Liga. Kaepernick wollte damit gegen Polizeigewalt und Ungerechtigkeit gegen Schwarze protestieren.

Superstar Rihanna verkündete kurz darauf nach dem Super Bowl gefragt, dass sie aus Solidarität mit Kaepernick ganz sicher nicht auftreten würde. Trump bezeichnete den Footballer nach dem Vorfall als „Hurensohn“, der das Erbe der USA nicht respektieren würde.“ Barack Obama verteidigte den Sportler. Seit dem Vorfall findet Kaepernick keinen Job mehr in der League.

Immerhin mit Nike, die Firma stellte sich trotz der Proteste vor allem aus dem rechtspopulistischen Lager hinter ihn. Die Liga selbst tat das nicht.

Vorwürfe des Sexismus und des Rassismus

Vielen stieß auch negativ auf, dass Justin Timberlake 2018 die Show bestritt, Janet Jackson aber nicht noch einmal eingeladen worden war. 2004 hatte Timberlake Jackson ein Stück Kleid vom Körper gerissen und so einen Busen entblößt. Im konservativen Amerika ein riesiger Skandal.

Dass Jacksons Karriere danach vollständig kollabierte, Timberlake aber immer erfolgreicher wurde und sogar noch einmal ausgewählt wurde, empfanden viele aufgeklärte Amerikaner als sexistisch und rassistisch.

Genau wie Rihanna wollten Jay-Z und Cardi B nicht

Auch Rapperin Cardi B, die gerade erfolgreichste Frau im Genre und Duett-Partnerin ausgerechnet auf Maroon 5s aktuellstem Nummer-1-Hit in den USA, hat nach eigenen Angaben ein Angebot, ebenfalls teil der Show zu sein, abgelehnt. Auch sie gab Solidarität als Grund an.

Auf seinem Album mit Ehefrau Beyoncé, selbst vor dem Skandal mehrfach Retterin der Halbzeitshow gewesen, rappte Jay-Z: „Ihr habt mich gefragt, ob ich beim Super Bowl auftrete/Ihr braucht mich/Ich brauch euch nicht/sagt der NFL dass wir auch in Stadien spielen.“

Travis Scott lässt NFL für soziale Gerechtigkeit spenden

Big Boi kommt aus selbst aus Atlanta und ist großer Sportfan. Travis Scott ist der Freund der – vorsichtig ausgedrückt – öffentlichkeitsbegeisterten Kardashian-Clan -Zugehörigen Kylie Jenner .

Scott habe zugesagt, weil die NFL 500.000 Dollar an eine Organisation für soziale Gerechtigkeit, die er unterstützt, spendet.

Der Super Bowl findet am 3. Februar statt. (ses)