Im Baumarkt

„Reifen raus, Oma rein“ – Jetzt gibt es den Sarg als Bausatz

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Michaela Menschner

Foto: dpa

Mit etwas Geschick und einem Akkuschrauber können sich Bastler jetzt selbst ihren Sarg zusammenbauen. Den Bausatz gibt es im Baumarkt zu kaufen - für 199 Euro. Auch zu Lebzeiten ist er nutzbar.

Noch nicht einmal das Sterben ist umsonst. Bestattungskosten können ganz schön ins Geld gehen. Und viele haben für den letzten Gang nicht vorgesorgt. Die Hinterbliebenen sitzen dann auf den Kosten für die Beerdigung.

Das dachte sich ein Schreiner aus Rodgau in Hessen und hatte eine ganz neue Geschäftsidee. Heribert Schwab bietet einen Sarg als Bastelset zum selbst Zusammenbauen an.

199 Euro kostet der Bausatz, den der 65-Jährige in einem regionalen Baumarkt anbietet. „Das ist wie bei Ikea. Man kann’s selbst zusammenbauen“, sagt Schwab, der hauptberuflich Bienenkästen zimmert. „Da kann die Oma mithelfen, da kann der Opa mithelfen“, sagt er dem TV-Sender RTL.

Der Preis des Bastel-Sargs ist deutlich billiger, als handelsübliche Modelle. Für die müssen Kunden mindestens 1000 Euro ausgeben, nach oben ist die Grenze natürlich offen.

Die letzte Reise individuell gestalten

Die Kunden können bei Schwabs Variante zwischen 180 Farben und verschiedenen Designs wählen. „Lila mit Silber – das ist doch der letzte Schrei“, sagt Schreiner Schwab, dem sich die buchstäbliche Bedeutung seiner Worte wohl nicht so recht eröffnet. „Wer lässt sich schon in lila einsargen?“

Das Design des Bastelsargs sei an das des Sargs von Papst Johannes XXIII. angelehnt, der 1963 im Vatikan im Alter von 81 Jahren verstarb. Für den unvoreingenommen Betrachter sieht das „Erdmöbel“ eher wie eine ganz normale rechteckige Kiste aus. Wer es schicker will, muss draufzahlen. So kostet ein schlichtes Holzkreuz zum Aufnageln sechs Euro extra.

In einer Schreinerwerkstatt in der Nähe von Frankfurt a. M. lässt Schwab die Bauteile anfertigen. Geliefert werden sie mit Anleitung und Schrauben – nur der Ikea-typische Imbusschlüssel ist nicht dabei. Ein geübter Handwerker brauche mit einem Akkuschrauber nur etwa eine Stunde, um den Sarg zusammenzubauen, verspricht der Hersteller.

Praktisch auch schon zu Lebzeiten

Ob Feuer- oder Erdbestattung, das Hobbymodell sei für jede Art Bestattung geeignet, versichert Schwab. Das weiche Fichtenholz entspreche der Bestattungsverordnung, da es schnell verrotte. Und schließlich könne man das gute Stück ja auch schon zu Lebzeiten nutzen- beispielsweise in der Garage als Werkzeugschrank, hochkant versteht sich. Im Fall der Fälle könne man dann ganz einfach umdisponieren: „Reifen raus, Oma rein. Deckel zu, fertig!“

Der Verkaufserfolg lässt allerdings noch auf sich warten. Bisher hat der rührige Zimmermann nur zehn Bastelsets verkauft.

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