Seuche

Nigeria ruft wegen Ebola-Epidemie den Notstand aus

In Nigeria gibt es zwei weitere Ebola-Infektionsfälle. Die Bevölkerung wird aufgerufen, Menschenansammlungen zu vermeiden. In Kanada wurde ein Nigeria-Rückkehrer unter Quarantäne gestellt.

Foto: Sunday Alamba / AP

In Nigeria sind zwei weitere Ebola-Infektionsfälle bestätigt worden. Damit seien in dem westafrikanischen Land insgesamt neun Fälle registriert worden, in zwei Fällen verlief die Krankheit tödlich, wie Gesundheitsminister Onyebuchi Chukwu am Freitagabend mitteilte. Demnach gibt es sechs weitere Verdachtsfälle, 139 Menschen stehen insgesamt unter Überwachung. Zuvor hatte Präsident Goodluck Jonathan den nationalen Notstand ausgerufen.

Die Bevölkerung sei aufgerufen worden, Menschenansammlungen zu vermeiden, um eine weitere Verbreitung der Krankheit zu verhindern, teilte das nigerianische Präsidialamt mit. Der nationale Notstand gilt auch in Sierra Leone und Liberia.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erklärte die Ebola-Epidemie in Westafrika am Freitag zum internationalen Gesundheitsnotfall. Die Epidemie lasse sich nur mit Hilfe einer weltweiten Mobilisierung bekämpfen, warnte WHO-Chefin Margaret Chan nach einer zweitägigen Krisensitzung von Experten. Es ist erst das dritte Mal, dass die WHO einen derartigen Notfall ausruft.

Das Ebola-Virus hat sich seit Anfang des Jahres von Guinea aus in den Nachbarstaaten Sierra Leone und Liberia ausgebreitet. Nach WHO-Angaben starben bislang fast eintausend Menschen an dem durch Körperflüssigkeiten übertragenen Erreger, etwa 1800 Menschen infizierten sich.

Nigeria-Rückkehrer in Kanada unter Quarantäne

In Kanada ist ein Nigeria-Rückkehrer mit Ebola-Symptomen unter Quarantäne gestellt worden. Der Mann habe sich mit Fieber und anderen Symptomen in eine Notaufnahme eines Krankenhauses in einem Vorort von Toronto begeben, teilte die Klinik am Freitag (Ortszeit) mit.

Aus Vorsorge seien die höchsten Überwachungsmaßnahmen getroffen worden, darunter die Isolierung des Patienten. Es liefen Untersuchungen um herauszufinden, ob der Mann tatsächlich mit dem hochgefährlichen Erreger infiziert sei.