Epidemie

WHO ruft wegen Ebola Internationalen Gesundheitsnotfall aus

Es ist erst das dritte Mal, dass die WHO den Notfall ausruft. Sie kann jetzt weltweit völkerrechtlich verbindliche Vorschriften erlassen. Auf generelle Reiseverbote verzichtetet die WHO aber noch.

Foto: ALAIN GROSCLAUDE / AFP

Die Ebola-Epidemie in Westafrika ist zum Internationalen Gesundheitsnotfall erklärt worden. Die Einschätzung wurde einstimmig von den Viren- und Seuchen-Experten des Notfall-Komitees der zuständigen Weltgesundheitsorganisation (WHO) getroffen. Das teilte die WHO am Freitag in Genf mit.

Damit kann die Organisation jetzt weltweit Vorschriften zur Eindämmung des Ebola-Ausbruchs erlassen. Möglich sind unter anderem Quarantäne-Maßnahmen wie die Schließung von Grenzen sowie Einschränkungen im internationalen Reiseverkehr.

WHO-Generaldirektorin Margaret Chan gab bekannt, das sie die Empfehlungen des Notfall-Komitees vollständig angenommen hat und damit als weltweit völkerrechtlich verbindliche Gesundheitsvorschriften in Kraft setzt. „Alle Maßnahmen sind darauf gerichtet, eine weitere internationale Ausbreitung (von Ebola) zu verhindern“, sagte sie bei einer Pressekonferenz in Genf.

Noch keine Reiseverbote

Derzeit hält das Notfall-Komitee noch keine weltweiten Verbote im Reiseverkehr für nötig. Reisende müssten aber obligatorisch über die Ebola-Lage sowie Schutzmaßnahmen vor einer Ansteckung informiert werden, heißt es in den WHO-Empfehlungen.

Ebola-Patienten sollen demnach nur in Ausnahmefällen reisen dürfen, wenn eine medizinische Behandlung vor Ort nicht hinreichend möglich ist. Die Regierungen der betroffenen Länder werden aufgerufen, wo noch nicht geschehen umgehend den nationalen Notstand auszurufen.

Fast 1000 Tote

Ebola wütet besonders in den westafrikanischen Ländern Guinea, Sierra Leone und Liberia. Bisher haben sich mehr als 1.700 Menschen infiziert. Nach WHO-Erkenntnissen sind wahrscheinlich bereits fast 1000 Menschen dem Virus zum Opfer gefallen. Gegen Ebola gibt es noch kein Heilmittel und keine Schutzimpfung. Erste Fälle traten auch in Nigeria auf.

Es ist erst das dritte Mal, dass die WHO-Seuchenexperten für die Ausrufung eines Internationalen Gesundheitsnotfalls stimmten. Zuvor wurde im Mai 2014 wegen der Ausbreitung von Polio in Pakistan und Afghanistan zu dieser Maßnahme gegriffen sowie 2009 wegen der sogenannten Schweinegrippe.