„Wer wird Millionär?“

Was die Waschmaschine WM 66 konnte – und was nicht

Wolfgang Bosbach scheiterte im Prominenten-Special von „Wer wird Millionär?“ an der Frage zum DDR-Klassiker WM 66. Der Toplader konnte viel mehr als nur waschen.

„Die DDR-Kultwaschmaschine WM 66 ist unter anderem dafür legendär, dass viele Besitzer mit dem Gerät auch A) Heizstrom erzeugten, B) Obst einkochten, C) Staub saugten, D) Westradio empfingen?“

So lautete am Montagabend im Prominenten-Special von „Wer wird Millionär?“ (RTL) mit Moderator Günther Jauch die 500.000-Euro-Frage für Wolfgang Bosbach. Der CDU-Politiker musste passen, rief seinen Telefonjoker, die ZDF-Moderatorin und ehemalige DDR-Bürgerin Maybrit Illner, an. Doch auch sie wusste nicht die richtige Antwort „Obst einkochten“. So stieg Bosbach mit den zuvor gewonnenen 125.000 Euro aus.

Die Waschmaschine WM 66, an der der Vorsitzende des Innenausschusses im Bundestag scheiterte, war ein echtes Allround-Talent. Mit dem Toplader konnten DDR-Bürger nicht nur Wäsche waschen. In dem robusten Gerät konnten auch Gläser mit Obst eingeweckt oder auf Feiern sogar Bockwürste erhitzt werden.

Waschgang dauerte kaum mehr als fünf Minuten

Die WM 66 war preisgünstig und einfach zu handhaben. Ein Waschgang dauerte kaum mehr als fünf Minuten. Das Wasser wurde per Hand eingefüllt, Schleudern oder Spülen war nicht möglich. War die passende Temperatur erreicht, wurde die Heizung von Hand abgeschaltet. Ein Plastikrad am Boden der Maschine sorgte für den Waschgang.

Die erste Waschmaschine vom Typ WM 66 lief 1966 im VEB Waschgerätewerk Schwarzenberg im Erzgebirge vom Band. Später wurde dafür die Marke Foron geschaffen.

Mit der Wende kam allerdings auch der Niedergang, der Betrieb konnte nicht gerettet werden. Dennoch rumpelt in so manchen Haushalten auch heute noch eine WM 66.

Auf der Internetseite wellradwaschmaschine.de eines Rostocker Elektrohändlers gibt es übrigens noch eine Anleitung zum Einwecken mit dem Gerät.