Trauer

Mick Jagger würdigt L'Wren Scott und sagt Tournee ab

Die Rolling Stones werden nicht in Australien und Neuseeland auftreten. Sämtliche Konzerte wurden abgesagt. Scotts langjähriger Partner Mick Jagger schrieb: „Ich werde sie nie vergessen.“

Foto: www.mickjagger.com

Nach dem Tod der langjährigen Freundin von Mick Jagger haben die Rolling Stones ihre gesamte Tour durch Australien und Neuseeland abgesagt. „Es tut uns zutiefst leid“, teilten die Stones am Dienstag auf ihrer Homepage mit. Zugleich bedankte sich die Band bei ihren Fans für die „Unterstützung in dieser schwierigen Zeit“.

L'Wren Scott, die als Designerin und Model arbeitete, war am Montagmorgen (Ortszeit) leblos in ihrer New Yorker Wohnung gefunden worden. Das bestätigte eine Sprecherin der New Yorker Polizei. Offizielle Angaben zur Todesursache gab es zunächst nicht. Die Untersuchung des Falls dauere an, sagte die Sprecherin. In US-Medien wurde über einen möglichen Selbstmord spekuliert.

Jagger sei „komplett geschockt und niedergeschmettert“, so eine Sprecherin des Sängers. Der 70-Jährige war mit seinen Band-Kollegen in der Nacht zu Montag in Perth eingetroffen, wie die Band per Kurznachrichtendienst Twitter mitteilte.

Keine Anzeichen für ein Fremdverschulden

US-Medien wie der Nachrichtensender CNN berichteten unter Berufung auf Polizeiquellen, dass sich die Designerin mit einem Schal an einer Türklinke erhängt habe. Es gebe keine Anzeichen für ein Fremdverschulden. Scott habe keine Nachricht hinterlassen. Am Morgen hätte sie ihrem Assistenten eine SMS geschrieben, dass er vorbeikommen solle. Als er das wenig später tat, fand er Scott tot und rief die Polizei.

Die im US-Bundesstaat Utah als Laura Bambrough geborene Scott war seit Anfang der 2000er Jahre mit Jagger zusammen. Das mehr als 1,90 Meter große Model hatte als Designerin mit Prominenten wie Madonna, Sarah Jessica Parker, Nicole Kidman und Angelina Jolie zusammengearbeitet. 2006 gründete sie ihr eigenes nach ihr benanntes Modelabel. Sogar die US-First Lady Michelle Obama war bereits in Kreationen von Scott gesehen worden.

Die Designerin hatte ihre Kollektion im Februar 2013 bei der London Fashion Week gezeigt. Jagger hatte unterstützend in der ersten Reihe gesessen. Mitte Februar hatte Scott die Präsentation ihrer Herbst/Winter-Kollektion 2014/2015 bei der Londoner Modewoche allerdings kurzfristig abgesagt. Als Grund waren Verzögerungen in der Produktion genannt worden. Sie hatte die neuen Modelle stattdessen über soziale Medien vorstellen wollen.

„Brillant, elegant, liebenswürdig und großzügig“

Prominente Freunde und Bekannte von Scott reagierten bestürzt auf die Nachricht von ihrem Tod. „Ich bin untröstlich nach dem Verlust der großartigen und talentierten L'Wren Scott“, schrieb Jaggers Ex-Frau Bianca Jagger bei Twitter. „Möge sie in Frieden ruhen.“ Scott sei eine „seltene, wundervolle und talentierte Seele“ gewesen, schrieb die Schauspielerin Bette Midler. „Ich bin erschüttert.“

Es gebe keine Worte, die beschreiben könnten, wie sie sich fühle, zitierte die „New York Times“ Scotts Designer-Kollegin Diane von Furstenberg. „Ich wünschte, sie hätte um Hilfe gebeten, so dass eine solche Tragödie nie passiert wäre.“ Scott sei „brillant, elegant, liebenswürdig und großzügig“ gewesen, schrieb die Schauspielerin Olivia Wilde. „Was für eine Tragödie.“

Mick Jagger würdigte auf seiner Homepage Scotts „großartige Präsenz“. Er könne ihren tragischen Tod noch immer nicht begreifen, teilte der Frontmann der Rolling Stones auf Facebook mit. Er und die Modedesignerin hätten „viele wunderbare Jahre“ miteinander verbracht. Jagger nannte Scott seine „Geliebte und beste Freundin“. Zum Schluss seiner Mitteilung schrieb er: „Ich werde sie nie vergessen.“