Jubiläum

Ehrenmatinee für „den letzten Universal-Gelehrten“ Stölzl

200 Gäste aus Politik, Kultur und Gesellschaft kamen am Sonntag ins Deutsche Historische Museum, um dem Gründungsdirektor, Politiker und Autoren Christoph Stölzl zum 70. Geburtstag zu gratulieren.

Foto: Krauthoefer

Ein „Grenzgänger“, eine „Allzweckwaffe“, ein „Künstler durch die Hintertür“ – oder „einer der letzten Universal-Gelehrten“. 200 Gäste fanden am Sonntagvormittag viele Worte, um Christoph Stölzl zu beschreiben. Zahlreiche Vertreter aus Politik, Kultur und Gesellschaft waren zur Matinée ins Deutsche Historische Museum gekommen, um dem Historiker, Publizisten, Museologen und Politiker einen Tag vor seinem 70. Geburtstag die Ehre zu erweisen.

Beim Empfang stießen die Gäste gemeinsam an und erzählten sich die ein oder andere Anekdote, die sie mit Stölzl verbindet. Besonders gut in Erinnerung hat der ehemalige Regierende Bürgermeister Eberhard Diepgen Stölzls Zeit als Kultursenator in Berlin. „Man hat ihn damals geholt, um ihn als intellektuelles Aushängeschild für die Stadt zu haben – und diese Aufgabe hat er mit Bravour gemeistert“, so Diepgen.

Museumsdirektor Alexander Koch betonte, dass er sich jedes Mal freuen würde, wenn Stölzl, der Gründungsdirektor, zu Besuch nach Berlin komme. „Er ist schließlich beruflich gesehen mein Großvater“, so der Historiker. „Ich bin beeindruckt, dass seine Ideen unerschöpflich sind, und von der Art, wie es ihm gelungen ist, den Spagat zwischen Politik und Kultur zu meistern.“

Sein Sohn, Regisseur Philipp Stölzl, kennt den 70-Jährigen entsprechend ganz von seiner privaten Seite. „Wahrscheinlich ist man als Sohn immer stolz auf seinen Vater, aber ich habe wirklich Glück mit so einem Typen wie ihm“, so der Filmemacher, der gerade „Der Medicus“ verfilmt hat. „Gleichzeitig bin ich beeindruckt von seinem Wissen – er ist wie Wikipedia, bevor es das im Internet gab. Und ein toller Großvater ist er auch noch.“

„Beeindruckend“ und „neugierig“ waren wohl die Worte, mit denen Stölzl von den Gratulanten am Ende am häufigsten beschrieben wurde. Unter ihnen befanden sich auch Isa und Andreas von Hardenberg, Klaus Siebenhaar sowie Klaus und Evelyn Bresser.