Weihnachtsansprache

Papst fordert Frieden in Krisenregionen der Welt

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Foto: Ettore Ferrari / dpa

Es ist das erste Weihnachten im Vatikan für Papst Franziskus. Am Mittag sprach er vom Balkon des Petersdoms und rief zu Frieden in Syrien und Afrika auf. Tausende Pilger verfolgten die Rede vom Petersplatz aus.

Papst Franziskus hat am ersten Weihnachtsfeiertag den traditionellen apostolischen Segen „Urbi et Orbi“ – der Stadt und dem Erdkreis – gespendet. Vor Zehntausenden Menschen auf dem Petersplatz in Rom und Millionen Fernsehzuschauern in aller Welt verband er den Segen mit einem Weihnachtsgruß und dem Aufruf nach Frieden für die Welt: „Für die Kinder und die alten Menschen, für die Jugendlichen und die Familien, für die Armen und die an den Rand Gedrängten.“ Der Papst wünschte allen frohe und gesegnete Weihnachten. Das Oberhaupt der Katholiken sprach vom mittleren Balkon des Petersdoms zu der Menge der Gläubigen, die sich auf dem Petersplatz versammelt hatten.

Warnung vor Konflikt in Syrien

Papst Franziskus hatte in seiner traditionellen Weihnachtsansprache außerdem zum Frieden in den Krisenregionen der Welt aufgerufen, vor allem im Nahen Osten, im Südsudan und in Zentralafrika. Der Konflikt in Syrien habe zu viele Leben zerschlagen und Hass und Rache geschürt, sagte er am Mittwochmittag auf dem Petersplatz. Auch der Irak werde immer wieder von Attentaten erschüttert.

Besonders gedachte Franziskus dabei der Kinder, die stets die schwächsten Opfer der Kriege seien, aber auch der alten Menschen, der misshandelten Frauen und der Kranken. „Du Friedensfürst, bekehre überall die Herzen der Gewalttätigen, damit sie die Waffen niederlegen und der Weg des Dialogs aufgenommen wird“, sagte der Papst vor mehreren Zehntausend Menschen.

Erinnerung an das Flüchtlingsdrama

In der ersten Weihnachtsbotschaft seines Pontifikats forderte Papst Franziskus Hilfe für die Opfer von Menschenhandel und von Naturkatastrophen wie auf den Philippinen. Er verlangte ein menschenwürdiges Leben für die Flüchtlinge und verwies dabei auf das Flüchtlingsdrama vor der italienischen Mittelmeerinsel Lampedusa. „Mögen solche Tragödien mit zahlreichen Toten nie wieder geschehen“, rief der Papst.

Am Vorabend hatte Papst Franziskus erstmals seit seiner Wahl zum Kirchenoberhaupt Weihnachten im Vatikan gefeiert. Bei der Christmette an Heiligabend im Petersdom forderte Franziskus die Gläubigen zu Nächstenliebe und Selbstlosigkeit auf. „Wenn wir Gott und die Mitmenschen lieben, gehen wir im Licht“, sagte er in seiner Predigt vor Tausenden Gläubigen. Doch wenn sich das Herz verschließe und die eigenen Interessen vorherrschten, „dann bricht in und um uns die Finsternis herein“.

30 Kardinäle, 40 Bischöfe und 250 Priester

Christen seien „ein Volk unterwegs“, fügte Franziskus hinzu. Dabei wechselten helle und dunkle Momente einander ab. Jesus sei „gekommen, um uns von der Dunkelheit zu befreien und uns das Licht zu schenken“, sagte er. Jesus sei die „Mensch gewordene Liebe“.

Der Papst betonte, dass in der Weihnachtsgeschichte als erste die Hirten Jesus gesehen hätten, weil sie zu den Letzten, zu den Ausgegrenzten gehörten. „Er ist das Licht, das die Finsternis erhellt. Er ist unser Friede.“ Gemeinsam mit dem Papst wirkten 30 Kardinäle, 40 Bischöfe und 250 Priester an der Christmette mit.

Weihnachtsbaum von der bayerisch-tschechischen Grenze

Bereits am frühen Abend war die Krippe auf dem Petersplatz enthüllt worden. Die Figuren der Krippe stammen in diesem Jahr aus Neapel. Der von der oberpfälzischen Stadt Waldmünchen gestiftete Weihnachtsbaum auf dem Petersplatz kam in diesem Jahr von der bayerisch-tschechischen Grenze. Am ersten Weihnachtsfeiertag wird das Kirchenoberhaupt am Mittag auf der Mittelloggia des Petersdoms den Segen „Urbi et Orbi“ (der Stadt und dem Erdkreis) spenden.

( BM )

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