Schneefans und Romantiker in der Region Berlin und Brandenburg warten auch in diesem Jahr vergeblich auf weiße Weihnachten. Meteorologen sehen keine Chance für Schnee an Heiligabend oder den Weihnachtsfeiertagen. „Am 24. Dezember bleibt es sehr mild mit Temperaturen um zehn Grad“, sagte Angela Berger vom Deutschen Wetterdienst in Potsdam am Sonnabend.

Danach könnte es zwar ein wenig abkühlen. „Die Temperaturen bleiben jedoch deutlich über dem Normalwerten.“ Dazu sei der Himmel bewölkt, und die Niederschlagswahrscheinlichkeit liege bei mehr als 50 Prozent. Außerdem werde es windig, prophezeite die Meteorologin. Böen mit 60 bis 70 Stundenkilometer seien möglich.

Ein kleiner Trost bei dem Schmuddelwetter: Ab Sonntag werden die Tage wieder länger. Mit dem Beginn des kalendarischen Winters am Sonnabend ist die dunkelste Zeit erreicht. Bei Temperaturen zwischen 4 bis 7 Grad sollte das Sonnenlicht etwa 7,40 Stunden im Raum Berlin-Brandenburg zu sehen sein. Danach wird es täglich ein Stückchen länger.

Schon die Steinzeitmenschen feierten die Wintersonnenwende

Heute am 21. Dezember steht die Sonne so tief am Horizont, wie an keinem anderen Tag des Jahres. Die Unterschiede zum Vortag und zum folgenden Tag sind zwar winzig und fallen dem nicht an Astronomie interessierten gewiss nicht auf. Doch schon in der Steinzeit waren Menschen in der Lage, diesen besonderen Tag, den Tag der Wintersonnenwende, zu erkennen und zu kartieren. Das belegt beispielsweise die berühmte Kultstätte von Stonehenge in England.

War in früheren Jahrtausenden die Bedeutung der Wintersonnenwende spirituell und religiös aufgeladen, so verbinden heute die meisten Menschen diesen Tag schlicht mit dem hoffnungsvollen Gefühl, dass die Talsohle der dunklen Jahreszeit erreicht ist und ab jetzt die Tage wieder länger werden. Der nächste Sommer steht also gleichsam vor der Tür.

In heidnischen Zeiten lag es natürlich nahe, „die Wiederkehr der Sonne“ zu feiern, war ihr Licht doch der Lebensspender schlechthin. Auf den Tag der Wintersonnenwende, der vor zwei Jahrtausenden auf den 25. Dezember fiel, legten die Christen dann ihr Weihnachtsfest. Überschreiben ist besser als nur löschen, hatte man sich wohl schon damals gedacht.

Weihnachten verlegt

Die Kalenderreform von Papst Gregor XIII riss dann aber das Zusammenfallen von Wintersonnenwende und Weihnachten auseinander. Der 25. Dezember wurde als Weihnachtstermin beibehalten, doch der kürzeste Tag des Jahres verschob sich im Gregorianischen Kalender auf den 21. Dezember – wobei die Wintersonnenwende, abhängig von den Schaltjahren, auch schon mal auf einen 20. oder 22. Dezember fallen kann.

Für den aufgeklärten Menschen des 21. Jahrhunderts ist die Wintersonnenwende in erster Linie ein astronomisches Ereignis, dass sich aus der Geometrie der Erdbahn um die Sonne sowie der Neigung der Erdrotationsachse relativ der Bahnebene ergibt.

Es gibt sogar einen exakten Zeitpunkt, an dem die Erde auf ihrem Jahresumlauf um die Sonne die Wintersonnenwende erreicht. In diesem Jahr ist dies um 18.11 Uhr MEZ am 21. Dezember.

dpa/mim