Krawalle

Hamburger Polizei setzt bei 1.-Mai-Demo Wasserwerfer ein

Bei einer Kundgebung am 1. Mai kam es in Hamburg erneut zu Ausschreitungen. Die Polizei gingt mit Wasserwerfern gegen gewalttätige Demonstranten vor.

Foto: Getty Images

Bei der revolutionären 1. Mai-Demonstration in Hamburg hat es erneut Krawalle gegeben. Polizisten wurden am Mittwochabend bei einer Zwischenkundgebung am Bahnhof Altona gezielt mit Böllern angegriffen, wie eine Sprecherin sagte. Einige Beamte wurden dabei verletzt.

Außerdem flogen Flaschen, Knallkörper wurden gezündet. Die Polizei ging mit mehreren Wasserwerfern gegen die Randalierer vor und setzte auch Schlagstöcke sowie Pfefferspray ein. Die Veranstalter lösten die Demonstration daraufhin gegen 21 Uhr vorzeitig auf.

Nach dem Abbruch des Protests zogen Gruppen von Leuten in das Schanzenviertel, aber auch in andere Hamburger Stadtteile. „Wir müssen abwarten, was dort im Schutz der Nacht passiert“, sagte die Polizeisprecherin. „Im Vergleich zu anderen Jahren ist es bisher noch deutlich friedlicher – aber die Stimmung ist gereizt.“

Die Beamten nahmen zunächst acht Menschen fest, unter anderem wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung. Ein Müllcontainer wurde in Brand gesetzt. Insgesamt sind am 1. Mai in Hamburg rund 1600 Polizisten im Einsatz. Im Vergleich dazu: In Berlin sind es rund 7000 Beamte.

Verfolgen Sie HIER das Geschehen am 1. Mai in Berlin.

Im Anschluss an die revolutionäre 1. Mai-Demonstration war es auch in Hamburg in den vergangenen Jahren zu Ausschreitungen gekommen.

Unter dem Motto „Das Proletariat hat kein Vaterland“ waren rund 1400 Teilnehmer vom U-Bahnhof Feldstraße am linken Kulturzentrum „Rote Flora“ vorbei in Richtung Altona gezogen.

Bereits kurz nach dem Start kam es zu Zwischenfällen, vereinzelt flogen Böller und Flaschen. Beamte seien von Häusern aus mit Steinen attackiert worden, sagte die Sprecherin.

Einige skandierten: „Ganz Hamburg hasst die Polizei!“

An der Spitze der Demonstration setzte die Polizei ihre Reiterstaffel ein, außerdem waren fünf Wasserwerfer dabei. Die Demonstranten wurden von einem dichten Polizeispalier – mehreren Hundertschaften mit Schutzhelmen und Schlagstöcken – begleitet.

Der Protestzug kam mehrfach ins Stocken – unter anderem, weil sich Teilnehmer vermummt hatten und Böller zündeten. Einige Leute skandierten: „Ganz Hamburg hasst die Polizei!“. Auf Transparenten der Demonstranten aus dem linksradikalen Spektrum war etwa „Gegen Ausbeutung und Unterdrückung“ oder „Kampf dem Imperialismus in jedem Land“ zu lesen.

Die Walpurgisnacht war in Hamburg weitgehend friedlich verlaufen. Vor der „Roten Flora“ wurden vereinzelt Böller gezündet, Flaschen geworfen und unter anderem Mülleimer in Brand gesetzt. Anwohner versuchten, kleine Feuer zu löschen und Randale zu verhindern. Später griff die Polizei ein, zwei Menschen wurden festgenommen, elf kamen in Gewahrsam.