1. Mai in Berlin

Das Protokoll - Das passierte am Abend

| Lesedauer: 20 Minuten

Unsere Reporter waren am Abend des 1. Mai in Berlin unterwegs und haben aktuell von den Geschehnissen berichtet. Hier das Minutenprotokoll vom Abend und der Nacht.

16.37 Uhr: Polizei erteilt in Kreuzberg erste Platzverweise

Im Bereich des Startplatzes für den 18-Uhr-Aufzug hat die Polizei bereits mehreren Personen Platzverweise erteilt. Zudem gehen die Beamten derzeit Hinweisen nach, wonach im Bereich des Myfestes angeblich zwei illegale Bühnen stehen sollen.

16.40 Uhr: Polizei bezieht ihre Positionen

Am Startplatz der 18-Uhr-Demo in Kreuzberg beziehen erste Einsatzkräfte ihre Positionen. Auch die ersten Teilnehmer der Demonstration sind bereits da.

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17.04 Uhr: Startplatz für 18-Uhr-Demo füllt sich

Der Startplatz für die 18-Uhr-Demonstration an der Skalitzer Straße Ecke Wiener Straße füllt sich langsam. Die Polizei zieht erste Absperrungen hoch. Der Verkehr wird umgeleitet. Die Demonstrationsroute ist inzwischen geräumt, es gibt kaum noch parkende Autos. An strategischen Punkten entlang der Route werden Absperrungen vorbereitet. Außerdem zieht die Polizei dort Einsatzkräfte zusammen.

17.10 Uhr: Innensenator Henkel bislang zufrieden

Innensenator rank Henkel zeigt sich bislang zufrieden mit dem Verlauf der Demonstrationen und Veranstaltungen. „Die Polizeitaktik ist bislang aufgegangen, ich habe eine professionelle Arbeit erlebt. Die Polizei agiert besonnen, aber konsequent, da wo es nötig ist“, sagt Henkel am Nachmittag. Auch die Walpurgisnacht sei weitgehend friedlich verlaufen, obwohl erstmals zwei Veranstaltungen mit jeweils 3000 Teilnehmern stattfanden.

Für den Abend zeigt sich Henkel vorsichtig optimistisch. „Ich habe an mehreren Lagebesprechungen teilgenommen und sehe die Polizei auf viele Szenarien gut vorbereitet.“

17.20 Uhr: Am Moritzplatz geht nichts mehr

Nichts geht mehr am Moritzplatz. Der Bus M29 fährt ja sowieso häufig Kolonne - jetzt parken sechs Stück in einer Reihe. Davor: Polizei. Die Einsatzfahrzeuge stehen auf den Gehwegen, die Beamten auf den Radwegen. Dazwischen laufen Fußgänger. An den Rändern des Platzes ein Wald aus abgestellten Fahrrädern. Mitten drin erklärt ein Busfahrer Touristen den Weg zum Alex. Und die Deutsche Polizeigewerkschaft verteilt Gummibärchen an die Kollegen.

17.21 Uhr: Spontandemo über das Myfest

Eine Gruppe Autonomer, geschätzt 700 bis 800, hat sich zu einer Spontandemo über das Myfest formiert. An der Waldemarstraße fliegen zwei Steine, die Polizei behält die Lage aber unter Kontrolle. Aufforderungen an die Besucher des Festes, sich der Demo anzuschließen, werden durchweg ignoriert.

17.30 Uhr: Kinder bewerfen sich mit Schaumstoff-Steinen

Neben der Freilichtbühne beim Mariannenplatz bewerfen sich Kinder mit Pflastersteinen. Die Steine sind allerdings aus Schaumstoff. Ein paar Meter weiter hauen zwei noch kleinere Kinder mit richtigen, Steinen auf einen kleinen Findling ein. Ihre Mutter schauen eine Weile zu, und drücken ihrem Nachwuchs dann Blumen in die Hand, Löwenzahn. Der wird auf den Findling gelegt, die Steine verschwinden in den Hosentaschen. Man verabschiedet sich artig.

+++ Das große Special zum 1. Mai +++

17.37 Uhr: Niemand interessiert sich für die Spontandemo

Die Spontandemo zieht über den Mariannenplatz Richtung Heinrichplatz, aber es interessiert niemanden. Vor der türkischen Bühne wird getanzt.

17.40 Uhr: Antikonfliktteam entspannt

„Vor Jahren wäre es noch undenkbar gewesen, dass ein Polizist am 1. Mai alleine über den Mariannenplatz laufen konnte“, sagt Ingo Wolff, Polizeibeamter des Antikonfliktteams der Polizei. „Das zeigt den Wandel bei dieser Veranstaltung und der Polizei.“

17.42 Uhr: Die Menschen tanzen zu „Summertime“

Der Startplatz füllt sich zunehmend. Die Menschen tanzen zu „Summertime“. 20 Meter entfernt versammeln sich die ersten schwarz gekleideten Antifa-Aktivisten und schwenken ihre rote Fahne. Die Stimmung bleibt aber friedlich.

>>>Der Live-Ticker von der Oranienstraße<<<

17.45 Uhr: Für Generationenkonflikt nicht zuständig

„Ich habe den ganzen Tag schon Streit mit meiner Mutter“, sagt eine Frau zu Oktay Jens Wache vom Antikonfliktteam der Polizei. Sie schiebt ihre Mutter im Rollstuhl über das Myfest. „Meine Mutter will immer woanders hin als ich. Können Sie den Konflikt nicht lösen?“ Wache schaut Mutter und Tochter an und grinst. „Entschuldigen Sie bitte meine Damen. Das ist ein Generationenkonflikt. Für den sind wir nicht zuständig.“

17.50 Uhr: 1500 Teilnehmer am Startplatz

Am Startplatz haben sich inzwischen etwa 1500 Teilnehmer versammelt, darunter auch der sogenannte Schwarze Block. Es herrscht laut Polizei weiterhin weiter großer Andrang, auch die Spitze einer Spontandemo, die zuvor über das Myfest gezogen ist, erreicht den Startplatz für die 18-Uhr-Kundgebung.

18.00 Uhr: Start der 18-Uhr-Demo verzögert sich

Der Zeitpunkt des offiziellen Starts für die 18-Uhr-Demo ist da. Doch bislang sieht es nicht danach aus, dass sich der Zug in Bewegung setzt.

18.01 Uhr: Mehr als 2000 Teilnehmer bei 18-Uhr-Demo

Eine kleine Korrektur: Der offizielle Startplatz für die 18-Uhr-Demo ist der Lausitzer Platz. Von dort geht es über Skalitzer Straße, Köpenicker Straße, Heinrich-Heine-Straße, Oranienstraße und Axel-Springer-Straße Richtung Mitte. Inzwischen haben sich mehr als 2000 Teilnehmer versammelt.

18.14 Uhr: Die ersten Grills werden eingepackt

Wachwechsel am hinteren Teil des Mariannenplatzes: Die ersten Grills werden eingepackt, ebenso die gehäkelten Topflappen am Freiheit-für-Öcalan-Stand. Nebenan rollen immerhin noch drei Männer fleißig Falafel, sie tragen Palästinensertücher um den Kopf und bieten bedruckte T-Shirts an: Freiheit für Palästina. Davor tanzt eine große Gruppe im Halbkreis für die Befreiung Kurdistans - und gegen den deutschen Punkrock der hintersten Bühne... Von der Demo spricht hier niemand.

18.20 Uhr: Demo soll gleich beginnen

Durchsage: Gleich gehe es los. Eine Teilnehmerin verliest die Auflagen der Polizei. Sie liest so schnell, dass es niemand versteht. Es geht wohl um Glasflaschenverbote und die Aufforderung, es bei der Kundgebung bei Meinungen zu belassen.

18.25 Uhr: U1 fährt unregelmäßig

Die U1 fährt in beiden Richtungen unregelmäßig, Richtung Kreuzberg sind die Züge sehr voll. In Durchsagen wird auf technische Probleme verwiesen. Am Antreteplatz laufen noch Ansprachen, derzeit auf Türkisch, der Start verzögert sich weiter.

18.44 Uhr: Ströbele trifft am Startplatz ein

Auch Christan Ströbele ist am Startplatz angekommen. Er trägt eine braune Jacke und ist mit einem Fahrrad unterwegs. „Das wird ein langer Abend“, sagt er. Wie jedes Jahr laufe er mit. Der Politiker glaubt, dass dieses Jahr noch mehr Teilnehmer kommen als in den vergangenen. Warum? Er zuckt die Achseln und lächelt.

18.49 Uhr: Zugänge zum Myfest werden geschlossen

Laut einem Polizeisprecher hat der Veranstalter des Myfestes damit begonnen, mehrere Zugänge zu schließen. Das Gelände sei überfüllt. Die Zahl der Besucher wird auf 39.000 geschätzt.

18.50 Uhr: 6000 Teilnehmer bei Demo

Laut der Polizei haben sich inzwischen 6000 Teilnehmer am Startplatz versammelt. Bislang ist unklar, wann die Demonstration startet. Es gibt unterschiedliche Angaben.

18.56 Uhr: Demo soll um 19.30 Uhr starten

Der Veranstalter kündigt an, dass der Start sich möglicherweise bis 19.30 Uhr verzögert. In der Nähe des Startplatzes haben sich an verschiedenen Stellen weitere Gruppen versammelt, die sich laut Einschätzung der Polizei der Demo nach dem Start anschließen werden.

19.05 Uhr: Demo startet

Der Demonstrationszug setzt sich jetzt in Bewegung, etwas früher als angekündigt.

19.12 Uhr: Bis zu 10.000 Teilnehmer

Bislang sind 6000 bis 7000 Teilnehmer unterwegs, die Polizei schätzt aber, dass sich weitere 3000 bis 4000 in Kürze anschließen werden.

19.18 Uhr: Allgemeiner Aufbruch auf Myfest

Auf dem Myfest herrscht allgemeiner Aufbruch.

19.21 Uhr: Demozug erreicht Ver.di-Haus

Die Spitze der Demonstration hat jetzt das Ver.di-Haus in der Köpenicker Straße erreicht, der große Rest steht aber immer noch am Lausitzer Platz. An der Spitze laufen griechische Gewerkschafter.

19.23 Uhr: Der Demozug verlässt den Lausitzer Platz

Auch die letzten Demonstranten verlassen jetzt den Lausitzer Platz - gefolgt von fünf Mannschaftswagen der Polizei. Sie fahren knirschend über Glasflaschen.

19.27 Uhr: Feuerwerkskörper werden gezündet

Immer wieder werden in der Menge Feuerwerkskörper gezündet. Auch auf einem Dach an der Ecke Adalbert- und Köpenicker Straße wird Feuerwerk gezündet.

19.36 Uhr: Schwarzer Block vermummt sich

Hinter dem ersten der drei Lautsprecherwagen im Aufzug läuft der "Schwarze Block" mit mehreren 100 Teilnehmern. Alle haben sich inzwischen mit Kapuzen, Tüchern und Sonnenbrillen vermummt.

19.47 Uhr: Teilnehmerzahl wächst auf 7000

Die Polizei zählt jetzt 7500 Teilnehmer der Demonstration und rechnet damit, dass die Zahl weiter steigen wird. Die Spitze des Demozugs erreicht die Heine-Heine-Straße. Bislang ist es größtenteils friedlich.

19.56 Uhr: Erste Steinwürfe

Aus dem vorderen Teil des Demonstrationszugs werden vereinzelt Steine auf Einsatzkräfte der Polizei geworfen.

19.57 Uhr: Veranstalterin des Myfestes zufrieden

Claudia Richter, Veranstalterin des Myfestes (Die Linke): "Wir sind sehr zufrieden, es sind wirklich viele Menschen da gewesen, gerade auch zu den politischen Veranstaltungen wie der Rede von Gregor Gysi. Da war es rappelvoll an der Bühne, das hätten wir so nicht erwartet." Wie viele Besucher bis zum Abend da gewesen waren, als die Linke ihre Stände wegräumte, konnte sie nicht sagen. „Manche sagen, es waren so viele wie in anderen Jahren, manche meinen, es waren etwas weniger.“

19.58 Uhr: Vermummte biegen in Seitenstraßen ab

Im Bereich der Schmidstraße scheren Dutzende von Vermummten aus dem schwarzen Block aus dem Zug aus und laufen in Seitenstraßen hinein.

20.05 Uhr: Vermummte greifen Sparkasse an

Mehrere Vermummte greifen in der Heinrich-Heine-Straße eine Sparkassenfiliale an und versuchen, die Scheiben einzutreten. Die Polizei spricht von mehreren durchschlagenen Scheiben, eine weitere sie aus der Verankerung getreten worden.

20.09 Uhr: Angriffe auf Polizisten

Nahe einer Tankstelle in der Oranienstraße greifen Demonstranten die Polizei mit Flaschen und Steinen an.

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20.11 Uhr: Zwei Autos angegriffen

An der Dresdener Straße zerstören Demonstranten die Scheiben eines Mercedes und eines BMW.

20.15 Uhr: Ein Citroen wird umgekippt

In der Heinrich-Heine-Straße wird ein Citroen auf die Seite gekippt, am Moritzplatz fliegen Steine gegen Polizisten.

20.21 Uhr: Stimmung beruhigt sich wieder

Am Moritzplatz liegen Steine auf der Straße und Glassplitter. Die Stimmung beruhigt sich zunächst wieder. Es seien Steine in ihre Richtung geflogen, sagt ein Polizeibeamter. Verletzte gab es ersten Angaben zufolge offenbar nicht. Das Ende des Demonstrationszuges verlässt den Moritzplatz in die Oranienstraße.

+++ Das große Special zum 1. Mai +++

20.31 Uhr: Erste Festnahmen bei Demonstration

Nach den Steinwürfen auf Polizisten sind mehrere Demonstranten festgenommen worden. Die Polizei spricht von fünf oder sechs.

20.36 Uhr: 9000 Teilnehmer bei Demonstration

Der Demonstrationszug ist inzwischen auf 9000 Teilnehmer angewachsen, bestätigt die Polizei.

20.38 Uhr: Henkel und Kandt bislang zufrieden

Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) hat sich mit dem bisherigen Verlauf des 1. Mai zufrieden gezeigt. Die Polizei habe die Lage im Griff, sagte Henkel am Mittwochabend. Wenn sich die Lage ändere, werde konsequent gehandelt, kündigte er an. Im wesentlichen ohne Probleme sei insbesondere der Vormittag verlaufen. „Bis auf ein paar kleine Zwischenfälle verliefen die Kundgebung der NPD und die Gegendemonstration so, dass wir aus polizeilicher Sicht damit zufrieden sind.“

Polizeipräsident Klaus Kandt wies darauf hin, dass das Polizeifernsehen am Abend nur sehr kurz eingesetzt worden sei. Etwas länger hätte die Polizei die Überwachungsmöglichkeit bei der von der NPD angemeldeten Demo am Vormittag und den Gegendemos genutzt. Dabei nimmt die Polizei vom Hubschrauber aus die Demonstrationen auf, darf sie aber nicht speichern.

20.40 Uhr: Finanzministerium abgeriegelt

Die Polizei riegelt das Bundesfinanzministerium an der Leipziger Ecke Wilhelmstraße ab. Der Zug hat sich in der Leipziger Straße auf vier Spuren und die breiten Gehwege verbreitert. Einige kürzen auch durch den Garten einer Hotelkette ab. Touristen stehen vor dem Hotel und beobachten alles mit einer Mischung aus Neugier und Skepsis.

20.44 Uhr: Erste Teilnehmer verlassen Demozug

Die Spitze des Zugs erreicht die Leipziger/ Ecke Friedrichstraße. Die Polizei spricht erstmals von 10.000 Teilnehmern, beobachtet aber, dass viele Demonstranten den Zug nach links verlassen, also zurück in Richtung Kreuzberg. Die Leute werden von Einsatzkräften begleitet.

20.50 Uhr: In Kreuzberg ist alles ruhig

Während die Demonstration durch Mitte zieht, herrscht in Kreuzberg Ruhe. Am Mariannenplatz ist noch türkische Party, der Rest hat sich an die Bühnen der umliegenden Straßen verteilt. Am vollsten ist die Oranienstraße, dort geht es nicht mehr vor und zurück. Müllberge überall, aber die Pfandflaschen sind schon eingesammelt.

20.55 Uhr: „Ich traue dem Frieden nicht“

Wolfgang Wieland (Grüne) sagt: „Ich traue dem Frieden nicht.“ Er habe zuviel Mai-Erfahrung.

20.57 Uhr: Polizei korrigiert Zahl der Teilnehmer

Laut neuester Polizeizählung sind es jetzt nur noch 8000 Teilnehmer. Die Spitze des Demozuges ist in der Wilhelmstraße.

20.58 Uhr: S-Bahnhof geschlossen

Die Polizei hat den S-Bahnhof Unter den Linden vorsichtshalber geschlossen.

21.08 Uhr: Die Demonstration hat ihr Ziel erreicht

Die Spitze des Aufzugs hat den Endplatz in Höhe des Willy-Brandt-Forums erreicht. Die „Linden“ sind vor dem Brandenburger Tor abgesperrt. Die Teilnehmer feiern sich für die Ankunft im politischen Zentrum Berlins.

21.10 Uhr: Erneut Scheibe an einer Bank zerstört

An der Leipziger /Ecke Charlottenstraße sind erneut die Scheiben einer Bank zerstört worden.

21.22 Uhr: Das Ende der Veranstaltung

„Das ist das Ende der offiziellen Veranstaltung“, heißt es. Die Gruppe am Brandenburger Tor ist von Polizisten umgeben. Viele Teilnehmer verlassen zu den Klängen der Internationalen den Platz. Bislang bleibt es ruhig.

21.28 Uhr: Hunderte verlassen Demonstration

Auch in der Glinkastraße verlassen Hunderte Demonstranten die Demonstration in Richtung Süden unter den Augen der Bundespolizei. Der Weg zur Friedrichstraße ist vorerst noch für Autos und Passanten abgesperrt. Berliner Polizisten sichern dort die Hotels und Geschäfte.

21.30 Uhr: Polizei begleitet Demonstranten

Einsatzkräfte begleiten einschlägig bekannte Demonstranten beim Verlassen des Endpunktes der Demonstration. Die Polizei stellt sich darauf ein, dass etliche zurück nach Kreuzberg auf das Myfest wollen.

21.42 Uhr: Polizei gibt Brandenburger Tor frei

Die Demonstration löst sich bislang ruhig auf. Die Polizei hat die Sperrung von Brandenburger Tor und dem Hotel Adlon wieder aufgehoben.

21.59 Uhr: Polizei nimmt Demonstranten fest

Die Polizei beobachtet, dass zahlreiche Demo-Teilnehmer nach Kreuzberg zurückkehren. Einsatzkräfte haben in der vergangenen halben Stunde mehrere Teilnehmer festgenommen, die während der Demo als Straftäter beobachtet oder gefilmt und später wiedererkannt wurden. Vorgeworfen wird ihnen Landfriedensbruch, Körperverletzung, Widerstand, Beamtenbeleidigung und Sachbeschädigung. Neben zwei Banken und einer Tankstelle sind mindestens ein halbes Dutzend Autos attackiert und teils schwer beschädigt worden, eine genaue Zahl gibt es noch nicht.

22.10 Uhr: Ströbele: „Fast total friedlich“

Der Grünen-Spitzenpolitiker Hans-Christian Ströbele, sagt: „Die Deeskalationsstrategie der Polizei hat einwandfrei funktioniert.“ Das, was er gesehen habe, war „fast total friedlich“.

22.21 Uhr: „Noch ruhiger als im Vorjahr“

Nach einer ersten Einschätzung der Pressestelle der Polizei ist es „noch ruhiger als im Vorjahr“.

22.33 Uhr: Innensenator Henkel zufrieden

Innensenator Frank Henkel (CDU) war am Abend über den Verlauf der 1-Mai-Demonstrationen erfreut. „Der Verlauf des Tages war sehr zufriedenstellend, die Taktik der Polizei ist voll aufgegangen“, sagte Henkel der Berliner Morgenpost. „Was wir beeinflussen konnten, haben wir erfolgreich getan.“

22.37 Uhr: Auto angezündet

In der Annenstraße brennt ein BMW. Die Polizei geht von Brandstiftung aus.

22.40 Uhr: „Kleinere Scharmützel“

Im Bereich Kottbusser Tor und Moritzplatz kommt es offenbar zu Zusammenstößen zwischen der Polizei und einzelnen Randalierern. Die Polizei spricht von „kleineren Scharmützeln“, es sei nichts Größeres.

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22.45 Uhr: Einzelne Schlägereien

Laut Polizei gibt es in Kreuzberg einzelne Sachbeschädigungen, Flaschenwürfe auf Polizisten und vereinzelte Prügeleien. Dafür sollen vor allem Betrunkene verantwortlich sein, genauere Informationen gebe es bislang nicht.

22.59 Uhr: Grillen in der Oranienstraße

In der Oranienstraße wird gegrillt und getrunken. Ein kleines Techno-Open-Air erinnert an beste Love-Parade-Zeiten. Auch am Kottbusser Tor wird gefeiert und getrunken, aus den Lokalen dröhnt Musik. Die Polizei muss sich gelegentlich mit Betrunkenen auseinandersetzen.

23.18 Uhr: Keine Absperrungen in der Adalbertstraße

Nach Berichten über Flaschenwürfe und Absperrungen in der Adalbertstraße sagt ein Polizist, dass es zwar viel Gejohle und Musik gebe, aber keine Straftaten erkennbar seien. Es gebe auch keine Absperrungen oder Festnahmen. Einsatzbeamte patrouillieren in Gruppen.

23.21 Uhr: Ausgelassene Stimmung in Kreuzberg

Bei Würstchen oder Tofukrossies ist die Stimmung zwischen Moritzplatz und Görlitzer Park vor allem ausgelassen. Es dröhnt Techno, Ska und Pop der Achtziger zu Cocktails und Bier. Fast alle Imbisse und Kneipen sind geöffnet, Kioske haben ihre Zeitungsständer draußen stehen wie an jedem gewöhnlichen Tag.

23.24 Uhr: Polizei vertreibt Betrunkene

Die Polizei ist seit einiger Zeit vor allem damit beschäftigt, ganze Gruppen von Betrunkenen von den Fahrbahnen zu vertreiben. Am Kottbusser Tor, am Görlitzer Bahnhof und in der Adalbertstraße reagierten einige Passanten mit Flaschenwürfe auf die Beamte, trafen jedoch niemanden. An der Brachvogelstraße brennt ein Müllcontainer. Am U-Bahnhof Kottbusser Tor werden auch Böller auf Einsatzkräfte geschleudert. Augenzeugen sprechen von einer teils aggressiven, angeheizten Stimmung. Die Polizisten hielten sich zunächst zurück, holten dann aber Verstärkung und greifen Störer heraus. Die Polizei spricht von „einzelnen Krawallmachern“ in einer Menge von rund 700 Menschen.

23.46 Uhr: Scheiben in Neukölln zerstört

An der Karl-Marx-Straße in Höhe der Werbellinstraße haben Vermummte unmittelbar nacheinander eine Bankfiliale (Santander), einen H&M-Laden und eine Rossmann-Filiale angegriffen. In zwei Fällen gehen Scheiben zu Bruch, bei der Rossmann-Filiale gelingt es den Randalierern nicht, die Scheiben zu zerstören.

0.28 Uhr: Lagerfeuer im Görlitzer Park

Im Görlitzer Park muss die Polizei eine größere Gruppe von Jugendlichen und jungen Erwachsenen daran hindern, größere Lagerfeuer zu entzünden. Der Einsatz verläuft ohne Zwischenfälle.

1.00 Uhr: Kreuzberg feiert friedlich in die Nacht

Außer kleineren Einsätzen scheint es friedlich zu bleiben. Die Polizei hat es vor allem mit Betrunkenen zu tun. Genaue Zahlen zu Festnahmen und eventuell verletzten Polizisten will die Polizei am frühen Donnerstagnachmittag mitteilen. Mit dieser Aussicht beenden wir für heute unseren Liveblog. Eine Zusammenfassung des Tages finden Sie hier.