Hunderte von betrunkenen Jugendlichen haben bei einer Abiturfeier in einem Park von Frankfurt am Main einen Großeinsatz der Feuerwehr ausgelöst. Zehn Partygäste hatten so viel Alkohol getrunken, dass sie in ein Krankenhaus gebracht werden mussten. Mindestens zehn weitere wurden von Notärzten und Rettungshelfern direkt im Park versorgt, wie ein Sprecher der Feuerwehr am Sonnabend sagte.

Zwei Buslinien wurden zeitweise eingestellt, weil die Rettungsfahrzeuge über Stunden hinweg immer wieder zum Grüneburgpark im noblen Westend fahren mussten.

Die Jugendlichen hatten sich über ein soziales Netzwerk im Internet zu der Party verabredet. Dabei waren nach Schätzungen der Feuerwehr zwischen 500 und 800 Gäste gekommen – die meisten von ihnen seien später betrunken gewesen.

Erst vor zwei Jahren hatte ein ähnlicher Vorfall im vornehmen Kurort Bad Homburg im Taunus für Schlagzeilen gesorgt. Rund 40 Schüler hatten sich damals völlig betrunken und in einem Park randaliert. Ob bei der Feier am Freitag im Grüneburgpark ebenfalls Schäden angerichtet wurden, war zunächst unklar.

Verletzte Polizisten in Köln

In Köln wurden am Donnerstagabend bei Auseinandersetzungen zwischen Schülern drei Polizisten leicht verletzt. Wie die Polizei am Freitag mitteilte, gingen dort auch 17 Anzeigen wegen Sachbeschädigung an Schulen ein.

Zwei Gruppen von mehreren hundert Schülern hatten sich nach diesen Angaben in Köln mit Wasser- und Mehlbomben beworfen. Es wurden Bengalos gezündet, Böller flogen. Dann warfen Schüler Feuerwerkskörper „gezielt“ auf Menschen, drei Polizisten erlitten ein Knalltrauma. Nach einer Prügelei kam ein Schüler in Gewahrsam.

Schon in den Tagen zuvor war es bei den sogenannten Abi-Mottowochen – der letzten Unterrichtswoche, in der sich die Abiturienten auch verkleiden – zu Zwischenfällen gekommen: Wände wurden beschmiert, Kuh-Mist und Eier geworfen. Die Gebäudewirtschaft der Stadt Köln geht von einem Schaden von rund 50.000 Euro aus.

Bengalos gezündet

In Dortmund nahm die Polizei in der Nacht zu Freitag einen Schüler bei einer Abiturientenfeier in Gewahrsam. Er soll einen Türsteher leicht verletzt haben. Später habe er einem Polizisten das Pfefferspray entrissen und sogar versucht, an dessen Dienstwaffe zu kommen.

Auch in Düsseldorf zündeten Schüler an mehreren Gymnasien Bengalos, teilte eine Sprecherin mit. Außerdem liege eine Anzeige wegen Sachbeschädigung vor: Ein Auto war mit Mehl und Ketchup beschmiert worden.

Weitgehend ruhig blieb es nach Angaben eines Polizeisprechers in Essen. Mit Ausnahme eines Schulturniers im Fußball: Verkleidete Abiturienten sollen sich mit Zuschauern in die Haare gekriegt haben, auch dort habe ein Bengalo gebrannt.

dpa/sei