Musikpreis

Helene Fischer spielt beim „Echo“ eine Doppelrolle

Die Schlagersängerin moderiert zum ersten Mal die „Echo“-Verleihung. Ihr ohnehin riesiger Fankreis ist nun um ein prominentes Mitglied reicher geworden. Robbie Williams findet sie „sehr sexy“.

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In Wirklichkeit ist Helene Fischer viel zierlicher als sie im Fernsehen auf den großen Bühnen des deutschen Schlagers wirkt. Mit einem leichten Make-up, gut sitzendem Haar und einem perfekt aufeinander abgestimmten Outfit sitzt die 28-Jährige in ihrer provisorischen Garderobe in einer der großen Hallen auf dem Messegelände in Berlin, auf dem am heutigen Donnerstagabend die große „Echo“-Verleihung stattfinden soll.

Um sie herum lärmt der Aufbau der Veranstaltung, doch Helene Fischer scheint tiefenentspannt. Große Shows, bei denen alle Scheinwerfer auf sie gerichtet sind, scheint sie spätestens nach ihrer eigenen Veranstaltung zu Weihnachten gewohnt zu sein.

Dennoch, eine Herausforderung sei der „Echo“ – nach Helene Fischers Meinung der wichtigste deutsche Musikpreis – trotzdem für sie. „Der Unterschied ist ganz klar, dass nicht ich im Mittelpunkt stehe, sondern die Preisträger“, sagt die Entertainern. „Klar ist aber auch, dass ich als Helene Fischer die Gastgeberin des Abends sein werde und ich die Show in meinem Stil präsentieren werde.“

Keine wilden Knutschereien

Wird aus der „Echo“-Verleihung also eine zweite Helene-Fischer-Show? Nein, betont die ausgebildete Musical-Darstellerin deutlich. Klar ist jedoch, dass sie sich selbst nicht als Moderatorin, sondern als Sängerin und Entertainerin sieht.

Sie könne zwar wenig verraten, jedoch ist zu erwarten, dass sie wieder mit verschiedenen Künstlern singen wird, die Outfits mehrmals wechselt, genau wie die Musikstile. „Es wird auch einige Überraschungen geben“, sagt die junge Frau, die immer wieder betont ihrem Stil treu zu bleiben.

Deshalb kann man sicher sein, dass es keine wilden Knutschereien auf der Bühne geben wird, wie sie ihre Vorgängerinnen Barbara Schöneberger und Ina Müller im letzten Jahr veranstaltet haben.

Doch Helene Fischer fungiert bei der Veranstaltung nicht nur als Gastgeberin, sondern spielt eine Doppelrolle: Neben vier anderen Künstlern ist sie in der Kategorie „Deutschsprachiger Schlager“ nominiert. Bei allen anderen Kategorien ist sie in der Auswahl der Laudatoren eingeweiht, kennt zum Teil bereits die Gewinner. Doch hier herrscht bei ihr komplette Unwissenheit. „In dieser Kategorie habe ich auch überhaupt keine Ahnung, was auf mich zukommen wird.“

Echo steht für messbaren Erfolg in der Branche

Deshalb gibt sie auch zu, dass sie genau so aufgeregt ist, wie ihre Konkurrenz, die sie jedoch gar nicht als solche ansieht. Man würde sich für einander freuen, sollte der andere Gewinnen, ganz klar. „Der ‚Echo‘ ist der Musikpreis, der an dem echten Erfolg im Musikbusiness gemessen wird. Es geht darum, wie oft die Menschen unsere Platte gekauft oder die Lieder gedownloaded haben – und es geht eben nicht um die Befindlichkeiten einer Jury, die die Sänger mögen oder eben nicht.“

Zu der heißen Diskussion um die Nominierung der Rockband Frei.Wild will die Gastgeberin des Abends nichts sagen. Viel mehr freut Helene Fischer, dass sie durch ihre Rolle als Gastgeberin wohlmöglich einem noch breiterem Publikum bekannt werden könnte. Die Zuschauer des Echo sind eben doch andere als die der Helene-Fischer-Show.

Vor der Show: Treffen mit Robbie Williams

Auch in diesem Jahr stehen auf der „Echo“-Gästeliste zahlreiche nationale und internationale Stars. Darunter Depeche Mode, Carla Bruni, Emeli Sandé und David Garrett.

Nominiert sind unter anderem Die Ärzte, Cro, Unheilig und Eros Ramazotti.

Den Preis für den besten „Künstler Rock/Pop International“ könnte Robbie Williams mit nach Hause nehmen, den Helene Fischer bereits bei den Show-Vorbereitungen traf. Dieser zeigte sich laut Bild-Zeitung sehr angetan von der Schlagersängerin. „Sie hat so eine Frische und Herzenswärme. Sehr sexy, diese Lady …“, sagte der britische Sänger.