Vatileaks

Papst begnadigt seinen ehemaligen Kammerdiener

Benedikt XVI. hat seinen wegen Diebstahls verurteilten Ex-Butler Paolo Gabriele begnadigt. Dieser hatte Dokumente des Papstes weitergegeben.

Foto: OSSERVATORE ROMANO / REUTERS

Kurz vor Weihnachten hat Papst Benedikt XVI. seinen ehemaligen Kammerdiener Paolo Gabriele begnadigt. Das Oberhaupt der katholischen Kirche habe Gabriele im Gefängnis aufgesucht und ihm die Nachricht überbracht, sagte Papstsprecher Federico Lombardi am Sonnabend.

Der 46 Jahre alte Gabriele war in der sogenannten Vatileaks-Affäre im Oktober wegen Dokumentendiebstahls von einem vatikanischen Gericht zu anderthalb Jahren Haft verurteilt worden.

Nach dem Besuch des Papstes habe er bereits die Zelle in der vatikanischen Gendarmerie verlassen und sei zu seiner Familie zurückgekehrt.

Papst sollte das „Böse“ bekämpfen

Lombardi sprach von einem „sehr väterlichen Akt“ des Papstes. Die Begegnung habe eine Viertelstunde gedauert. In den Vatikan zurückkehren dürfe Gabriele aber nicht. Der dreifache Vater galt als dem Papst treu ergeben.

Er hatte ausgesagt, die gestohlenen Papiere an die Medien weitergegeben zu haben, um dem Papst zu helfen und gegen „das Böse und Korruption“ vorzugehen.

In der Affäre um die Weitergabe vertraulicher Dokumente aus dem Vatikan war im November auch der Informatiker Claudio Sciarpelletti zu zwei Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Ermittler hatten in Sciarpellettis Schreibtisch einen an Gabriele adressierten Umschlag gefunden.

Darin befanden sich Kopien von Papieren, die der italienische Journalist Gianluigi Nuzzi von Gabriele erhalten hatte und in seinem Enthüllungsbuch „Sein Heiligkeit“ veröffentlichte.