Zur Vorweihnachtszeit denkt man gemeinhin an Kerzen, Lebkuchen, Tannengrün – und Tschaikowskys Ballett „Der Nussknacker“.

Das Mädchen Klärchen steht im Mittelpunkt des Märchens, sie bekommt zu Weihnachten einen Nussknacker von ihrem Onkel geschenkt. In der Nacht träumt sie von einer Schlacht: Der Nussknacker führt ein Heer aus Spielzeugsoldaten in den Kampf gegen den Mäusekönig. Der Nussknacker siegt und verwandelt sich – klassisch fürs Märchen – in einen Prinzen. Zusammen mit Klärchen reist er in das Reich der Süßigkeiten – ein Kindertraum wird Wirklichkeit.

Mit dem „Nussknacker“ vertonte Tschaikowsky ein traumhaftes Märchen, Hauptmotive seines Schaffens sind aber oftmals von Schwermut geprägt. Privat hatte der Komponist nicht so viel Glück: Eigentlich homosexuell, heiratete Tschaikowsky im Jahr 1877 Antonia Miljukowa, um seine Homosexualität zu verbergen. Dennoch ist er eine Art Ikone geworden: Als St. Petersburg Anfang diesen Jahres ein Gesetz gegen die sogenannte „Schwulenpropaganda“ verabschiedete, drehten Aktivisten ein Video – und unterlegten es mit seiner Musik.

Forderte ein Gericht Tschaikowsky zur Selbstvergiftung auf?

Die Todesursache Tschaikowskys bleibt bis heute ein Rätsel. Er starb überraschend im Jahr 1893. Eine Theorie besagt, dass sich der Komponist mit der Cholera infizierte, nachdem er unachtsamerweise in einem St. Petersburger Restaurant ein Glas unabgekochtes Wasser trank.

Die zweite Vermutung ist, Tschaikowsky habe sich selber mit Arsen vergiftet, nachdem er von einem „Ehrengericht“ aufgrund seiner Homosexualität dazu aufgefordert worden war.

Ab Februar 2013 wird Tschaikowsky wieder in der Hauptstadt aufgeführt. „Schwanensee“ kommt in stark modernisierter Form in den Berliner Admiralspalast. Der Titel der Inszenierung deutet es bereits an: „Swan Lake Reloaded“. Fredrik Rydman fügt dem klassischen Stoff eine neue Facette hinzu: Tschaikowsky meets Streetdance sozusagen.

Swan Lake Reloaded vom 19. – 24.2. 2013 im Admiralspalast