Hordorf

Bewährungsstrafe für Lokführer nach tödlichem Zugunglück

2011 war ein Güterzug in Hordorf mit vollem Tempo gegen einen Personenzug gerast, zehn Menschen starben. Der Lokführer wurde nun verurteilt.

Foto: Peter Förster / dpa

Nach dem schweren Zugunglück von Hordorf in Sachsen-Anhalt mit zehn Toten ist der Lokführer zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr auf Bewährung verurteilt worden. Das Landgericht Magdeburg befand den 41-Jährigen am Mittwoch der fahrlässigen Tötung in 10 Fällen, fahrlässigen Körperverletzung in 22 Fällen sowie fahrlässigen Gefährdung des Bahnverkehrs für schuldig. Er hatte mit einem Güterzug im Januar 2011 auf eingleisiger Strecke zwei Haltesignale überfahren und damit den Zusammenstoß mit dem entgegenkommenden Personenzug ausgelöst.

Angeklagter schwieg vor Gericht

Das Gericht folgte mit dem Strafmaß den Anträgen von Staatsanwaltschaft und Verteidigung, die beide eine Freiheitsstrafe von einem Jahr auf Bewährung gefordert hatten. Der 41 Jahre alte Angeklagte hatte vor Gericht nicht auf Fragen geantwortet und nur in einer schriftlichen Erklärung mitgeteilt, er wisse nicht, warum er die Signale damals nicht wahrgenommen hatte. Bei den Familien der Opfer und den Verletzten entschuldigte er sich.

Am 29. Januar 2011 war der schwer beladene Güterzug auf eingleisiger Strecke mit vollem Tempo in einen entgegenkommenden Personenzug gerast. Nebel hatte die Sicht laut Zeugenaussagen stark behindert.