Nach einer Tsunami-Warnung für die Pazifikregion kann Hawaii nun aufatmen. Auch das nordamerikanische Festland scheint verschont zu bleiben.
Die Tsunami-Warnung für Hawaii ist aufgehoben und in ein „Tsunami-Ratschlag” (tsunami advisory) herausgegeben worden. Die teilte das Pacific Tsunami Warning Center mit. Damit dürfen die in den Küstenbereichen lebenden evakuierten Bürger wieder in ihre Häuser zurück.
Am späten Abend (Ortszeit) hatte das Pacific Tsunami Warning Center vor einer Welle von ein bis zwei Metern gewarnt. Sie sollte um 22.28 Ortszeit (09.28 MEZ) auf die Inselgruppe Hawaii treffen. Auslöser war ein schweres Erdbeben im Pazifik.
Überall auf der Insel ertönten die Sirenen. Die Menschen wurden aufgefordert, sich aus niedrig gelegenen Küstenregionen in höher gelegene Gebiete in Sicherheit zu bringen. Während ein Teil der Menschen sich an den Tankstellen drängelte, blieben andere ruhig, aber gespannt. Für Hawaii gibt es mehrfach im Jahr Tsunami-Warnungen.
Kurz vor 23.30 Uhr Ortszeit sagte Gerard Fryer vom „Pacific Tsunami Warning Center” dann dem Portal „Hawaiian News Now”, die Evakuierung aller Zonen sei möglicherweise nicht nötig gewesen. Er wurde mit dem Wort „Übervorhersage” zitiert.
Gut eine Stunde später unterstrich Honolulus Bürgermeister Peter Carlisle dann, es sei noch keine Entwarnung gegeben worden. Es gebe noch Wellenaktivitäten vor allem rund um die Hauptinsel (Big Island), die weiter zu beobachten seien. Die Menschen sollten noch nicht in die geräumten Gebiete zurückkehren. Auch der Hafen von Honolulu war geschlossen.
Gute eine Stunde später kam dann die Entwarnung.
Die US-Erdbebenwarte USGS) hatte die Stärke des Bebens bei den Haida-Gwaii-Inseln vor Kanadas Westküste am Samstagabend (Ortszeit) mit 7,7 angegeben. Sein Zentrum lag demnach knapp 140 Kilometer südlich der Stadt Masset.
Keine Tsunami-Schäden aus Kanada und Kalifornien gemeldet
Auch an der US-Küste in Nord-Kalifornien und Süd-Oregon riefen die Behörden Tsunami-Alarm aus. Wie ein Sprecher des Pazifik-Tsunami-Warnzentrums, Victor Sardina, der sagte, ist die Welle jedoch lediglich 67 Zentimeter hoch gewesen. Sie sei an der Küste bei Arena Cove in Kalifornien gemessen worden. Dort sei nach bisherigen Informationen kein Schaden entstanden.
Auf der Inselgruppe Haida Gwaii vor Kanada, unter der das Zentrum des Bebens in 17 Kilometer Tiefe lag, wurden einige Gebiete evakuiert. Die Gegend ist vor allem von Ureinwohnern besiedelt. Berichte über Opfer oder auch größere Sachschäden gab es zunächst nicht. „Es sieht so aus, als seien sowohl die Auswirkungen als auch die Gefahren sehr gering geblieben“, sagte Shirley Bond, die für den Notstand in der kanadischen Provinz British Columbia zuständige Ministerin, dem Sender CBC. Die Wellen erreichten dort ein Höhe von 69 Zentimetern.
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dpa/dapd/AFP