Rufmord-Vorwürfe

Günther Jauch gibt im Streit mit Bettina Wulff nach

Jauch will den Anspruch der Ex-Präsidentengattin auf Unterlassung anerkennen. Gegen den Vorwurf des Rufmords verteidigt er sich aber.

Foto: DPA

TV-Moderator Günther Jauch hat sich gegen Vorwürfe verteidigt, Ende 2011 in seiner Talksendung Gerüchte über das angebliche Vorleben von Ex-„First Lady“ Bettina Wulff verbreitet zu haben. Er wolle einen Anspruch auf Unterlassung aber anerkennen, um den Rechtsstreit zu beenden.

Er habe niemals über Frau Wulff eine falsche Tatsachenbehauptung aufgestellt, sondern lediglich aus einem Zeitungsartikel zitiert, ließ Jauch am Sonnabend über seinen Anwalt Christian Schertz mitteilen.

„Wer daraus eine Herabsetzung von Frau Wulff konstruiert, liegt daneben“, betonte Jauch im Rückblick auf die Sendung am 18. Dezember vorigen Jahres.

Er habe aber kein Interesse an einer Auseinandersetzung mit der Ehefrau von Ex-Bundespräsident Christian Wulff. Schertz erläuterte, er habe Wulffs Anwalt Gernot Lehr mitgeteilt, dass ein Anspruch auf Unterlassung aber anerkannt werde. „Ich habe, um die Sache zu beenden, Herrn Lehr geschrieben, dass wir den Anspruch anerkennen - ohne ein Fehlverhalten damit einzuräumen“, sagte Schertz.

34 Blogger und Medien gaben Unterlassungserklärungen ab

Bettina Wulff geht massiv und erfolgreich gegen die Verbreitung von Gerüchten und Denunziationen über ihr angebliches Vorleben als Prostituierte vor. Die 38-Jährige habe Unterlassungsklagen beim Hamburger Landgericht gegen den Fernsehmoderator Günther Jauch und gegen den Google-Konzern eingereicht, hatte ihr Anwalt Gernot Lehr mitgeteilt.

In den vergangenen Monaten hätten bereits 34 deutsche und ausländische Blogger und Medien Unterlassungserklärungen abgegeben. Mehrere Medienhäuser hätten Schmerzensgeld in fünfstelliger Höhe zahlen müssen.

Am Freitagabend habe „der Prozessbevollmächtigte von Günther Jauch per E-Mail mitgeteilt, dass sein Mandant nun den klageweise geltend gemachten Anspruch, sich gegen Strafandrohung zu verpflichten, die Gerüchte nicht weiterzuverbreiten, anerkennt“, sagte Lehr und kündigte an: „Wir werden dazu beim Landgericht Hamburg ein Anerkenntnisurteil beantragen.“

CDU-Kreise sollen Gerüchte gestreut haben

Nach Recherchen der „Süddeutschen Zeitung“ sollen CDU-Kreise in Hannover seit 2006 das Gerücht gestreut haben, Bettina Wulff habe früher angeblich im Rotlichtmilieu gearbeitet. Die Denunziation sollte offenbar vor allem Christian Wulff treffen, der damals noch CDU-Ministerpräsident in Niedersachsen war. Er hatte in der Partei einige einflussreiche Feinde und auch außerhalb der Partei etliche Gegner. Im Internet breitete es sich dann epidemieartig aus. Bereits am Rande der Bundesversammlung Ende Juni 2010 in Berlin hätten CDU-Politiker Journalisten auf die Internet-Veröffentlichungen aufmerksam gemacht.

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