Breivik-Anschlägen

Pannenserie bei Breivik-Attentat - Polizeichef tritt zurück

Ein Kommissionsbericht hatte den norwegischen Sicherheitsbehörden schwere Vorwürfe gemacht. Jetzt zieht der Polizeichef Konsequenzen.

Der norwegische Polizeichef Oeystein Maeland ist als Konsequenz aus dem Kommissionsbericht über die Anschläge vor einem Jahr in Oslo und Utøya zurückgetreten.

Eine unabhängige Expertenkommission hatte der Polizei schwere Fehler bei der Reaktion auf die vom geständigen Attentäter Anders Breivik begangenen 77 Morde vorgeworfen.

Justizministerin Grete Faremo teilte den Rücktritt Maelands in einer norwegischen Fernsehdebatte am Donnerstagabend mit, berichtete die britische BBC.

Maeland habe erklärt, er könne sein Amt nicht ohne das Vertrauen der Ministerin ausüben. „Falls das Ministerium und andere politische Autoritäten diese Angelegenheit nicht eindeutig klären, wird es für mich unmöglich, weiterzumachen“, zitierte die BBC aus einer Erklärung Maelands.

Nach der Veröffentlichung des Kommissionsberichts am Montag waren in Norwegen auch Forderungen nach personellen Konsequenzen im Kabinett von Ministerpräsident Jens Stoltenberg laut geworden. Das Urteil im Prozess gegen Breivik soll am 24. August verkündet werden.

Der Rechtsextremist Anders Behring Breivik hatte am 22. Juli 2011 im Regierungsviertel von Oslo mit einer Autobombe acht Menschen getötet. Anschließend schoss er in einem Jugendlager der regierenden Arbeiterpartei auf der Insel Utøya wahllos auf die Teilnehmer, insgesamt 69 Menschen starben in dem Kugelhagel. Der am Montag veröffentlichte Bericht einer zehnköpfigen Kommission wirft der norwegischen Polizei vor, sie hätte durch schnelleres und organisierteres Handeln den Attentäter stoppen können.