Keine Skandale

Kate und William führen die perfekte Ehe

Seit genau einem Jahr sind Prinz William und seine Kate jetzt verheiratet. Morgenpost Online zieht eine Bilanz.

Wer besessen ist von Tratschgeschichten – wer mit wem und wusstest du schon, sie soll ja schwanger sein von sowieso –, der kann sich gut aufgehoben fühlen auf der Seite babyrazzi.com. Dort können sich Interessierte einen Überblick verschaffen, welche prominenten Frauen im Verdacht stehen, schwanger zu sein. Wölbt sich da etwas unter Drew Barrymores Bluse? Unbestätigt, aber unbestreitbar mittlerweile. Bekommt Katie Holmes ihr zweites Kind? Schon dementiert. „Bump Watch“ heißt die Disziplin, die sich in der englischsprachigen Klatschpresse zu einer richtigen Manie ausgewachsen hat.

Am 29. April 2011 haben Prinz William und Kate Middleton in der Westminster Abbey geheiratet. Kate wurde zur Herzogin Catherine von Cambridge und – zum Gegenstand der nationalen und manchmal auch internationalen Beulchenbeobachtung, wie man es wohl wörtlich übersetzen müsste.

Klatschpresse bleibt außen vor

Es ist das einzige Gerücht, das sich der Boulevard traut, dem strahlenden Paar anzudichten. Die sonst so wenig zimperlichen Klatschreporter halten sich bei den neuen britischen Nationalheiligen erstaunlich zurück. So blieb das einzige Geheimnis des Paares, das in ihrem ersten Jahr Ehe enthüllt wurde, auch der Name eines Cocker-Welpen, den die Cambridges sich Anfang des Jahres zulegten. Wochenlang, so hieß es, habe die Presse Kate bedrängt, die aber sei standhaft geblieben. Während ihr Mann bei einem Trainingseinsatz als Hubschrauberpilot auf den Falklandinseln weilte, besuchte Kate Kinder bei einer Kunsttherapie. Den Fragen der Kleinen habe die Herzogin nicht widerstehen können. Und so verriet sie den Kindern schließlich: „Er heißt Lupo.“ Das Geheimnis war gelüftet – auf unspektakuläre Weise.

Mit Geschichten wie diesen haben William und Kate ihr erstes Ehejahr verbracht. Die beiden müssen extrem kompetente Berater haben, vielleicht aber sind sie auch einfach ganz von sich selbst aus nur das, was sie zu sein scheinen: Ein sehr sympathisches, sehr reiches und sehr glückliches Paar.

Sogar Williams kleinen Bruder Harry scheinen sie mit ihrer ruhigen Heiterkeit gezähmt zu haben. Nur Pippa, Kates Schwester, fällt noch aus der royalen Rolle. Mit exzessiven Partyausflügen, zuletzt nach Paris, sorgt sie immer wieder für Schlagzeilen.

Fast alle Zeitungen widmen Kate und William in diesen Tagen Rückblicke auf das erste Ehejahr, dazu eine gelungene Mischung der besten Bilder. Die beiden in der Natur, auf Staatsparkett, beim Sport, mal lässig, mal elegant, mal cool, aber immer locker. „Royales Mittelmaß“, meint die „Süddeutsche Zeitung“. Na und?

Der einzige Skandal des Paares ereignete sich auf ihrer Reise durch Kanada im vergangenen Juli. Auf dem Flughafen von Calgary überreichte der Bürgermeister den beiden zwei Stetsons. Kate und William nahmen die Hüte in die Hand, dankten freundlich, stiegen ins Auto und fuhren davon. Die zum Flughafen geeilten Fans waren sprachlos vor Entsetzen.

Wem die Brisanz der Tat nicht deutlich wird, dem sei erklärt: Die „Weißer-Hut-Zeremonie“ ist in dieser Gegend der Welt ein Sakrileg. Wer einen Hut überreicht bekommt, muss ihn aufsetzen. Die beiden retteten die Situation, indem sie am nächsten Tag die Hüte einfach gar nicht mehr vom Kopf nahmen. Und waren sofort wieder die Lieblinge der Kanadier. Bei diesem Paar bleibt dem Boulevard nichts als die Spekulation auf einen kleinen Cambridge: Ein Jahr nach der Hochzeit sind bislang allerdings kaum belastbare Hinweise auf Nachwuchs eingegangen. Einziges Indiz blieb Catherines Weigerung, auf einem Unicef-Empfang im letzten Herbst die Erdnussbutter zu probieren, die an hungernde Kinder in Hilfspaketen verschickt wird (Erdnüsse sollen angeblich nicht gut sein für Schwangere). Dabei habe sie ihren Mann wissend angelächelt und Gerüchte geschürt, „expecting“ zu sein, freute sich vorsichtig die Yellow Press. ABC News vermutete, sie selbst habe es offenbar mit einer kleinen „peanut“ zu tun.

Nächstes Jahr ziehen sie um

Aber auch wenn die Klatschmagazine dieser Welt es immer wieder versuchten, auf den Bildern, die angeblich eine Schwangerschaft vermuten ließen – „Us Weekly“ wusste aus unerfindlichen Gründen gar von Zwillingen zu berichten –, war beim allerbesten Willen kein Bump zu sehen. Nur ihr athletischer, fast hagerer Körper. Statt eines Bauches zu wenig davon. Keine Anzeichen für Nachwuchs.

Ihren ersten Hochzeitstag werden die beiden ganz privat und ruhig feiern. Im Sommer ist dann ohnehin wieder genug Offizielles auf dem Programm: Das 60. Thronjubiläum von Williams Großmutter, Reisen um den Globus, die Olympischen Spiele in London. Und dann steht auch ein Umzug an.

Noch bewohnen Herzog und Herzogin ein kleines Apartment im Kensington-Palast. Nächstes Jahr ziehen sie aber in die früheren Gemächer der 2002 verstorbenen Prinzessin Margaret um. Dort dürfte dann auch genug Platz für Nachwuchs sein. Und für weitere Gerüchte.