Frontalzusammenstoß

Mehr als 130 Verletzte bei Zugunglück in Amsterdam

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Zwei Züge sind in Amsterdam frontal zusammengestoßen. Die Ursache für das schwere Unglück ist noch unklar. Strecken wurden gesperrt.

Bei einem Frontalzusammenstoß von zwei Zügen im Zentrum von Amsterdam sind am Samstagabend 136 Menschen verletzt worden. Nach Angaben eines Sprechers der niederländischen Bahn prallten ein Schnellzug und ein doppelstöckiger Regionalzug unweit des Bahnhofs von Amsterdam-Sloterdijk aus zunächst unbekannter Ursache aufeinander.

Feuerwehr und Polizei sprachen nach niederländischen Medienangaben am späten Abend von insgesamt 136 Verletzten. 13 Menschen seien „sehr schwer“, 43 ernsthaft verletzt worden. 80 Fahrgäste wurden leicht verletzt. Die Zahl sei vermutlich so hoch, weil viele Passagiere zum Unglückszeitpunkt gestanden hätten oder noch auf der Suche nach einem Sitzplatz gewesen wären.

Keiner der beiden Züge stürzte um. Die Zeitung „Volkskrant“ veröffentlichte Fotos, die die beiden beschädigten Züge auf einem einzigen Gleis stehend zeigen. Die Verletzten hätten vor allem Knochenbrüche und Prellungen erlitten, sagte der Sprecher der Bahngesellschaft.

Augenzeugen berichteten, sie hätten zunächst das Warnsignal eines Zuges gehört, dem Sekunden später das Geräusch des Aufpralls folgte. Innerhalb von acht Minuten seien die ersten Rettungskräfte an der Unfallstelle gewesen. Sie verschafften sich teilweise mit Leitern Zugang zu den Waggons und hebelten Türen auf.

Wegen des Unfalls wurde auch der Zugbetrieb zwischen dem Hauptbahnhof in Amsterdam und dem Flughafen Schiphol eingestellt.

„Ich bin nur gegen das Fenster geknallt“, meldete ein Passagier über das Netzwerk Twitter. „Mein Abteil der 1. Klasse war leer, aber die 2. Klasse war sehr voll.“

Die Behörden kündigten eine Untersuchung an. „Ich will so schnell wie möglich wissen, was die Ursache für diesen schrecklichen Unfall war“, sagte die niederländische Infrastrukturministerin Melanie Schultz dem Nachrichtensender RTL Nieuws. Der Bahnbetreiber ProRail zeigte sich in einer Erklärung geschockt und drückte den Verletzten und ihren Familien seine Anteilnahme aus. Ein Sprecher der Bahngesellschaft sagte, der Sachschaden sei sehr hoch.

( dpa/dapd/bee/mim )