Tod mit 52

Simone und Heinz Hoenig ließen in ihrer On-Off-Ehe wenig aus

| Lesedauer: 4 Minuten

Das Ende einer öffentlichen Ehe: Der Schauspieler Heinz Hoenig trauert um seine Frau Simone. Sie starb im Alter von nur 52 Jahren.

Alkohol, Burn-out, öffentlicher Zoff – der Schauspieler Heinz Hoenig und seine Frau Simone ließen in ihrer On-Off-Ehe wenig aus. Doch das Paar bekam immer wieder die Kurve, heiratete sogar ein zweites Mal. Das war 2010.

Jetzt starb die 52-Jährige plötzlich. "Simone starb eines natürlichen Todes. Nach kurzem Spitalaufenthalt versagte am vergangenen Sonntag ihr Herz", bestätigte eine Sprecherin der Familie.

Wie die Zeitschrift „Bunte“ unter Berufung auf ein Familienmitglied berichtet, sei Simone Hoenig-Zimmerli wegen eines nicht verheilten Oberarmbruches operiert worden. Die Diabetikerin sei von den Ärzten in ein künstliches Koma versetzt worden. Sechs Tage später sei die 52-Jährige an Herzversagen gestorben.

Hoenig habe seiner Frau Simone im Krankenhaus nicht beistehen können, weil er für Dreharbeiten für eine neue Folge des „Traumschiffs“ in Mittelamerika war. „Heinz Hoenig war bei Dreharbeiten an Land in San Juan auf Puerto Rico, als seine Frau starb. Er konnte leider nicht rechtzeitig zurückfliegen, weil wir den Drehplan einhalten mussten“, sagte „Traumschiff“-Produzent Wolfgang Rademann. Heinz Hoenig spielt eine der Hauptrollen in der Erfolgsserie. Die Kinder Paula (24) und Lukas (22) hätten ihrer Mutter beigestanden.

Simone Hoenig-Zimmerli hatte seit Langem mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. 2004 litt die zweifache Mutter an Burn-out, Magersucht und Alkoholproblemen. Mit einer Speiseröhrenblutung musste sie damals ins Krankenhaus eingeliefert werden, eine lebensbedrohliche Situation, sie fiel ins Koma. „Die Ärzte hatten mich schon aufgegeben“, erzählte sie später, „aber Heinz hat für mich gekämpft.“

Davor stand die Ehe des Paares vor dem Scheitern. So war zum Beispiel von einer anderen Frau die Rede, mit der Hoenig („Das Boot“, „Der große Bellheim“, „Der König von St. Pauli“) liiert gewesen sein soll. Der Schauspieler gab später – nach der zweiten Hochzeit – vieldeutig zu, ein Rumtreiber zu sein. „Das heißt nicht, dass ich da immer bin. Ich bin ein Zigeuner, ein Filou, ich werde immer auf der Welt unterwegs sein.“ Für „dieses Friede-Freude-Eierkuchen-Gedöns“ habe das Paar nichts übrig. „Lieber haben wir uns gebalgt und gestritten – mit Leidenschaft!“, sagte Hoenig.

Die Krise hatte viele unschöne Szenen zur Folge, in denen sich das Paar öffentlich beleidigte und demütigte. So nannte Simone 2007 ihren Mann einen „Liebesfeigling“, angeblich bekam sie von ihm damals keinen Unterhalt. Eine Scheidung stand deshalb stets im Raum. Etwa „5248-mal“, wie Hoenig in einem Interview im Jahr 2010 sagte.

Warum er die Trennung dann doch nicht durchzog? „Wir haben unsere Scheidung jahrelang geplant – und nicht hingekriegt“, erzählte Hoenig weiter. Beide kamen einfach nicht voneinander los. Vor allem die gesundheitliche Krise, nachdem Hoenig-Zimmerli nach der Speiseröhrenblutung im Koma lag, schweißte sie wieder zusammen.

Die Reisekauffrau aus der Schweiz und der Schauspieler hatten sich 1986 in Zürich kennengelernt und waren 23 Jahre lang verheiratet. Trotz der Schwierigkeiten erneuerten sie 2010 ihr Eheversprechen auf Mallorca, wo die Hoenigs mit ihren beiden Kindern lebten.

Für Simone Hoenig-Zimmerli ging damit ein Herzenswunsch in Erfüllung.

Sie trug bei der Zeremonie ein symbolträchtiges weißes Kleid, das ihr Hoenig geschenkt hatte: „Ich dachte immer, dass ich mein weißes Kleid erst im Sarg tragen werde. Das ist jetzt kein Witz, mir ging es wirklich sehr schlecht. Dass ich das Kleid von Heinz geschenkt bekomme – eine totale Überraschung“, sagte sie nach der Hochzeit.

Bei der Trauung waren die Kinder Lucas und Paula die einzigen Gäste. Simone bezeichnet die Trauung als „Meilenstein“: „Wir müssen nicht mehr die alten Geschichten aufwärmen, wir blicken endlich wieder nach vorn.“ Hoenig sagte damals: „Simone ist auf den gesunden Weg zurückgekommen.“ Eine Hoffnung, die nicht lange hielt. „Es war ein Sterben auf Raten“, sagt ein Freund von Heinz Hoenig: „Sie war abgemagert, nur noch ein Schatten ihrer selbst.“

In der Todesanzeige heißt es: „In tiefer Trauer nehmen wir Abschied von meiner Ehefrau, unserer Mutter, Großmutter, Schwester, Tante und Schwägerin Simone Hoenig-Zimmerli.“ Und darüber, ganz klein. „Ihr habt jetzt Trauer, aber ich werde euch wiedersehen und euer Herz wird sich freuen“ (Johannes 16, 22). Die Urnenbeisetzung der 52-Jährigen soll im engsten Familienkreis stattfinden.

( BMO )

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