Solotörn

Teenie Laura Dekker beendet Weltumsegelung

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Foto: AFP

Eineinhalb Jahre war sie unterwegs, setzte sich gegen Gerichte durch und geht nun als jüngste Weltumseglerin in die Geschichte ein: Laura Dekker hat ihren Törn erfolgreich in der Karibik beendet.

Die 16-jährige Weltumseglerin Laura Dekker hat am Sonnabend Geschichte geschrieben: Am Abend gegen 20 Uhr MEZ lief die junge Niederländerin nach anderthalbjähriger Segeltour um die Welt im Hafen der Antillen-Insel St.-Martin in der Karibik ein.

An einer großen Willkommensfeier nahmen neben ihrer Familie auch offizielle Vertreter der Insel teil. Dutzende Zuschauer begrüßten das Mädchen mit Jubel und Freudensprüngen.

Laura Dekker dürfte damit als jüngste Solo-Weltumseglerin in die Geschichte eingehen. Sie war am 21. August 2010 im Alter von 14 Jahren mit ihrer Yacht „Guppy“ vom Hafen von Gibraltar aus zu ihrem Abenteuer aufgebrochen. Bisherige Rekordhalterin ist die Australierin Jessica Watson, die drei Tage vor ihrem 17. Geburtstag von ihrer Weltumseglung zurückkehrte; Dekker wird hingegen erst am 20. September 17 Jahre alt.

Ihre Fahrt hatte wegen ihrer Jugend auch für Kritik gesorgt. So wollte sie ursprünglich von Portugal aus starten, die dortigen Behörden untersagten dies jedoch.

Dekker ließ insgesamt mehr als 27.000 Seemeilen hinter sich und legte mehrere Zwischenstopps ein, unter anderem auf den Kanaren, den Galapagos-Inseln, in Panama und Australien. Ihre letzte Etappe führt sie in stürmischer See von Kapstadt nach Sint Maarten.

Ein Gericht hatte die Segeltour nur unter der Auflage erlaubt, dass Dekker regelmäßig ihre Hausaufgaben erledige. Für Ärger in ihrer Heimat sorgte zuletzt ein Zeitungsinterview, in dem sie einräumte, sich während ihrer Reise nicht voll aufs Lernen konzentriert zu haben. Ihr Vater wurde nach Angaben ihres Anwalts Peter de Lange daraufhin zu einem Termin beim Schulamt vorgeladen. Als er diesen ignoriert habe, seien die Jugendschutzbehörden eingeschaltet worden.

Dekker sagte einem belgischen Radiosender per Satellitentelefon später, ihre Reise sei „ein wahr gewordener Traum“. Zugleich erwäge sie, nach ihrer Rückkehr nach Neuseeland auszuwandern. Da sie auf einem Schiff vor der neuseeländischen Küste geboren wurde, hat sie auch dort die Staatsbürgerschaft.

Den voneinander geschiedenen Eltern war 2009 aus Sorge um die Sicherheit und die seelische Verfassung des Teenagers bei einer Verwirklichung des Trips das Sorgerecht entzogen worden. Das Vorhaben der damals 13-Jährigen hatte eine weltweite Debatte darüber entfacht, ob Eltern derart gewagte Unternehmungen ihre Kinder unterstützen sollten.

Das Guinnessbuch der Rekorde wird Dekkers Rekord nicht anerkennen, um keinen Anreiz für mögliche Nachahmer zu schaffen.

( dpa/AFP/mim )

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