Auf Abwegen

Die krummen Deals von Juan Carlos' Schwiegersohn

Seit die spanische Justiz gegen einen Schwiegersohn von König Juan Carlos ermittelt, kommen immer neue Einzelheiten zu dessen zweifelhaften Geschäften ans Licht.

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Spaniens König Juan Carlos hat seinen Schwiegersohn Iñaki Urdangarín nach Angaben des Zarzuela-Palasts vor fünf Jahren von zweifelhaften Geschäften abgebracht. Das Königshaus habe dem Ehemann der Infantin Cristina bereits im Jahr 2006 nahe gelegt, sein Amt als Präsident der gemeinnützigen Stiftung Nóos niederzulegen, teilte ein Palastsprecher am Wochenende mit.

Die spanische Justiz ermittelt gegen den früheren Handball-Star wegen des Verdachts, die Stiftung zur Unterschlagung staatlicher Mittel missbraucht zu haben.

Das Königshaus hatte dem Sprecher zufolge 2006 einen Rechtsexperten damit beauftragt, die Geschäfte der Stiftung zu untersuchen. Dieser habe Zweifel an der Gemeinnützigkeit der Organisation festgestellt, hieß es. Urdangarín sei dem Rat des Monarchen gefolgt und habe sein Präsidentenamt niedergelegt. Er habe anschließend eine neue Stiftung zur Förderung von Sport und Kultur gründen wollen. Die Rechtsberater des Königs entdeckten in den Plänen jedoch ebenfalls Unregelmäßigkeiten und rieten davon ab.

Daraufhin empfahl das Königshaus nach eigenen Angaben dem 43-Jährigen, der Geschäftswelt ganz den Rücken zu kehren und sich einen Angestellten-Job – nach Möglichkeit im Ausland – zu suchen. Urdangarín habe auch diese Empfehlung angenommen und sei mit seiner Familie in die USA umgezogen. Dort arbeitet er seit 2009 für den spanischen Telekom-Konzern Telefónica.

Keine offiziellen Termine mehr

Aufgrund der Ermittlungen gegen seinen Schwiegersohn entschied der Monarch Anfang der Woche, dass Urdangarín bis auf weiteres keine offiziellen Termine für das Königshaus mehr wahrnehmen wird. Trotz seiner Probleme mit der Justiz erscheint der Ex-Handballer jedoch auf den Weihnachtskarten des Königshauses. Urdangarín ist auf einer der Karten zusammen mit seiner Frau Cristina und den vier Kindern des Paares abgebildet.